Lapp
Biobasiert in die Zukunft?
Die Firma Lapp hat „eine neue Ära“ für ihre Epic-Steckverbindungen eingeläutet und zwei Steckverbindungsgehäuse aus teilweise biobasierten Rohstoffen vorgestellt. Doch wie ist die Resonanz des Marktes? Alexander Denk, Vice President Business Unit Epic, gibt Auskunft.
Herr Denk, warum setzt Lapp auf nachhaltige Produkte?
Für uns bei Lapp hat es oberste Priorität, den Finger am Puls des Kunden und des Marktes zu haben. Die Themen CO2-Reduktion und Nachhaltigkeit sind ein globaler Trend. Hier liegt es an uns, unseren Kunden Wege und Lösungen aufzuzeigen, die ihre Produkte noch besser machen.
Aus dem Nachhaltigkeitsgedanken heraus sind bei Lapp bereits einige Produkte, Projekte und Ideen entstanden – welche sind das?
Wir haben bereits die erste in Serie gefertigte Datenleitung präsentiert. Der nun nächste logische Schritt sind die Steckverbinder. Hier ist es uns wichtig, auf ein modulares System zu setzen. Die Kunden profitieren nicht von einzelnen verfügbaren Artikeln – sie benötigen idealerweise eine komplette Serie. Genau das ist unser Entwicklungsziel.
Wie ist die Akzeptanz beziehungsweise die Nachfrage seitens Ihrer Kunden?
Auch unsere Kunden tasten sich an die Thematik heran. Es gibt hier zwar eine Normenlandschaft, dennoch ist die Vergleichbarkeit von Produkten nicht immer gegeben. Wir registrieren jedoch ein reges Interesse an nachhaltigeren Produkten und sind gespannt, wie sich der Markt weiterentwickelt.
Was zeichnet die neuen, nachhaltigeren Steckverbindungen aus? Wie unterscheiden Sie sich von den herkömmlichen Steckverbindungen?
Was die technischen Eigenschaften anbelangt: gar nicht! Dies ist besonders wichtig, wenn wir unseren Kunden eine echte Alternative statt eines Kompromisses anbieten möchten. Besonders die Langzeit-Haltbarkeit steht hier im Fokus. Oft assoziiert man Bio-based mit sich über die Zeit verändernden technischen Eigenschaften. Aber: Da Bio-based nicht gleich abbaubar oder gar kompostierbar ist, verändern sich die Produkt-eigenschaften nicht mit der Zeit – die nachhaltige Variante unterscheidet sich nicht von den Datenblattwerten des heutigen Serienprodukts!
Für welche Anwendungen eignen sich die Steckverbinder?
Da es keine Einschränkungen gibt, ist unsere nachhaltigere Variante ideal für alle, die Wert auf CO2-Reduktion und Nachhaltigkeit legen.
Welches Material nutzen Sie? Brauchen Sie für die Herstellung andere Werkzeuge als bisher?
Wichtig war uns natürlich, dass eine nachhaltigere Version auch wirtschaftlich ist. Indem wir einen Bio-Kunststoff gefunden haben, der bei der Herstellung die gleiche Schrumpfung aufweist wie die fossile Variante, können wir bei uns in der Fertigung die gleichen Werkzeuge nutzen, um die Steckverbindungen herzustellen. Die beiden Steckverbindungen bestehen aus einem Bio-Kunststoff auf Maisstärkebasis und verfügen über 35 % gebundenen Kohlenstoff weniger als ihre Schwestern aus herkömmlichem Kunststoff.
Sind besondere Tests nötig?
Die nachhaltigeren Varianten durchlaufen die gleichen Alterungs- und UV-Tests wie die herkömmlichen, wobei wird neben der Standard-Produktqualifikation besonderen Fokus auf die Alterungstests gelegt haben.
Welche besonderen Herausforderungen gibt es bei der Umstellung auf biobasierte Kunststoffe?
Die Auswahl an Kunststoffen ist sehr gering. Bei vielen fehlen noch Standardangaben und Zertifikate zur Entflammbarkeit. Dies muss im Einzelfall nachgeholt werden.
Welche Produkte sind als nächstes in der Umsetzung für biobasierte Varianten?
Wir entwickeln derzeit weitere biobasierte Inserts für unsere Steckerserien, da hier noch großes technisches Potenzial ausgeschöpft werden kann.











