PC-Monitor prüft Sitzhaltung

Stefan Kuppinger,

Zapple nicht und sitz gerade

Die Firma MMD bringt den weltweit ersten Monitor mit einem integrierten Sensor-System auf den Markt, das Mitarbeiter zu einer gesunden Sitzhaltung bei der Bildschirmarbeit animiert.

Per CMOS-Kamera erkennt der Monitor eine Fehlhaltung, ermahnt zu einer korrekten Sitzposition und schlägt sogar eine Kaffeepause vor.

© MMD

Viele Stunden vor dem Computermonitor zu verbringen, ist heute Alltag im Büro. Trotz ergonomisch gestalteter Schreibtische und Stühle, schleichen sich dabei häufig ungünstige Sitzhaltungen ein. Die Folge: Rücken- oder Nackenschmerzen. Mit dem weltweit ersten ErgoSensor-Monitor will der Monitorhersteller MMD, Lizenznehmer von Monitoren der Marke Philips, ungesunde Körperhaltungen bei Mitarbeitern vermeiden.

Ob der Anwender ergonomisch korrekt und damit „gesund“ vor dem Display sitzt, kontrolliert der Monitor mittels einer kleinen Kamera, die ihre Daten an einen Prozessor im Gerät liefert. Darin ist ein intelligenter Algorithmus implementiert, der die Mensch-Maschine-Interaktionen analysiert: Dazu zählen beispielsweise der Augen-Abstand zum Display und die Haltung des Kopfes. Hat sich beim Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum eine Fehlhaltung eingeschlichen, erscheint am Bildschirmrand ein freundlicher Hinweis, den Sitzabstand zu korrigieren oder den Kopf besser wieder gerade zu halten. Ebenso erfasst das System die ohne Pause vor dem Monitor verbrachte Zeit und gibt bedarfsweise einen Tipp, mal eine kurze Pause einzulegen. Wichtig: Der Monitor gibt keine seiner Analysen an den angeschlossenen Computer oder ein Netzwerk weiter. In welcher Haltung und wie lange Anwender vor dem Monitor sitzen, erfährt nur der Anwender selbst. Da die gesamte Intelligenz der ErgoSensor-Funktion bereits im Display eingebaut ist, entfällt eine Installation von Software.

Der verwendete CMOS-Sensor erkennt nicht nur wie und wie lange jemand vor dem Bildschirm sitzt. Er registriert auch, ob überhaupt jemand davor arbeitet. Macht der Anwender – vielleicht auf Anraten des Displays – eine kurze Kaffeepause, wird das Display gedimmt. Bis zu 80 Prozent des Energiebedarfs eines Monitors lassen sich damit einsparen. Und um noch „grüner“ zu werden, verfügt das Display über einen Netzschalter, der den Energieverbrauch auf 0 Watt reduziert. Nach Feierabend fließt dann auch kein Bereitschaftsstrom mehr.

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Körperhaltung nicht auf die leichte Schulter nehmen

Laut jüngst veröffentlichten Zahlen der Techniker Krankenkasse, gibt es jährlich allein in Deutschland 39 Millionen rückenbedingte Krankschreibungstage. Somit fehlen in den Unternehmen täglich im Schnitt 160000 Mitarbeiter wegen Rückenbeschwerden. Die Analyse der Krankenkasse zeigt, dass es weniger Mitarbeiter betrifft, die harte körperliche Arbeit verrichten, sondern eher die „Schreibtischtäter“, die sich mangels Bewegung und ungesunder Sitzhaltung krankschreiben lassen müssen. Ziel der ErgoSensor-Funktion ist, rechtzeitig Hinweise zum gesünderen Arbeiten zu geben, bevor durch falsche Sitzhaltung länger anhaltende Schäden entstehen.

Auch mechanisch ist der Monitor so gestaltet, dass er sich einfach in eine optimale Position bringen lässt. Das Display lässt sich fast bis auf die Schreibtischplatte absenken – das ist besonders wichtig für Anwender, die mit Gleitsichtbrillen arbeiten. Ebenso kann der Displaywinkel in einem weiten Bereich der Körpergröße angepasst werden.

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