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Artikel und Hintergründe zum Thema

Roboter-Mensch-interaktion

Jan Bihn,

Vorausschauend warnen

Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) in Ilmenau stellt in Hannover Teile eines intelligenten Monitoring-Systems vor, das die Roboter-Mensch-Interaktion durch den Einsatz von Bildverarbeitung sicher machen soll. Die Besonderheit des Prototypen ist, dass er Gefahren vorausahnt.

© Fraunhofer IDMT

Das vom IDMT entwickelte Konfigurations-Tool sorgt für eine optimale Erfassung der Fabrikhallen. Nur so lassen sich gefährliche Situationen zwischen Mensch und Maschine vermeiden.

© Fraunhofer IDMT

Der Roboter fährt vorwärts, nimmt eine Platte auf und taucht sie ins Galvanobad. Er fährt zurück und beginnt von vorn, pausenlos. Eine unachtsame Bewegung des Mitarbeiters, es kommt zur Kollision, die Anlage steht, der Arbeiter ist verletzt. Solche Fälle kennt Peter Pharow vom Fraunhofer-IDMT. Mit zunehmender Verbreitung von Robotern in der Industrie steigt auch die Häufigkeit derartiger Zwischenfälle.

Im Rahmen des durch die EU geförderten Projektes „Bildrobo“ arbeitet sein Institut mit mehreren in Thüringen ansässigen Partnern an einem intelligenten Monitoring-System für Industriearbeitsplätze. Mit diesem System sollen sich zukünftig gefährliche Situationen zwischen Mensch und Maschine vorhersehen und verhindern lassen. Zu den Partnern gehören unter anderem der Bildverarbeiter Vision & Control, die Icom Automation GmbH, das Zentrum für Bild- und Signalverarbeitung (ZBS) in Illmenau, der Kameraspezialist ABS Jena und der Industrie-PC-Lieferant Jentech Datensysteme. Das Projekt - in dessen Rahmen ein Prototypensystem entstehen soll - läuft Ende März aus. Jetzt haben die Partner die Serieneinführung im Visier.

„Die Besonderheit unseres Systems ist das Vorausahnen gefährlicher Situationen. Im Idealfall können die Mitarbeiter früh gewarnt werden, um Unfälle zu verhindern«, erläutert Pharow. Kommt es im Arbeitsprozess zur Beinahe-Kollision, ertönt ein Warnton. Wie schnell und in welcher Form die Reaktion erfolgt – Warnton, langsame Fahrt oder Stillstand der betroffenen Anlage – hängt von Randbedingungen, wie dem Sicherheitsbedürfnis des Unternehmens, der Gefährdungssituation und vom Arbeitsverhalten des Roboters ab.

Die neu entwickelten Komponenten des intelligenten Monitoring-Systems sind neben einer Kommunikationsplattform, die Kamera-Hardware, Roboter und vorverarbeitende Systeme einbindet, auch ein vom IDMT entwickeltes Konfigurations-Tool. „Tote Winkel und dunkle Ecken gibt es nicht mehr“, bringt Pharow den Nutzen des Konfigurations-Tools auf den Punkt. Es hilft, die Fabrikhalle mit einer optimalen Anzahl von Kameras zu überwachen. Dazu wird ein 3D-Modell der Halle erstellt, das die Arbeitsbereiche virtuell abbildet. Das System bestimmt die optimale Zahl und Position der Kameras, um alle sicherheitsrelevanten Bereiche in der Halle zu überwachen – selbst direkt am Roboterarm sind Kameras einsetzbar.

Interessierte Besucher können auf der Hannover-Messe das Konfigurations-Tool des IDTMs in Halle 17 am Stand E58 begutachten und sich bei den Forschern über das Projekt informieren.

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