Balluff / VDMA

Inka Krischke, Meinrad Happacher | Inka Krischke,

SmartCamera-Zuwachs

Bildverarbeitung rückt bei Balluff zunehmend ins Visier, was nicht zuletzt die Übernahme von Matrix Vision zeigt. Was diesbezüglich am Messestand zu sehen ist, erklärt Rainer Schönhaar, Produktmanager Bildverarbeitung bei Balluff.

Rauner Schönhaar: „Die Daten der ‚SmartCameras‘ wandern nur dorthin, wo sie tatsächlich benötigt werden.“

© Balluff

Bislang hat die kamerabasierte Sensorik keine große Rolle im Produktportfolio bei Balluff gespielt. Warum jetzt?

Schönhaar: Bisher deckten unsere Vision-Sensoren, unsere RFID-Systeme und unsere Standard-Sensorik die Identifikations- und Kontrollaufgaben in der automatisierten Produktion recht gut ab. Aber: Die Anforderungen aus der Industrie, immer komplexere Identifikationsaufgaben in immer kürzerer Zeit bewältigen zu müssen, haben uns dazu motiviert, mit ‚SmartCameras‘ vielseitige Problemlöser anzubieten und eben auch für Industrie 4.0 gerüstet zu sein. 

Wie erfolgt bei den vorgestellten Kameras für Farberkennung und Identifikation die Anbindung an die Produktionsumgebung beziehungsweise I4.0-Szenarien?

Schönhaar: Für die Anbindung an das Kundensystem bieten die Kameras unterschiedlichste Schnittstellen, ein pfiffiges Schnittstellenkonzept sorgt für die richtige Adressierung und Verteilung der Informationen. So lassen sich beispielsweise Analyse-Aufgaben strikt von übergeordneten Produktionssystemen trennen. Bei Bedarf genügt ein Mausklick, und das Prozessnetzwerk wird nur mit den allerwichtigsten Informationen belastet, während Daten und Bilder zum Beispiel für Qualitätsservices ihren Weg über ein schnelles Gigabit-Ethernet-Netzwerk finden. Es lässt sich ganz klar definieren, welche Daten weitergegeben und welche Parameter aus Sicherheits- oder Vorsorgegründen an welche Instanz geleitet werden müssen. 

Inwiefern stammen die Kameras aus der Zusammenarbeit mit Matrix Vision? Softwaremäßig basieren sie ja auf der Halcon-Funktionsbibliothek von MVTec…

Schönhaar: Die sich rasant wandelnden Märkte verlangen nach immer neuen Produkt- und Lösungsansätzen. Will man diese Herausforderung stemmen, ist es sinnvoll, möglichst viel Kompetenz im eigenen Haus zu bündeln und/oder auch das Wissen externer Experten zu nutzen. Bei den ‚SmartCameras‘ haben wir auf die Algorithmik-Erfahrung von MVTec, die Kamera- und Applikationserfahrung von Matrix Vision sowie die Schnittstellenerfahrung von Balluff gesetzt. Ein Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit von Matrix Vision und Balluff ist das webbasierte Benutzerkonzept.

Was erwarten Sie für die Zukunft der Bildverarbeitung bei Balluff?

Schönhaar: Mit dem Zusammenschluss von Balluff und Matrix Vision wurde die Tür zu weitergehenden Lösungen aufgestoßen. Beide Unternehmen kennen sich über die jahrelange Zusammenarbeit in der Entwicklungspartnerschaft sehr gut. Die Produktprogramme überschneiden sich nicht, sondern sind eine ideale Ergänzung. Unsere Kenntnisse im Automatisierungsbereich und in der Netzwerk-Technik verbunden mit der Software-Kompetenz und Expertise in Bildverarbeitung von Matrix Vision werden uns zu Lösungsansätzen befähigen, die uns bisher verschlossen waren. 

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