Scada / Visualisierung
Zusatzfreie Webbrowser
Auf der Messe stellt Michael Haas – glühender Verfechter „reiner“ Webbrowser und Web-Visualisierungen – die Portierung des Webkit-Browsers auf Windows-CE vor. Damit erschließt die Firma Certec den Anwendern ihrer Web-Visualisierung ein breites Feld an potenzieller HMI-Hardware.
Michael Haas, Geschäftsführer Certec: „Es braucht keine proprietären Zusätze, um leistungsfähige Visualisierungen auf einem Webbrowser zu realisieren.“
Herr Haas, was stört Sie denn an Browser-Zusätzen wie Silverlight, Flash oder Ähnlichem?
Haas: Ich bin kein Gegner der Zusätze – ich halte sie schlichtweg für unnötig. Jeder heutige Webbrowser bringt bereits alle Funktionen mit, um damit sogar High-End-Visualisierungen realisieren zu können. Browser-Zusätze bewegen sich abseits der offiziellen Web-Standards und erleichtern Softwareherstellern ihre proprietäre Technik unter dem Deckmantel Webbrowser zu vermarkten.
Welche Technologien verbergen sich denn hinter ihrem Webkit-Browser?
Haas: Webkit ist ein Open-Source-Projekt und die Basis für einige der leistungsfähigsten Webbrowser. Wer mit Apple-Safari oder Google-Chrome surft, bekommt die Webseiten über Webkit angezeigt.
Bringt die Portierung des Webkit denn Vorteile im Vergleich zu Windows CE in Kombination mit Silverlight?
Haas: Natürlich: Eine reine Webseite läuft auf nahezu jedem Endgerät und nicht nur auf Systemen mit Silverlight.
Kommt die CE-Variante von Webkit nicht etwas spät? Schließlich setzen viele HMI-Panels schon seit Jahren auf Windows CE als Betriebssystem?
Haas: Eigentlich schon. Leider hat sich bis dato noch niemand gefunden, der einen leistungsfähigen Webbrowser für Windows CE entwickelt. Das liegt vermutlich auch daran, dass Windows CE primär in der Automatisierungstechnik verbreitet ist.
Auf der Messe zeigen Sie eine Beta-Version des Browsers. Wann kommt das offizielle Release und woran arbeiten Ihre Entwickler aktuell?
Haas: Unser Team arbeitet gerade mit Hochdruck an der Fertigstellung unseres Projektierungstools und Scada-Systems atvise 2.1. Wir wollen damit ein völlig neues Engineering-Erlebnis bieten. Bisher hat atvise ausgezeichnet, dass eine HMI-Applikation – einmal erstellt – auf verschiedenen Zielgeräten genutzt werden kann. Mit atvise 2.1 sollen künftig auch die unterschiedlichsten Anwendergruppen – vom Elektroinstallateur bis zum Web-Experten – mit unserem Tool arbeiten können. Zeitgleich mit dem neuen Release steht dann ebenso der Webbrowser für Windows CE Ende März 2011 bereit.










