Achema 2009

Stefan Kuppinger,

Technologieupdate für die Prozessindustrien

Drei Wochen nach der Hannover Messe/Interkama+ schlägt diese Woche für die Ausrüster und Anlagenbauer der Prozessindustrien die Stunde der Wahrheit: Wird zwischen dem 11. und 15. Mai von der Achema eine ähnlich positive Stimmung ausgehen?

In Hannover herrschte bei vielen Ausstellern nach anfänglichem Pessimismus eine überwiegend positive Stimmung - trotz der teilweise schwierigen Lage. Die Stimmung auf der Messe war wesentlich besser, als es die Zahlen vieler Unternehmen momentan sind, brachten es Vertreter der Branchenverbände VDMA und ZVEI unisono auf den Punkt. Sind das etwa schon Indizien, dass der Tiefpunkt des Abschwungs bald erreicht sein könnte und im zweiten Halbjahr 2009 wieder erste Anzeichen für eine Erholung möglich wären? Inzwischen zeigen auch die ersten Wirtschaftsindikatoren wieder nach oben.

Mit Spannung wird deshalb die am 11. Mai gestartete 29. Achema erwartet, zu der etwa 3.800 Aussteller nach Frankfurt am Main angereist sind und auf rund 134.000 m² ihre Neuheiten und Technologiestudien präsentieren. Wird der Branchenevent diese Woche den in Hannover zu spürenden Hauch einer wirtschaftlichen Belebung bestätigen, vielleicht sogar zu einer ersten schwachen Brise verstärken können?

Bis zum Ende der Talfahrt gilt es, Krisenmanagement zu betreiben. Die technischen Voraussetzungen dafür sind auf der Achema konzentriert, angefangen von effizienteren Apparaten und Geräten über die Lösungen und Strategien für eine effizientere Prozessführung und neue Produktionsverfahren. Beispielsweise bildet die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen einen Achema-Schwerpunkt. Nicht nur als Kraftstoffe, auch als Ausgangsstoffe für die chemische Industrie gewinnen Ölpflanzen, Getreide und Reststoffe wie Holzschnitzel oder Stroh an Bedeutung. In der Sonderschau „Chemie und Biotechnologie nachwachsender Rohstoffe und Energieträger" zeigen Aussteller ihre Neuheiten auf diesem Gebiet in Halle 4.2. Aber auch Nanomaterialien, Innovationen in der Analysentechnik oder neue Entwicklungen in der Verfahrenstechnik helfen, Produkte besser und kostengünstiger zu produzieren. Die Hersteller von Automatisierungstechnik, die sich in den Hallen 10.1 und 10.2 präsentieren, leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Deren Lösungen und Komponenten ermöglichen häufig erst die Implementierung effektiver Produktions- und Instandhaltungsstrategien.

Heute ist mehr denn je Prozesseffizienz gefragt: der möglichst sparsame Einsatz von Energie und Rohstoffen, den Einkauf eingeschlossen. „Die Energieeffizienz im Mittelpunkt von Contracting-Lösungen" lautet auch der Titel einer von der Redaktion Computer&AUTOMATION moderierten Podiumsdiskussion. Die Gesprächsrunde findet am Donnerstag, 14. Mai, im Rahmen der von ARC, Namur und ZVEI initiierten Veranstaltungsreihe „Automation im Dialog" statt (14. Mai, 10:30 in Halle 10.1, Stand K3). Experten anerkannter Energy-Contractors skizzieren ihre Erfahrungen und Möglichkeiten, die Kosten bereits beim Einkauf der verschiedenen Energiearten zu kappen: Muss Prozessdampf, Kälte und Druckluft in eigener Regie erzeugt werden? Was kann Contracting dabei leisten? Sind meine Energieanlagen noch zeitgemäß? Welche Einsparungen bei Kosten, Primärenergien und CO2 sind durch Effizienzsteigerungen realisierbar. Und heute wichtiger denn je: Über welchen Zeitraum amortisieren sich notwendige Investitionen? Welche Potentiale der Energielieferant zusammen mit seinen Kunden heben kann, wird die Diskussion zeigen.

 

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