Fraunhofer Gesellschaft

Inka Krischke,

Leichtbau-Forschungszentren in Augsburg eröffnet

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Fraunhofer haben eine gemeinsame Forschungsplattform in Sachen Leichtbau eröffnet. Leichtbau zählt zu den wichtigsten Zukunftstechnologien im Flugzeug-, Fahrzeug- und Maschinenbau. Die Wissenschaftler arbeiten zusammen an automatisierten Fertigungsverfahren für Carbonfasern, die sich für Großserien eignen.

© DLR

"Wir verfügen über die modernsten Anlagen im Bereich der automatisierten Fertigung von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen CFK. Mit unseren lokalen Partnern wie der Universität Augsburg, Premium Aerotec, Kuka, SGL, MT Aerospace, Eurocopter und vielen mehr sind wir eng vernetzt", freut sich Prof. Dr. Klaus Drechsler, einer der beiden Leiter der Projektgruppe. Enge Verbindungen bestehen auch zum Lehrstuhl für Carbon Composites an der TU München und zum Institut für Flugzeugbau der Uni Stuttgart. Die Projektgruppe ist darüber hinaus wichtiger Partner im Spitzencluster MAI Carbon mit Audi, BMW und vielen anderen. Derzeit kooperiert das FIL mit über 40 Firmen.

Um Leichtbaumaterialien in großen Serien und kostengünstiger herstellen zu können, sind neue Produktionstechnologien erforderlich. Die Teams der beiden Forschungseinrichtungen arbeiten an allen Produktionsschritten der Werkstoffe für den Leichtbau, denn die Nachfrage nach den kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen CFK für die Luft- und Raumfahrt sowie für die Automobil- und Maschinenbauindustrie steigt. Die Materialien tragen erheblich dazu bei, Verbrauch und Emissionen von Flugzeugen, Kraftfahrzeugen und Maschinen zu reduzieren. CFK-Bauteile wiegen nur etwa halb so viel wie vergleichbare aus Stahl, sind aber genauso fest, crashsicher und rosten nicht. Die Fasern lassen sich je nach Anforderung in mehreren Lagen und verschiedenen Ausrichtungen übereinander legen. Bei Flugzeugen und Rennwagen der Formel 1 sind ein Großteil der Bauteile bereits aus CFK gefertigt. Bislang müssen solche Carbon-Komponenten noch aufwändig von Hand gefertigt werden.

Der Freistaat Bayern stellt für den Aufbau der Projektgruppe und den Neubau 18 Mio. Euro zur Verfügung, die Stadt Augsburg beteiligt sich mit 3,5 Mio. Euro und das BMBF mit 5,7 Mio. Euro. Die Europäische Union unterstützt den FIL-Bau mit 3,9 Mio. Euro. In dem sechsstöckigen Gebäude sind auf einer Fläche von etwa 1900 m² Büros und Laboratorien untergebracht sowie eine separate 1200 m² große Technikhalle für die Großanlagen. Ein zweiter Bauabschnitt ist bereits in der Vorplanung.

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