Mobile Brennstoffzelle

Andrea Gillhuber,

"Kraftwerk" für die Hosentasche

2003 erfunden und nun kurz vor der Markteinführung: Die Brennstoffzelle "Kraftwerk" nutzt Feuerzeuggas und liefert für mehrere Tage Strom für mobile Endgeräte. Über 15.000 Vorbestellungen sind bei dem Start-up schon eingegangen.

Das Kraftwerk für die Hosentasche: Mit der mobilen Brennstoffzelle lassen sich Smartphones, Tablets und andere mobile Endgeräte mit USB-Anschluss laden.

© eZelleron

Was heute die Power-Bank ist, kann schon bald die Brennstoffzelle sein: Im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Universität des Saarlands entwickelte Sascha Kühn eine mobile Brennstoffzelle. Im Jahr 2003 meldete die Universität dafür ein Patent an. Nun steht der Energiespeicher für Smartphones, Tablets und andere kleine mobile Endgeräte mit USB-Anschluss kurz vor der Markteinführung im Jahr 2016.

Die mobile Brennstoffzelle mit der Bezeichnung "Kraftwerk" wird Kühn über seine eigene Firma eZelleron in Dresden ab dem Jahr 2016 vertreiben. Der "Treibstoff" für den Energiespeicher stammt aus normalen Feuerzeuggas, sprich: Butan, dass wie bei einem Feuerzeug auch in einen Tank gefüllt wird. Drei Sekunden die Ladung der Brennstoffzelle. Die Brennstoffzelle liefert dann Strom für mehrere Tage - vorausgesetzt, das Endgeräte hat einen 5-V-Anschluss. Die zur Verfügung stehende Ausgangsleistung soll durchgängig zwei Watt betragen, für kürzere Zeiträume sollen bis zu zehn Watt möglich sein. Für iPhone-Besitzer entspricht eine Butan-Ladung elf Akkuladungen. Vollgetankt bringt das Taschenkraftwerk rund 200 Gramm auf die Waage.

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An dem Beispiel der "Kraftwerk"-Brennstoffzelle lässt sich aber auch sehen, dass der Weg von der Entwicklung bis zur Marktreife auch holprig sein kann:

Anfang 2003 meldete die Saar-Uni das Patent für die Brennstoffzelle an und die Patenverwertungsagentur konnte der Universität im Jahr drauf einen Lizenzvertrag mit einer österreichischen Firma vermitteln – mit Sascha Kühn als Entwicklungsleiter. Allerdings ging die Firma 2007 in die Insolvenz, so dass die Patente wieder an die Saar-Uni zurückfielen. Im Jahr 2008 gründete Kühn dann die Firma eZelleron und suchte über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter Startkapital. Innerhalb weniger Monate kamen so 1,5 Mio. US-Dollar zusammen – dreimal so viel wie erhofft. Mit diesem Geld positioniert sich eZelleron nun für die geplante Markteinführung im nächsten Jahr.

Dass das durch 27 Patente geschützte "Kraftwerk" ein Erfolg werden kann, daran zweifelt wohl keiner mehr: Im Januar 2015 erreichte das Unternehmen die schon erwähnten 1,5 Mio US-Dollar auf der Crowdfunding-Plattform und im Mai meldeten die Dresdner die 15.000ste Vorbestellung. Die Bestellungen kommen nicht nur aus Europa, sondern auch aus dem Oman, Peru, Panama oder Namibia, insgesamt aber aus rund 92 Ländern.

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