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Artikel und Hintergründe zum Thema

Interview mit Felix Kranert, Siemens

Andrea Gillhuber | Andrea Gillhuber,

Konfigurieren statt programmieren

Felix Kranert spricht im Interview über die Vorteile eines modernen Visualisierungssystems sowie die Rolle von User Experience und Apps heute und in Zukunft.

Felix Kranert ist Marketing Manager bei Siemens.

© Siemens

Mit WinCC Unified View of Things können Anwender ihre Visualisierung konfigurieren statt zu programmieren. Was genau bedeutet das?

Kranert: Einen Webserver gibt es in der S7-1500 schon länger. Damit ist es möglich, sich eigene Webseiten zu programmieren, zum Beispiel für einfache Use-Cases zum Bedienen und Beobachten. Das setzt allerdings voraus, dass es überhaupt Know-how zur Web-Programmierung im Unternehmen gibt. Da-rüber hinaus muss berücksichtigt werden, dass die Aufwände zur Pflege und Wartung einer individuellen programmierten Lösung schnell hoch werden.

Mit WinCC Unified View of Things gibt es eine vergleichbare Lösung, die unserem ‚Projektieren statt Programmieren‘-Ansatz folgt. Es gibt einen Editor im TIA Portal, der die Erstellung von Bedienbildern mit nur wenigen Klicks ermöglicht. Die Aufwände für Pflege & Wartung der Applikation bleiben auf diesem Weg sehr gering.

User Experience spielt eine immer wichtigere Rolle. Welche Möglichkeiten ergeben sich in diesem Zusammenhang?

Kranert: Grundsätzlich freuen wir uns, dass Themen wie Usability & User Experience immer wichtiger werden im Maschinenbau und der Industrie. Ich sehe zwei wesentliche Punkte: Zunächst gibt die Software viel mehr Möglichkeiten, eine Applikation oder Lösung zu implementieren. Durch Technologien wie ‚Dynamic SVGs‘ oder ‚Custom Web Controls‘ ist es sehr einfach geworden, individuelle Darstellungen oder Controls zu verwenden. Das ist besonders dann hilfreich, wenn es darum geht, detailliertes visuelles Feedback im HMI anzubieten.

Auf der anderen Seite hilft das WinCC Unified-System dabei, ein durchgängiges Bedienkonzept zu implementieren. Ein Screen, der für eine ‚View of Things‘-Applikation erstellt wurde, kann für ein Unified Comfort Panel oder WinCC Unified übernommen werden. Diese nutzen die gleichen Controls, was ebenfalls dazu beiträgt, dass der Bediener ein einheitliches Nutzererlebnis vor-findet.

Welche Rollen spielen Apps – heute und in Zukunft?

Kranert: Apps werden zunehmend wichtiger. Gerade weil die Technologien, auf denen die Apps basieren, im Kontext Digitalisierung perfekt geeignet sind für eine Vielzahl von Aufgaben, beispielsweise die Analyse von Daten oder das Training von Algorithmen. In den Unified Comfort Panels haben wir deshalb von Beginn an die Möglichkeit zur Verfügung gestellt, um Apps auf den Geräten zu betreiben. Das bringt nicht nur ein neues Level an Offenheit, sondern auch Flexibilität bei der Umsetzung einer Applikation. Kunden können zum Beispiel ‚NodeRed‘ direkt auf unseren Panels parallel zur Visualisierung betreiben. Dafür muss kein Code geschrieben werden.

Nicht jeder Maschinenbauer hat das Know-how, um eigene Apps zu schreiben. Das macht Low-Coding-Plattformen wie Mendix so interessant. Der Einstieg in die ‚Welt der Apps‘ wird deutlich einfacher. Und je einfacher der Einstieg ist, umso mehr Firmen werden Apps nutzen, um ihre Applikationen auf ein neues Level zu bringen.

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