Tarakos
Der Schritt in die 3D-Visualisierung
Die 2D-Visualisierung ist für viele Anwendungen zu wenig detailgetreu. Tarakos will dem mit einer 3D-OEM-Initiative abhelfen.
„Am Sinn von Farb-Grafiken wurde anfangs ebenso gezweifelt, wie heute am Nutzen von 3D-Prozessvisualisierungen!“ So skizziert Herbert Beesten, Geschäftsführer der Firma Tarakos, die gegenwärtige Situation bei der Vorstellung seiner 3D-OEM-Initiative in Nürnberg. Heute sind Bedienoberflächen ohne Farbe und Grafik undenkbar. „Das gleiche wird auch mit der dreidimensionalen Darstellung von Maschinen und Anlagen passieren“, ist Beesten überzeugt. Er rechnet damit, dass mit zunehmendem Einsatz von 3D-Daten während der Planung und Konstruktion auch das Thema 3D-Visualisierung immer selbstverständlicher wird.
Tarakos-Geschäftsführer Herbert Beesten: „Mit unserer Technologie schaffen wir die Voraussetzungen für 3D-Visualisierungen.“
Die Rolle des Vorreiters übernehmen dabei die Branchen Automobilbau und Werkzeugmaschinentechnik, die bereits heute mit umfangreichen 3D-Datenbeständen aus der Konstruktion und Arbeitsvorbereitung arbeiten. Natürlich weiß Beesten, dass der Visualisierungsmarkt praktisch zwischen einigen großen und vielen kleinen Anbietern aufgeteilt ist: „Da auch der Trend zu 3D daran nichts ändern wird, bieten wir unsere Technologie als Add-On zur Integration in klassische Scada- und HMI-Systeme an.“ Ziel ist mit Partnern aus der Automatisierungstechnik die 3D-Technologie im Rahmen von Lizenzmodellen oder Kooperationen an OEM-Anbieter zu liefern.
Eine zentrale Rolle in diesem Geschäftsmodell spielt das Softwaretool taraVRcontrol 7.0 mit der herkömmliche 2D-Visualisierungen über ein einfaches Standard-Verfahren mit 3D-Szenen ergänzt werden können. Der Vorteil: In diesen 3D-Szenen lassen sich Prozess-Situationen unabhängig vom technischen Wissenstand des Betrachters intuitiv erfassen. „Insbesondere Betreiber von umfangreichen, hoch komplexen Anlagen oder Materialflusssystemen profitieren erkennbar von dem höheren visuellen Informationsgehalt“, fasst Beesten die Erfahrungen aus mehreren Projekten zusammen.
Fertigung und Materialfluss im Detail
Für die Erstellung der 3D-Szenen nutzt die Software vorhandene Daten aus 3D-CAD- oder Virtual-Reality-Tools. Die Maschinen- und Anlagenpläne in gängigen CAD-Formaten werden eingelesen und realitätsgetreu dreidimensional visualisiert. Weitere Komponenten lassen sich aus mitgelieferten Objekt-Bibliotheken auswählen, abwandeln und platzieren. Mit der Tarakos-Lösung lassen sich bei Bedarf komplette Fertigungsanlagen und Materialflusssysteme am Computer bis ins Detail darstellen. Die Dynamisierung der 3D-Szenen erfolgt über die Zuordnung von Prozessvariablen, die über die OPC-Schnittstellen Data Access und Alarm&Events erfasst werden.
Die neue Version 7.0 unterstützt darüber hinaus die kundenspezifische Prozess-Ankopplung an unterschiedlichste Systeme über ein API (Application Programming Interface). Die Laufzeit-Komponente der Software wird über Active-X-Komponenten in bestehende Prozessvisualisierungen eingebunden. Für die Entwicklungsumgebung steht auch ein .NET-Control zur Verfügung.
Als gelungenes Beispiel für die Integration der 3D-Technologie in die Prozessvisualisierung nennt Beesten eine Applikation der Firma Webfactory: In der realisierten Kläranlagen-Visualisierung lässt sich das Anlagengelände überfliegen. Mit einem Klick auf ein Klärbecken wechselt die Szene und der Anwender sieht das entsprechende Klärbecken als 3D-Schnittbild mit allen relevanten Prozesswerten.
Konkurrenz fürchtet Beesten keine, auch nicht Microsofts 3D-Animationstechnologie Silverlight, die eher ein Ersatz für die Flash-Technologie sei. Tarakos setzt dagegen auf standardisierte 3D-Technologien wie den ISO-Standard VRML/X3D, der auf DirectX oder OpenGL basiert. „Zudem machen wir es dem Automatisierungstechniker mit unserer Software leicht, seine reale Welt mit dem virtuellen 3D-Abbild zu verbinden“, schließt Beesten die Diskussion ab.











