ARC-Marktstudie

Stefan Kuppinger,

DCS-Hersteller profitieren von der Krise

Die Anbieter von Distributed Control Systemen können trotz Krise noch zufrieden sein: Die abgeschalteten Anlagen in der Chemie sorgen nach einer Studie des Marktforschers ARC für gute Umsätze bei Wartung und Service.

Im Jahr 2008 trotzte der DCS-Markt noch der aufkommenden Unsicherheit und wuchs beständig. 2009 ist die Situation anders: Die Unsicherheit im Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung ist der Gewissheit um eine globale Rezession gewichen. Obwohl viele Investitionen gestoppt sind, registriert die amerikanische ARC Advisory Goup aber lediglich eine Stagnation des DCS-Markts auf 16,6 Mrd. US-$ im laufenden Jahr. Als Ursache identifizieren die Analysten in ihrer Marktstudie "Distributed Control Systems Worldwide Outlook" das Service-Geschäft: Mehr als 50 % vom Umsatz erzielen die Unternehmen mittlerweile mit Serviceleistungen. Lediglich ein Drittel entfällt noch auf Hardware.

„DCS-Hersteller verdienen ihr Geld mit Service, momentan vor allem mit Wartungsdienstleistungen.“

Gerade in Krisenjahren und den Volkswirtschaften Japans, Europas und den USA ist das Umsatzpotenzial bei Dienstleistungen wie Wartung und Modernisierung enorm. Der Grund: Das Marktpotenzial wird nicht von der aktuellen Geschäftslage bestimmt, sondern von der installierten Basis. „Service ist das am schnellsten wachsende Segment im DCS-Markt," sagt Florian Güldner von ARC Europe in Düsseldorf. Der Anteil von Wartungsdienstleistungen ist dabei wesentlich größer als der von Projekt-Dienstleistungen.

Die Gründe wieso gerade in Rezessionszeiten das Geschäft mit Wartung, Modernisierung und anderen Dienstleistungsaufträgen boomt, sind vielfältig: Prozessanlagen produzieren vorzugsweise Non-Stop (24/7-Berieb) bei voller Auslastung. Jetzt stehen viele Anlagen mit veralteter Leittechnik still und diese Zeit nutzen viele Betreiber für Modernisierungen.

Zudem vereinfacht gerade neue Automatisierungstechnik den Betrieb einer Anlage und wirkt damit dem Know-how-Verlust durch den steten Personalabbau entgegen. Weiteren Schub bringt die Nachfrage nach effizienzsteigerndem Service. Dazu Güldner: „Gerade weil ältere Anlagen längst abgeschrieben sind, macht sich bei ihnen jede Maßnahme umgehend bezahlt." Die Studie hat einen Umfang von etwa 200 Seiten und ist als Hardcopy für 4700 € oder als PDF zum Preis von 6300 € erhältlich.

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