Beckhoff

Andrea Gillhuber,

Beckhoff setzt auf KI-gestütztes Engineering

Chatbots sind spätestens seit ChatGPT in aller Munde. Auch Beckhoff setzt die Technologie in seiner Engineeringumgebung TwinCAT XAE ein.

Mit Hilfe des TwinCAT Chat Clients kann in der Engineeringumgebung TwinCAT XAE nun auch die Chatbot-Technologie genutzt werden.

© Beckhoff

Beckhoff möchte die Steuerungsprogrammierung optimieren und setzt dabei auf die Chatbot-Technologie. Der Automatisierungsspezialist hat daher für seine Entwicklungsumgebung TwinCAT XAE den TwinCAT Chat Client entwickelt. Mit ihm lassen sich sogenannte Large Language Models, kurz LLM, für die Entwicklung eines Projekts nutzen. LLM sind Sprachmodelle, die auf Basis eines neuronalen Netzwerks erstellt und mit einer hohen Anzahl an Texten trainiert wurden. Sie können unter anderem Texte schreiben oder Quellcode generieren. Einer der bekanntesten Vertreter ist derzeit ChatGPT von OpenAI.

Der TwinCAT Chat Client ermöglicht ein KI-unterstütztes Engineering und automatisiert damit beispielsweise das Erstellen beziehungsweise Ergänzen von Funktionsbaustein-Code oder die Code-Optimierung, -Dokumentation und -Refacturing. Dieser im TwinCAT XAE implementierte Client stellt eine Verbindung zur Host-Cloud der jeweiligen LLM her, zum Beispiel Microsoft AzureTM im Fall von ChatGPT. Zudem bietet er eine Nutzerschnittstelle sowie ein Automation Interface, über das die Kommunikation zur PLC-Entwicklungsumgebung bereitgestellt wird. Zur Verfügung steht dies über ein entsprechendes Chat-Fenster in Visual Studio, wobei die LLM-Funktionalität speziell um TwinCAT-spezifische Inhalte ergänzt wurde.

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Planarmotorsystem über mehrere IPCs ansteuerbar

Modularer Aufbau: Das Planarmotorsystem lässt sich mit Hilfe des XPlanar Multi-Computing erweitern.

© Beckhoff

Seit 2018 ist das Planarmotorsystem XPlanar auf dem Markt, jetzt lässt sich das modulare System auch über mehrere Industrie-PCs steuern. Das über ein Software-Update verfügbare Multi-Computing ermöglicht eine Modularisierung der Gesamtanlagen. So kann eine größere Anzahl an Kacheln und Movern pro System realisiert werden.

Wird also die Geamtanlage über das Multi-Computing in einzelne, jeweils von einem Sub-IPC kontrollierte Subsysteme aufgeteilt, werden rechenintensive Aufgaben auf die entsprechenden Anlagensegmente verteilt. Sieht die Applikation vor, dass sich Mover über mehrere Segmente hinwegbewegen soll, erfolgt die für die Übergabe notwendige Kommunikation zwischen zwei Subsystemen.

Der sogenannte Main-IPC kontrolliert den Ablauf der Gesamtanlage. Außerdem ist er zentral für die Applikationsprogrammierung und Diagnose, das heißt für die Nutzung der gewohnten Funktionalitäten von TwinCAT 3 XPlanar zuständig. Ein Zugriff aus der Applikation heraus auf die untergeordneten Sub-IPCs ist hierfür nicht erforderlich.
Neue Subsysteme lassen sich bei Bedarf mechanisch an die bestehende Anlage koppeln. Die Integration des Subsystems erfolgt über eine Programmanpassung im Main-PC.

EtherCAT vor 20 Jahren erstmalig auf der Hannover Messe

Mit dem 2-Kanal-Kommunikations-Interface ‚ELX6233‘ lassen sich Ethernet-APL-Feldgeräte in die Steuerungsarchitektur einbinden.

© Beckhoff

Vor 20 Jahren – ebenfalls auf der Hannover Messe – präsentierte Beckhoff ein Kommunikationssystem: EtherCAT. Die Echtzeit-Ethernet-Technologie wurde entwickelt, damit sich die Leistungsfähigkeit Anfang der 2000er-Jahre standardmäßig verfügbaren Ethernet-PC-Schnittstellen optimal auf die Maschinenautomatisierung auswirken konnte, so das Unternehmen.

Damit auch andere Kommunikationsprotokolle an das Beckhoff-System angeschlossen werden können, bietet der Automatisierer unter anderem verschiedene Klemmen an. Neues Mitglied ist die EtherCAT-Klemme ELX6233 zur Integration von Ethernet-APL in die Prozesssteuerung. Mit ihr lassen sich Ethernet-APL-Feldgeräte bis aus explosionsgefährdeten Bereichen der Zonen 0/20 und 1/21 direkt ans modulare I/O-System anschließen. Somit können nun Ethernet-APL-, HART- oder einfache Digital-Signale in einem Klemmenstrang integriert werden. Zu den weiteren Eigenschaften der Klemme zählen die Erweiterbarkeit sowie die anwendungsspezifisch anpassbare Kanalzahl, eine kompakte Baugröße sowie die Kombinierbarkeit mit allen EtherCAT-Klemmen und -Kopplern.

Die ELX6233 versorgt die Sensoren gemäß dem Port-Profil SPAA (TS10186) und bindet sie über Profinet in das System ein. Hierfür stehen im 24-mm-Klemmengehäuse zwei APL-Ports zur Verfügung. Daten angeschlossener Sensoren können somit über die EtherCAT-Kommunikation an die Steuerung und an das übergeordnete Prozessleitsystem (DCS) übertragen werden.

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