Start-up
Augmented-Reality-Brille für 29 Euro
Fünf Masterstudenten der University of Twente bringen eine Augmented-Reality-Brille auf den Markt – und das für nur 29 Euro. Die Brille erweitert die echte Welt um 3-D-Visualisierungen.
Mit der Augmented-Reality-Brille von Aryzon wird die Welt zum Greifen nah – und das sogar recht günstig.
© AryzonAryzon, die neue Augmented-Reality-Brille, passt durch jeden Briefschlitz: Die Brille wird als Bausatz aus Karton geliefert – und das für 29 Euro. Sie funktioniert in Kombination mit einer Smartphone-App und erweitert die reale Welt mit virtuellen Hologramm-Bildern.
Die fünf Masterstudenten der University of Twente (UT) aus dem Studiengang Industrial Design Engineering haben eine dazu gehörende Online-Plattform entwickelt, über die Nutzer Visualisierungen für die VR-Brille hoch- und herunterladen können.
Von der Markteinführung der Aryzon zu einem sehr günstigen Preis erhoffen sich die Twenter Studenten eine weitverbreite Nutzung der Augmented-Reality-Technik. Einer der studentischen Unternehmer ist Leon Schipper. Gemeinsam mit dem Initiator Maarten Slaa, Kay Hoogsteder, Niels Ruiter und Alex Ceha gründete er das Start-Up-Unternehmen Aryzon. Schipper: “Es gibt noch keine vergleichbare Brille, die für die breite Masse bezahlbar ist.”
Aryzon vs. HoloLens?
Die HoloLens von Microsoft geht zum Beispiel für 3.000 US-Dollar über den Ladentisch. Für viele Menschen und Unternehmen ist ein solcher Preis kaum erschwinglich. Schipper ist der Meinung, dass bei solchen Preisen kaum ein Museum in Augmented-Reality-Brillen für Besucher investieren würde.
“Mit unserer preiswerten Lösung wird Augmented Reality für jeden interessant und bezahlbar, der ein Smartphone besitzt”, erläutert Schipper. Allerdings will das Start-Up nicht mit der HoloLens konkurieren. Stattdessen soll die günstige Aryzon-Brille den Markt ergänzen. Dennoch bietet die Brille nach Einschätzungen von UT-Wissenschaftler Roy Damgrave viele Funktionen, die mit denen der HoloLens vergleichbar sind.
Mögliche Anwendungen
Die Aryzon-Gründer studieren den Master-Studiengang Industrial Design Engineering an der University of Twente.
© University of TwenteDie Augmented-Reality-Brille mit ihren 3-D-Simulationen und Visualisierungen eignet sich für verschiedene Anwendungen. Laut Schipper hilft die Brille bei der Einrichtung von Wohnungen oder bei der Auswahl von Webshop-Produkten. Außerdem bietet die Brille auch für Museen und Bildungseinrichtungen interessante Möglichkeiten.
Selbst für medizinische Zwecke können Augmented-Reality-Brillen hilfreich. Für Entwickler von heutigen 2-D-Augmented-Reality-Apps für Smartphones eignet sich die günstige Brille ebenfalls. Sie können ihre Applikationen einfach an Aryzon anpassen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Augmented-Reality-App von Ikea, mit der Möbelstücke in 2-D in der eigenen Wohnung platziert werden können.
Aryzon als Kickstarter
Die Studenten haben nun mit ihrem Start-up Aryzon eine Crowdfunding-Aktion auf der Plattform Kickstarter ins Leben gerufen. Bis zum 3. Juli soll ein Startkapital von mindestens 25.000 Euro zusammen kommen, um die Produktionskosten zu decken. “Auf Kickstarter stehen verschiedene Pakete zur Auswahl”, erläutert Schipper.
Unter anderem könnten Schnellentschlossene das ‘Early-Bird’-Paket auswählen. Damit bekommen sie die Aryzon-Brille bereits für 24 Euro. “Wir sorgen für eine Plattform mit Visualisierungen, die heruntergeladen und mit denen so viele Menschen und Märkte wie möglich angesprochen werden können.” Abhängig von den Einnahmen soll die Plattform weiter ausgebaut werden.
Die Technik hinter der AR-Brille
Bei der Entwicklung der Brille gab es viele Einflussfaktoren. Laut Schipper musste der Lichteinfall teilweise reduziert werden, um Projektionen zu ermöglichen. Dafür sind spezielle Kunststoffgläser erforderlich, die für eine entsprechende Reduktion sorgen, ohne die Sicht in der echten Umgebung zu behindern. »Wir nutzen Fresnel-Linsen, deren Qualität sehr wichtig ist«, erläutert Schipper. Außerdem berücksichtigen die Studenten das Erlebnis der Nutzer beim Entwurf von 3-D-Modellen. Die Modelle müssen zum Beispiel in realistischen Entfernungen ins Bild kommen, um sie als real wahrzunehmen. Gute Algorithmen sind dafür unverzichtbar. “Unsere Software erkennt auch die Interaktion zwischen den Fingern und dem Modell. So kann man sich beispielsweise weiter in das Modell einzoomen. Und wir nutzen hochwertigen Karton”, berichtet Schipper.














