Prozessindustrie
Achema 2009 zeigt sich krisenfest
Trotz drastisch veränderter Rahmenbedingungen erreicht die Prozesstechnik-Messe Achema in Punkto Ausstellerzahl und Standfläche fast die Werte der Veranstaltung von 2006.
Im Rahmen einer Pressekonferenz skizzierten Vertreter des Achema-Veranstalters Dechema (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie) sowie der Verbände ZVEI (Zentralverband Elektronik- und Elektrotechnikindustrie) und VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.v.) die aktuellen Entwicklungen und Marktzahlen.
Auch wenn der Buchungsstand sowohl nach Zahl der Aussteller als auch nach Fläche auf dem Niveau von 2006 liegt – zur Zeit sind rund 3700 Aussteller angemeldet - ist die Achema als weltweite Leitveranstaltung der Prozessindustrie nicht losgelöst von ihrem Umfeld. „Wir spüren natürlich auch die allgemeine Stimmung – vor allem die Ungewissheit, wann es wieder aufwärts gehen wird,“ so Dr. Alfred Oberholz Vorsitzender der Dechema, am Mittwoch auf der Pressekonferenz im Frankfurt/Main.
Der VCI (Verband der chemischen Industrie) berichtet beispielsweise, dass die Chemieproduktion im vierten Quartal um 11,4 % zurückgefahren wurde und die Kapazitäten nur noch zu 75 % ausgelastet sind. Das soll den Aufbau übergroßer Lagerbestände verhindern und die Produktion auf niedrigem Niveau stabilisieren, wenn die Lager der Abnehmer leer sind. Dennoch sind viele Aussteller und Besucher im Hinblick auf die Achema optimistisch, da die auf der Messe vorgestellten Innovationen die Grundlagen für eine leistungsfähige und überlebensfähige Industrie schaffen, zum Beispiel energieeffiziente Verfahren, Technologien zur Prozessintensivierung oder zu intelligenten Mess- und Regelungsmöglichkeiten.
Messtechnik und Prozessautomation: aktuell - 20 %
Die Markentwicklung und Trends in der Prozessautomation skizzierte Dipl.-Ing. Michael Ziesemer, Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation und Vorsitzender des Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung. Die weltweiten Auftragseingänge in der Prozessautomatisierung sind im 1. Quartal 2009 gegenüber dem Vorjahr um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen. „Damit ist der konjunkturelle Einbruch in der Prozessautomatisierung massiv, aber doch geringer als in vielen anderen Bereichen des Investitionsgütersektors", so Ziesemer.
Den Grund dafür sieht er in den teilweise langfristig angelegten Projekten in der Prozessautomation. Unklar ist laut Ziesemer ob diese Auftragsrückgänge schon die Talsohle darstellen. „Einige Unternehmen finden dafür schon Anhaltspunkte, andere berichten weiter von rückläufigen Geschäften“, skizziert Ziesemer die momentane Situation. Klar ist: Einen erneuten Aufschwung wird es nicht vor 2010 geben.
Für 2009 rechnet der ZVEI-Fachverband mit rückläufigen Auftragseingängen zwischen 8 % und 12 % Das Geschäft gestaltet sich dabei sehr unterschiedlich in den verschiedenen Abnehmerbranchen: Wachstum im Bereich Öl und Gas, in der Kraftwerks- und auch der Wassertechnik sowie in der pharmazeutischen Industrie. Stark rückläufig sind dagegen die Auftragseingänge in der Chemie, im Maschinenbau, in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, in der Papier-und Zellstoffindustrie, in der Stahlindustrie und Metallurgie und dem gesamten Rohstoffsektor.










