Baumaschinen

Davina Spohn,

Trüber Ausblick trotz Produktionsplus in 2012

Das Europäische Baumaschinen-Komitee CECE hat die Zahlen des ersten Halbjahres für die europäische Baumaschinen-Industrie veröffentlicht. Danach sollen die Absatzzahlen in diesem Jahr noch steigen. Eher pessimistisch blickt der Branchenverband jedoch auf das kommende Jahr. Insbesondere die Nachfrage aus China lässt nach.

Dunkle Wolken stehen laut dem CECE über der europäischen Baumaschinen-Industrie: Der Geschäftsbarometer-Index von CECE, der das Geschäftklima in der Branche spiegelt, nimmt seit vier Monaten Kurs nach unten.

© Liebherr

"Was uns Sorgen bereitet, ist die Kluft zwischen europäischen Ländern, die sich in diesem Jahr noch einmal vergrößert hat", erklärt Johann Sailer, Präsident des Committees for European Construction Equipment (CECE). Die Nachfrage südlicher Märkte, wie Spanien und Italien sind laut dem europäischen Baumaschinen-Verband in der ersten Jahreshälfte noch einmal eingebrochen. Die skandinavischen und baltischen Länder sowie die Türkei fragten dagegen mehr Baumaschinen nach als im Vorjahreszeitraum. "Erste Anzeichen für eine Eintrübung" macht das CECE dagegen in großen Volumenmärkten, wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien aus, so Sailer.

Bei der Einschätzung des Geschäftsklimas der europäischen Baumaschinenhersteller bezieht sich Sailer auf den CECE-Geschäftsbarometer-Index, der seit vier Monaten in Folge weiter gefallen sei. Die befragten Hersteller schätzen danach ihr laufendes Geschäft und die Zukunft der Branche negativ ein. Für weitere Verunsicherung sorge die Euro-Krise

Als Wermutstropfen wirken die sechs Prozent Produktionsplus, die der Baumaschinenverband der europäischen Baumaschinen-Industrie bis zum Jahresende im Vergleich zu 2011 bescheinigt. Der Ausblick des CECE auf das kommende Jahr ist pessimistisch: Insbesondere Märkte, die nach der Krise ein gutes Wachstumstempo vorgelegt haben, würden nicht im gleichen Maße weiter wachsen wie bisher, prognostiziert der Verband. Mit einem sehr bescheidenen Wachstum können Märkte rechnen, die heute noch 'am Boden liegen', so Sailer. Besorgniserregend sieht das CECE in diesem Zusammenhang den schwachen chinesischen Markt: Der Absatz von europäischen Baumaschinen sank dort in den ersten sechs Monaten diesen Jahres um 40 %. Bis zum Jahresende sagt der Verband ein Minus von rund 25 % voraus.

Nicht nur die Märkte entwickeln sich laut des CECE sehr unterschiedlich, auch die nachgefragten Produktbereiche weichen stark voneinander ab.

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Weniger nachgefragt: Erd- und Straßenbaumaschinen

Die europäischen Hersteller setzten im ersten Halbjahr mit rund 28.000 Erdbaumaschinen nahezu gleich viel ab, wie im Vorjahreszeitraum, so der Verband. Am besten liefen hierbei Mobilbagger. Der Absatz von Hydraulikbaggern und Radladern sank im einstelligen Bereich. Absatzrückgänge im zweistelligen Bereich mussten Kompaktlader, Baggerlader, Planierraupen, Muldenkipper und Motorgrader hinnehmen. Das leichte Nachfragewachstum bei Verdichtungsmaschinen sieht der Baumaschinenverband für dieses Jahr als ausgereizt an. Er geht davon aus, dass es bis zum Jahresende zum Stillstand kommt. Die Nachfrage an Straßenwalzen und Asphalt-Fertigern blieb bislang in etwa auf Vorjahresniveau. Insbesondere die europaweiten Sparprogramme würden die Investitionen im Straßenbau drosseln.

Wachsende Nachfrage: Hochbaumaschinen

Das CECE attestiert dem Hochbau in Europa das größte Kundensegment. In diesem Jahr wurden bis zum jetzigen Stand zwischen fünf und zehn Prozent mehr Turmdrehkrane verkauft als im Vorjahreszeitraum. Der Absatz von Fahrmischern und Betonmischanlagen wuchs in den ersten sechs Monaten diesen Jahres um jeweils 20 %. Hier hält der Verband eine weiterhin positive Entwicklung für möglich: Er geht davon aus, dass die Beschaffung über die reine Ersatzbeschaffung hinausgeht und bezieht sich dabei auf die derzeit steigenden Auftragseingänge in diesem Segment. Das CECE geht im Bereich Hochbaumaschinen für 2012 von Wachstumsraten von über zehn Prozent aus.

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