Elektromobilität
Siemens und Volvo starten Partnerschaft
Der Siemens-Sektor Industry und der schwedische Autobauer Volvo Car Corporation wollen die technische Entwicklung von Elektroautos künftig gemeinsam voranbringen. Die Unternehmen haben hierfür eine umfassende strategische Kooperation vereinbart.
Im Fokus der heute (31. August) bekannt gegebenen Kooperation stehen die gemeinsame Weiterentwicklung von elektrischer Antriebstechnik, Leistungselektronik und Ladetechnik sowie die Integration der Systeme in die Fahrzeuge vom Typ Volvo C30 Electric mit einer Reichweite von 150 km. Die ersten Fahrzeuge dieses Modells mit Siemens-Elektromotoren sollen bereits Ende 2011 Straßentests absolvieren. Ab Ende 2012 wird Volvo eine Testserie von bis zu 200 Fahrzeugen an Siemens liefern, die dann als Siemens-interne Testflotte unter realen Einsatzbedingungen geprüft und validiert werden.
Elektrische Antriebe, Batteriemanagement und Ladetechnik gelten als Schlüsseltechnologien bei der Entwicklung und Produktion von Elektroautos. „Die Kooperation mit Volvo ist ein wichtiger Meilenstein bei der Entwicklung hochwertiger Komponenten und Systeme für die spätere Serienproduktion von Elektroautos“, sagte Siegfried Russwurm, Siemens-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des Siemens-Sektors Industry. "Unser langfristiges Ziel ist es, Siemens mit Lösungen außerhalb und innerhalb der elektrischen Fahrzeuge als globalen Systemanbieter zu etablieren." Als weltweit tätiger Anbieter von Industriesoftware und Automatisierungstechnik will der Siemens-Sektor Industry auch zur Beschleunigung und Kostensenkung in der Fahrzeug- und Batterieproduktion beitragen.
Außerdem arbeitet Siemens im Rahmen ganzheitlicher Energiekonzepte für nachhaltige Elektromobilität weiter daran, die Wasserstoff-Produktion auf einen industriellen Maßstab zu bringen. Das Ziel dabei ist, die temporären Stromüberschüsse aus regenerativer Stromerzeugung in „grünen“ Wasserstoff umzuwandeln. Dieser lässt sich direkt in industriellen Anwendungen und Brennstoffzellenfahrzeugen sowie über Rückverstromung auch in batteriegespeisten Elektroautos nutzen.
"Es geht nicht nur um die Komponenten!"
Die Siemens-Elektromotoren für Volvo verfügen über eine kompakte, modulare Bauweise und haben eine Spitzenleistung von 108 Kilowatt bei einem maximalen Drehmoment von 220 Newtonmetern. Das Design der zugehörigen Stromumrichter soll von beiden Firmen gemeinsam optimiert werden, um alle Sicherheitsanforderungen im automobilen Einsatzbereich zu erfüllen. Zusätzlich wird Siemens hocheffiziente und schnelle Ladesysteme innerhalb und außerhalb der Fahrzeuge bereitstellen. Allerdings betont Russwurm in diesem Zusammenhang, dass es beim Thema E-Mobility nicht nur um Komponenten geht, sondern vor allem auch um das Thema Integration – insbesondere was die Motion Control Software betrifft.
Was Siemens in die Elektromobilität investiert, will Russwurm ungern quantifizieren. Nur soviel: „Wir lassen uns das Thema einiges kosten“, so der Siemens-Vorstand. Unter anderem wurde in diesem Jahr eine eigene Business-Unit „Inside E-Car“ gegründet, in der aktuell rund 100 Mitarbeiter an der Entwicklung von E-Antrieben arbeiten. Allerdings betont Russwurm, dass hinter dieser Mannschaft die komplette Division Drive Technologies mit ihrer ganzen Kompetenz auf dem Gebiet der industriellen Antriebstechnik steht. Was das Marktpotential insgesamt für reine E-Fahrzeuge betrifft, rechnet Siemens auf Basis von J.D. Power mit 1,2 Mio. Einheiten bis zum Jahr 2016.











