Kraftwerksparte Power & Gas

dpa, Davina Spohn | Davina Spohn,

Siemens erwägt Fabrikschließung in Görlitz

Im Görlitzer Siemens-Werk könnten hunderte Arbeitsplätze wegbrechen. Wie das ‘Manager Magazin’ unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, erwägt Siemens mit der Schließung, seine kriselnde Kraftwerksparte 'Power & Gas' auszudünnen.

© Siemens AG

In dem Werk in Görlitz arbeiten nach Angaben eines Sprechers von Siemens knapp 800 Menschen. Dem Bericht des ‘Manager Magazins’ zufolge steht zudem der Verkauf des Generatorenwerk in Erfurt mit mehr als 500 Angestellten im Raum. Damit wären die ostdeutschen Standorte von Power & Gas besonders hart von Einsparungen betroffen.

Der Siemens-Sprecher wollte den Bericht des ‘Manager Magazins’ am 19. Oktober 2017 nicht näher kommentieren. Er erklärte lediglich, das Unternehmen setze seine Strategie ‘Vision 2020’ konsequent und erfolgreich um. “Dazu gehört, dass wir uns kontinuierlich Gedanken über die strategisch richtige Aufstellung unserer Geschäfte machen.”

Die IG Metall kündigte Proteste an, sollte Siemens tatsächlich planen, das Görlitzer Werk ganz oder zum Teil zu schließen. Man werde “mit aller Härte dagegen vorgehen”, kündigte Jan Otto, Geschäftsführer der IG Metall Ostsachsen, an. “Es ist ein Skandal, dass die Arbeitnehmer wieder einmal so verunsichert werden.” Er erwarte, dass der Vorstand schnell für Klarheit sorge. Laufende Verträge ermöglichten eine Schließung der Fabrik in naher Zukunft aber nicht, betonte Otto.

Laut ‘Manager Magazin’ will Siemens in der Kraftwerkssparte bis zu elf der weltweit 23 Standorte schließen oder verkaufen, hieß es in dem Bericht. Auch nach dpa-Informationen könnten durch diese und weitere Einsparungen in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe, Tausende Jobs wegfallen. Dem Vernehmen nach sind aber noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen. Die Konzernleitung wolle das gesamte Vorhaben den Arbeitnehmern Anfang November im Wirtschaftsausschuss vorstellen.

Erst im Sommer 2017 hatte der Zugbauer Bombardier angekündigt, in Görlitz bis zu 800 Arbeitsplätze zu streichen. Die Arbeitslosenquote in der ostsächsischen Stadt liegt nach Angaben der Agentur für Arbeit bei 8,4 Prozent - 2,2 Prozentpunkte höher als im Landesdurchschnitt.

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