Elektromobilität
Schnell-Ladestationen für Elektroautos auf der A9
Seit Mitte Mai 2014 können Fahrer von Elektroautos erstmals auf der A9 zwischen München und Leipzig fahren, ohne sich über Nachlademöglichkeiten Sorgen zu machen. Auf der 430 Kilometer langen Strecke stehen ihnen nun acht Schnell-Ladesäulen zur Verfügung.
Siemens, E.on und BMW haben entlang der A9 von München über Nürnberg nach Leipzig die Gleichstrom-Schnell-Ladesäulen fertig gestellt und die dafür nötige Infrastruktur aufgebaut. Eine der meist befahrenen Verkehrsachsen Deutschlands sei damit für den reibungslosen elektrischen Verkehr gerüstet, so BMW. Die Ladesäulen stehen in Schweitenkirchen, Ingolstadt, Lauf, Himmelkron, Selbitz, Hermsdorf, Schkeuditz und Dessau an Rastplätzen oder bei Partnern direkt an der Autobahn. Das Projekt findet im Rahmen eines vom Bund geförderten Schaufenster-Programmes statt.
Lademanagement-Software von Siemens
Eine Lademanagement-Software-Lösung von Siemens überwacht und steuert die Ladeinfrastruktur an der A9. Bei einem Störfall soll sie dafür sorgen, dass der Fehler rasch behoben werden kann. "Die Akzeptanz der Elektromobilität hängt entscheidend von einer einfachen Bedienung des Gesamtsystems ab", verdeutlicht Roland Busch, CEO des Siemens-Sektors Infrastructure & Cities und Mitglied des Siemens-Vorstandes. Dazu sei die Ladeinfrastruktur zwischen München und Leipzig in die übergeordneten IT-Systeme der Energieversorger oder der Anbieter von Mobildienstleistungen eingebunden – "So lassen sich nicht nur umfassende Dienstleistungen für die Fahrer von Elektrofahrzeugen anbieten. Es wird auch sichergestellt, dass die Fahrer überall Zugriff auf die Ladesäulen haben", sagt Busch.
Bezahlung via SMS und Hubject
Den Fahrern der Elektrofahrzeuge werden verschiedene Möglichkeiten der Bezahlung angeboten: mit dem Handy per SMS und über die europäische Roaming-Bezahlplattform Hubject, die im Sommer zur Verfügung stehen wird. Über die Hubject-Plattform kann der Fahrer des Elektrofahrzeuges mit nur einem Vertrag und einer Karte überall in Europa an Ladesäulen verschiedener Anbieter Strom 'tanken'. Für die ersten vier Wochen des Betriebs ist das Laden an den acht Ladesäulen kostenfrei. Dazu werden an den Standorten während der Öffnungszeiten spezielle Ladekarten ausgegeben.
Durch das Roaming, das einen anbieterübergreifenden Zugang zu den Ladestationen ermöglicht, und durch das einheitliche Steckersystem 'Combined Charging System' (CCS) wollen die Projektpartner eine große Akzeptanzhürde der Elektromobilität beseitigen. Auf das kombinierte Steckersystem CCS hat sich der europäische Automobilherstellerverband ACEA mit allen Mitgliedern geeinigt – das schnelle Laden mit Gleichstrom soll damit in ganz Europa nach demselben Standard möglich sein.
Mit Inbetriebnahme der acht Ladesäulen haben die Projektpartner damit begonnen, das Bezahlverfahren anonymisiert auszuwerten. Zudem untersuchen sie die Nutzung der Ladesäulen nach standortrelevanten und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Getestet werden auch Betriebs- und Servicekonzepte. Das Forschungsprojekt endet im Oktober 2015 - alle gewonnenen Erfahrungen und Ergebnisse sollen dann publik gemacht werden, so BMW.
Forschungsprojekt Schaufenster Elektromobilität
Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als 'Schaufenster Elektromobilität' ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Millionen Euro bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt. Im Schaufenster Bayern-Sachsen werden unter dem Leitmotto "Elektromobilität verbindet" rund 40 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 130 Millionen Euro und über 100 Partnern realisiert.












