ABB

Meinrad Happacher,

Die Neuausrichtung

Mitte Dezember 2018 hat ABB fundamentale Maßnahmen zur Fokussierung des Geschäfts sowie zur Stärkung der Technologieführerschaft in digitalen Industrien angekündigt. Jetzt gab das Unternehmen ein Strategie-Update.

ABB strukturiert um mit dem Ziel der Technologieführerschaft in digitalen Industrien

© ABB

ABB will das Portfolio auf digitale Industrien fokussieren. Geschehen soll dies durch den Verkauf der Division Stromnetze, die Vereinfachung des Geschäftsmodells und der Unternehmensstruktur infolge der Auflösung der bisherigen Matrixstruktur sowie die Schaffung von vier Geschäftsbereichen.

Die vier neuen Geschäftsbereiche sind Elektrifizierung, Industrieautomation, Antriebstechnik und Robotik & Fertigungsautomation. Die Berichterstattung von ABB erfolgt ab dem 1. April 2019 entsprechend der neuen Unternehmensstruktur. Die neue ABB wird einen Jahresumsatz von insgesamt 29 Mrd. US-Dollar haben und rund 110.000 Mitarbeitende beschäftigen.

Anzeige

Die Elektrifizierung

Der Geschäftsbereich Elektrifizierung ist laut ABB derzeit die Nummer zwei am Weltmarkt und bietet ein Portfolio mit einem Komplettangebot von der Quelle bis zur Steckdose. Der Geschäftsbereich hat 55.000 Mitarbeiter und wird von Tarak Mehta geleitet. Der Geschäftsbereich rechnet aufgrund der kombinierten Wirkung mehrerer Faktoren mit einem über dem Marktdurchschnitt liegenden Wachstum. Zu diesen Faktoren gehört das geografische Wachstum in den USA und China, die Fokussierung auf wachstumsstärkere Segmente, beispielsweise Datenzentren, Smart Buildings, und den Dienstleistungen für Elektromobilität sowie Portfoliovorteile durch modulare, skalierbare und vorkonfigurierte Lösungen.  Mit der Elektrifizierung erzielte ABB im Geschäftsjahr 2018  einen  Umsatz von rund 13 Mrd. US-Dollar und eine operative EBITA-Marge von rund 13 %. Der mittelfristige Zielkorridor für die operative EBITA-Marge liegt bei 15 bis 19 %.

Die Industrieautomation

Der neu geformte Geschäftsbereich Industrieautomation (ohne B&R) ist laut ABB die Nummer zwei im globalen Markt. Sein Fokus liegt auf der Gestaltung der Zukunft sicherer und smarter Produktion. Der Geschäftsbereich Industrieautomation soll die Kundenbedürfnisse mit einem einzigartigen Portfolio an integrierten Lösungen bedienen, einschließlich DCS (Distributed Control Systems – Prozessleitsysteme).

Der Schwerpunkt des Angebotes liegt auf integrierten Automationslösungen in den Bereichen Prozess-, Elektro- und Antriebstechnik, Messung & Analyse sowie Marine- und Schnellade-Lösungen für Kunden aus den Industrien Öl und Gas, Chemie, Papier und Zellstoff, Marine und Häfen. Der Geschäftsbereich hat 21.000 Mitarbeiter und wird von Peter Terwiesch geleitet. Es wird erwartet, dass der Geschäftsbereich überdurchschnittliche Wachstumszahlen erreicht durch industriespezifische, differenzierte Automationslösungen in den Bereichen Prozess-, Elektro- und Antriebstechnik, die auf dem führenden Angebot von Prozessleitsystemen (DCS) und dem umfassenden Angebot von ABB sowie auf maßgeschneiderten Wachstumsinitiativen für wichtige Industrien aufbauen.

Die Industrieautomation erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von rund 6,5 Mrd. US-Dollar und eine operative EBITA-Marge von rund 14 %. Der mittelfristige Zielkorridor für die operative EBITA-Marge liegt bei 12 bis 16 %.

Die Antriebstechnik

Der neu geschaffene Geschäftsbereich Antriebstechnik ist laut ABB weltweit die Nummer eins in der Antriebstechnik und setzt auf Elektromobilität und die mit ihr verbundenen Vorteile. ABB geht davon aus, dass sich die Gesamtzahl der Elektromotoren bis 2040 verdoppelt. Das entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von ganz China. Der Geschäftsbereich Antriebstechnik bietet ein umfassendes Spektrum an Elektromotoren, Antrieben und Dienstleistungen. Der Geschäftsbereich hat rund 20.000 Mitarbeiter und wird von Morten Wierod geleitet, der zum 1. April 2019 in die Konzernleitung berufen wird. Das Wachstum soll durch gezielte geografische Initiativen, ein segmentspezifisches Portfolio und die Nutzung der Dienstleistungen von ABB Ability erreicht werden, um die Zukunft smarter Antriebe zu sichern. Mit der Antriebstechnik erwirtschaftete ABB im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von rund 6,5 Mrd. US-Dollar und eine operative EBITA-Marge von rund 16 %. Der  mittelfristige Zielkorridor für die operative EBITA-Marge liegt bei 14 bis 18 %.

Die Robotik & Fertigungsautomation

Der Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation wird das Maschinen- und Fabrikautomationsgeschäft von ABB (hauptsächlich B&R) mit der Robotikplattform des Konzerns zusammenführen. Er soll die Möglichkeiten der „Fabrik der Zukunft“ nutzen und die Zukunft flexibler Fertigung und intelligenter Maschinen gestalten. Der Geschäftsbereich kombiniert das Angebot für eine flexible Automation, die Steuerung, Bewegung, Robotik, Software und Dienstleistungen, und bietet integrierte Lösungen von der Maschine bis zur Fabrik. Der Geschäftsbereich ist laut ABB weltweit die Nummer zwei in Bezug auf Größe und die Nummer eins in Bezug auf Wachstum. Der Geschäftsbereich hat 11.000 Mitarbeiter und wird von Sami Atiya geleitet. Insbesondere „durch die Zusammenführung des Maschinen- und Fabrikautomationsgeschäfts von B&R mit unseren Robotiklösungen geben wir starke Impulse für ein einzigartiges und umfassendes Angebot, das unseren Kunden dabei hilft, die flexible Fabrik der Zukunft zu gestalten“, sagt Sami Atiya, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation.

Mit der Robotik und Fertigungsautomation erzielte ABB im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von rund 3,6 Mrd. US-Dollar und eine operative EBITA-Marge von rund 15 %. Der mittelfristige Zielkorridor für die operative EBITA-Marge liegt bei 13 bis 17 %.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

ABB-Konzern

CEO Ulrich Spiesshofer tritt zurück

ABB hat heute bekannt gegeben, dass CEO Ulrich Spiesshofer (55) von seiner Funktion zurücktritt, die er seit 2013 inne hatte. Der Präsident des Verwaltungsrates, Peter Voser (61), wird mit sofortiger Wirkung zusätzlich die Position des Interims-CEO...

mehr...

Bonfiglioli

3. Rekordjahr in Folge

Mit einem Umsatz von 913 Mio. Euro beziehungsweise einem Wachstum von rund 13 % verzeichnete der italienische Antriebsspezialist Bonfiglioli 2018 zum dritten Mal in Folge ein Rekordjahr. Nach Regionen hat sich das Gewicht weiter Richtung China,...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren