ABB
Im anhaltenden Transformations-Modus
ABB hat kein leichtes Jahr hinter sich: Der interne Umbau und ein schwieriges Marktumfeld ließen den Gewinn des Konzerns um über 30 Prozent absacken. Die Jahresendbilanz für 2019.
Verhalten optimistisch: Für 2020 erwartet ABB stabile oder leicht steigende Umsätze.
© ABB„Wir haben in einem schwierigen Marktumfeld einen soliden Leistungsausweis erzielt und unsere tiefgreifende Transformation weiter umgesetzt“, sagt Peter Voser, Verwaltungsratspräsident und CEO von ABB, bei der Vorstellung der Geschäftszahlen des Jahres 2019. Und das Geschäft wird nicht einfacher: Die makroökonomischen Indikatoren deuten laut Voser für 2020 auf ein schwächeres Wachstum in Europa und den USA hin, während in China die Stabilisierungstendenzen durch den Ausbruch des Coronavirus beeinträchtigt werden könnten. Die globale Wirtschaft wird seiner Meinung nach weiter durch geopolitische Unsicherheiten beeinflusst und voraussichtlich auf ähnlichem Niveau wachsen wie 2019.
Und dennoch: Die Absatzmärkte von ABB zeigen sich insgesamt robust, wobei der Konzern in einigen Märkten mit Gegenwind konfrontiert ist. Dies gilt insbesondere für die Automobilindustrie, den Maschinenbau und die konventionelle Stromerzeugung. So stieg der Auftragseingang in 2019 um 1 Prozent (stabil in US-Dollar) auf 28,6 Mrd. US-Dollar. Während die Geschäftsbereiche Antriebstechnik und Elektrifizierung ein Plus von 4 Prozent erzielten und die Aufträge im Geschäftsbereich Industrieautomation stabil blieben, gingen sie im Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation um 11 Prozent zurück. Die Auftragsentwicklung spiegelt laut Voser das nachlassende weltweite Wirtschaftswachstum und den kräftigen Gegenwind in der Fertigungsindustrie wider, insbesondere im Automobil- und Maschinenbau.
Der Umsatz verbesserte sich um 1 Prozent auf 27, 9 Mrd. US-Dollar, gestützt auf die Abwicklung des Auftragsbestands. In den Geschäftsbereichen Antriebstechnik und Elektrifizierung wuchs der Umsatz um 4 bzw. 2 Prozent; im Geschäftsbereich Industrieautomation blieb die Entwicklung stabil. Der Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation verzeichnete dagegen ein Umsatzminus von 4 Prozent.
Der auf ABB entfallende Konzerngewinn ging gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent auf 1,44 Mrd. US-Dollar zurück.
Fortschritte bei der Transformation
Bei der Umsetzung ihrer Transformation hat ABB im Jahr 2019 laut Voser bedeutende Fortschritte gemacht. Sie betreffen die Einführung einer neuen Organisationsstruktur mit vier Geschäftsbereichen, die Ausgliederung des Stromnetzgeschäfts und die Umsetzung des neuen Betriebsmodells ABB-OS.
Das neue Betriebsmodell wurde bis zum Jahresende implementiert. Dabei wurden die Regionalstrukturen aufgelöst und die Länderstrukturen sowie ein Großteil der zentral verwalteten Funktionstätigkeiten auf die vier Geschäftsbereiche übertragen. Auf diese Weise sollen die Geschäftsbereiche nun kundenorientierter agieren. Gleichzeitig wurden sie mit umfassenden Befugnissen ausgestattet und die Corporate-Organisation wurde erheblich verschlankt.
Die schon im Dezember 2018 bekanntgegebene Veräußerung des Stromnetzgeschäftes soll Ende des zweiten Quartals 2020 ihren Abschluß finden.
ABB hat ihr digitales Ökosystem in 2019 ausgebaut und im Jahresverlauf mehrere Partnerschaften angekündigt, zuletzt die Kooperation mit Ericsson zur gemeinsamen Entwicklung von Softwarelösungen für Roboter und smarte Fabriken auf Basis der 5G-Technologie.














