zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Schildknecht

Günter Herkommer,

OpenSafety über Bluetooth

Schildknecht hat eine Partnerschaft mit der EPSG bekannt gegeben. Das Ziel: die sichere und stabile Übertragung des openSafety-Protokolls über Bluetooth-Datenfunk.

Thomas Schildknecht: „Mit unserer Kooperation mit der EPSG wollen wir das Thema Wireless in Automation weiter vorantreiben.“

© Schildknecht

Seit Ende 2017 verfügt das IoT Edge-Gateway ‚Dataeagle 7050‘ von Schildknecht bereits über eine Schnittstelle zu Powerlink, dem ursprünglich von B&R entwickelten Industrial-Ethernet-Protokoll. Außerdem können über die im vergangenen Jahr neu eingeführte Produktserie ‚Dataeagle 2730‘ kabellose Sensoren über Bluetooth Low Energy sowie Kabelsensoren über eine M12-IO-Funkverteilerbox angeschlossen werden. Die Daten werden dabei über ein zentrales Gateway eingesammelt und dort zentral zum Beispiel über Powerlink an die Steuerung übergeben.

Nachdem das Unternehmen ebenfalls im vergangenen Jahr auch der Ethernet Powerlink Standardization Group – kurz EPSG – beigetreten ist, hat sich der Datenfunkspezialist aus Murr nun für ein weiteres Projekt mit der EPSG zusammengetan: Gegenstand der in Nürnberg verkündeten Entwicklungspartnerschaft ist das Funksystem ‚Dataeagle 4000‘, mit dessen Hilfe künftig eine kabelgebundene Feldbus-Kommunikation über eine Distanz von bis zu 300 Metern kabellos weitergeführt werden kann. Im ersten Schritt steht die Übertragung von openSafety – dem Protokoll zur Übertragung sicherheitsrelevanter Daten innerhalb einer Powerlink-Umgebung – über UDP im Fokus. Anwenden lässt es sich laut Geschäftsführer Thomas Schildknecht in Zukunft auf alle am Markt verfügbaren Powerlink-Systeme, wie etwa das Steuerungssystem von B&R, oder auch die HMI-PLC-Lösung von Exor. Vergleichbare Lösungen seien bereits seit langem für Profibus und Profinet bei vielen Applikationen mit bewegten Komponenten erfolgreich im Einsatz – etwa als Ersatz für Schleifkontakte.

Eine zuverlässige Datenverbindung über Funk ist Schildknecht zufolge erst durch die von ihm patentierte Datenvorverarbeitung zur Überbrückung kurzfristiger Datenfluss-Unterbrechungen möglich: „Im Gegensatz zu anderen Wireless-Lösungen handelt es sich nicht um eine transparente Funkstrecke. Die Datenkommunikation zwischen Steuerung und Übertragung per Funk ist entkoppelt, da Funk ein langsameres Medium ist und eine höhere Latenz als ein Kabel hat. Verschiedene Algorithmen zerlegen die Datenpakete, filtern und können im Falle einer Interferenz ein verlorenes Datenpaket ersetzen beziehungsweise für eine einstellbare Zeit eine Fehlermeldung in der Steuerung verhindern.“ Dieses Verfahren werde nun zunächst für UDP und später auch in der Powerlink-Version implementiert sein. Verfügbar soll der ‚Dataeagle‘ ab 2019 sein.

Anzeige

Industrietauglicher Bluetooth-Beacon

Eine weitere Neuheit, die Schildknecht im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Messe vorstellte, ist ein industrietauglicher Bluetooth-Beacon. Thomas Schildknecht hierzu: „Bislang waren ‚Beacons‘ nur als ortsfest installierte ‚Funk-Wegweiser‘ in Museen oder großen Warengeschäften bekannt. Sie übermitteln dort den Besuchern hilfreiche Informationen auf ihre Mobilgeräte. Diese Consumer-Technologie haben wir jetzt  industriefähig gemacht. Das bedeutet: Der Beacon lässt sich zum Beispiel als Ersatz für RFID verwenden, ist dabei aber flexibler einsetzbar, weil er aktiv über eine größere Distanz eine Präsenzmeldung senden kann. Auf diese Weise sind  innerhalb des Prozesses etwa Werkzeuge lokalisierbar. Außerdem kann man den Bacon wie einen ‚digitalen Laufzettel‘ benutzen.“

Das Bluetooth-LE-Gerät in Größe einer Streichholzschachtel sendet hierzu mit einer Reichweite von bis zu 30 m kurze Datenpakete an Geräte aller Art mit Bluetooth-Schnittstelle. Die Industrietauglichkeit des Gerätes sei durch Details wie Energieversorgung mittels 24 V oder Batterie, Schutzart IP65 sowie optionalem Sensoranschluss über M8 gegeben. Potenzielle Anwendungen sind zum Beispiel die Lokalisierung und Bereitstellung von Werkzeugen an Maschinen, Präsenzmeldungen verschiedener Art oder die Abspeicherung besonderer Informationen zur Effizienzsteigerung von Prozessabläufen.

Eine bereits umgesetzte Anwendung dieses ‚Industrie- Beacons‘ aus der Dataeagle-Familie ist Schildknecht zufolge die kontinuierliche, kabellose Zustandsüberwachung installierter Motoren mit direkter Weiterleitung der Informationen zur Analyse an ein App-basiertes Diagnose-Tool der Firma Kriwan. Eine weitere Möglichkeit ist die Übertragung der Daten mittels eines Gateways an eine Steuerung beziehungsweise in die Device Cloud von Schildknecht. Von dort können Sie über die Restful-API in jedes andere System – zum Beispiel SAP oder die Azure Cloud – übertragen werden.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

SPS IPC Drives 2018

Safety in der Sensorik

Was bieten Sensor-Hersteller aktuell in Sachen Safety an? Auf der SPS IPC Drives gab es hierzu einiges an cleveren Konzepten zu sehen - unter anderem bei Sick, Pepperl+Fuchs und Leuze electronic.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Start-ups

Der 'Automation Hackathon'

Beim 'Automation Hackathon' der SPS IPC Drives 2018 hatten sieben Start-ups die Chance, in 48 Stunden neue Geschäftsmodelle für ausgewählte Unternehmen der Automatisierungsbranche zu entwickeln. Gewinner: das Start-up Othermo in Zusammenarbeit mit...

mehr...

Pilz

One cable, many safety doors

At Pilz, users were able to create individual safety-door solutions from various components using the modular principle. The decisive factor here is a diagnostic tool that allows individual safety safety-doors to be controlled with single-cable...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren