25 Jahre Profibus Nutzerorganisation

Meinrad Happacher,

Jubiläum im Zeichen der Technik von morgen

Die diesjährige Konferenz Profibus International stand im Zeichen des 25. Jubiläums der Profibus Nutzerorganisation. Und dennoch diskutierten die rund 270 Experten aus der Prozess- und der Fabrikautomation vor allem über die Themen von morgen: Die Rolle von Feldbussen und des Industrial Ethernet in neuen industriellen Strukturen wie Industrie 4.0 oder des Industrial Internet of Things (IIoT).

Michael Ziesemer, Präsident des ZVEI: "Jetzt geht es nicht mehr nur um die Vernetzung von Fabriken und Anlagen, sondern um die Ver­netzung über Firmengrenzen hinweg."

© PI

"Auch im Jubiläumsjahr muss der Blick in die Zukunft gerichtet sein", betont Michael Ziesemer, Präsident des ZVEI, in seiner Eröffnungs­rede der PI-Konferenz. Gerade die weiter zunehmende Digitalisierung biete Chancen und Gefahren: Chancen für alle, die sich frühzeitig auf diese neue Entwicklung einstellen und sie mitgestalten, und Gefahr für diejenigen, die die Entwicklung nicht wahrhaben wollen oder zu spät agieren. "Was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert", so Ziesemer. Jetzt gehe es nicht mehr nur um die Ver­netzung von Fabriken und Anlagen, sondern um die übergreifende Ver­netzung über Firmengrenzen hinweg: Wertschöpfungsstrukturen verändern sich, alte Geschäftsmodelle verschwinden und neue entstehen. Viele dieser neuen Geschäftsmodelle nutzen, so Ziesemer, große Mengen von Daten, kombinieren und analysieren Daten und leiten daraus Nutzen für den ­Anwender ab.

Dieses neue Automatisierungs-Szenario spiegelte sich zum Teil auch schon in den Vorträgen und Fach­diskussionen der Konferenz in Speyer wider. So berichtete Audi etwa über Effizienzsteigerungen im Serienbetrieb durch neue Steuerungsme­thoden mithilfe von PROFIenergy. Ein Trio aus Anwender (Clariant), ­Gerätehersteller (Pepperl+Fuchs) und Wissenschaft (TH Ingolstadt) präsentierte Konzepte zur vorausschauenden Instandhaltung durch eine standortübergreifende Analyse von Feldgerätedaten auf Basis von NE 107, eClass und FDI. Und die Vorstände der PNO – Karsten Schneider und Frithjof ­Klasen – skizzierten die Anforderungen an ein Profinet der Zukunft; quasi ein Profinet of Things, das sowohl Echtzeit- als auch Internet-Kommunikation vereinen müsse.

Karsten Schneider präsentierte weiter die aktuellen Knotenzahlen zu ­Profibus und Profinet. Insgesamt 9,8 Mio. Profinet- und 50,9 Mio. Profibus-Knoten waren bis Ende 2014 ­weltweit in Industrieanlagen installiert. Was die Zahl der Neuinstallationen betrifft, so ist diese beim Feldbus Profibus immer noch höher als beim Industrial-Ethernet-System Profinet. So wurden 2014 insgesamt 3,5 Mio. Profibus- und  2,2 Mio. Profinet-Knoten neu installiert. Ein hohes Wachstum verzeichnet auch der sichere Busstandard Profisafe: Im vergangenen Jahr kamen mehr als eine ­Million neue Knoten hinzu; die Gesamtzahl der installierten Knoten ­überschritt vor Kurzem die Vier-Millionen-Grenze. "Die Kombination aus Profisafe und Profinet ist besonders für die Automobilindustrie ein wesentliches Entscheidungskriterium", erläutert Schneider. "Dies schlägt sich auch in den installierten Knotenzahlen von Profisafe nieder."

In der Prozessautomatisierung erzielt Profibus PA ebenfalls hohe ­Steigerungsraten: Rund neun Millionen PA-Geräte sind dort mittlerweile installiert, rund 800.000 mehr als noch  im Jahr 2013. "Die Prozessautomatisierung rückt im Achema-Jahr bei PI besonders in den Fokus", führt Schneider aus. "So führt PI derzeit Profinet in enger ­Abstimmung mit den Anwendern an die Erfordernisse der Prozessautomatisierung heran."

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