Indu-Sol
In die Diagnose investiert
Die Firma Indu-Sol hat die Produktrechte für das Mess- und Diagnosetool 'AS-i Expert' von ICS übernommen. Welche Strategie dahinter steht, erläutert Karl-Heinz Richter, Geschäftsführer für Marketing & Vertrieb bei Indu-Sol.
Das Thema AS-Interface ist für Indu-Sol nicht gänzlich neu: Bereits seit rund zehn Jahren vertreibt der Netzwerk-Spezialist aus Schmölln den ASi-Expert von Industrial Communication Solutions (ICS). Nachdem allerdings der bisherige Eigentümer von ICS aus Altersgründen unlängst die Einstellung seiner Marktaktivitäten angekündigt hatte, bot sich den Thüringern die Gelegenheit, sowohl die Vertriebs- als auch die Entwicklungsrechte an AS-i Expert zu erwerben.
Mit dem Zukauf, der übrigens ein absolutes Novum in der Firmenhistorie von Indu-Sol darstellt, soll das Thema AS-Interface laut Karl-Heinz Richter in Zukunft ein weitaus stärkeres Gewicht bekommen als in der Vergangenheit - neben dem bisherigen Hauptgeschäft rund um die Profibus- beziehungsweise Profinet-Diagnose. Das mobile Gerät von ICS, welches von Indu-Sol unter dem Namen ‚ASi View‘ angeboten wird, eigne sich ideal für die Diagnose in der gegenwärtig eingesetzten ASi3-Technologie. Es kann unter laufenden Produktionsbedingungen auf die ASi-Leitung ‚aufgeknipst‘ werden und liefert dem Anlagenbetreiber mit nur einem Klick den aktuellen Buszustand – egal ob präventiv oder im Zuge der Fehlersuche. In die Bewertung fließen dabei physikalische Parameter und der logische Telegrammverkehr ein. Alle ermittelten Werte werden als Balkendiagramm teilnehmerbezogen dargestellt. Über eine farbliche Kennzeichnung, ähnlich einer Ampelfunktion, sind die Analyse-Ergebnisse auf einen Blick auswertbar. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Tiefenanalyse mit Oszilloskop-Funktion.
Auf die Frage, warum AS-Interface für Indu-Sol gerade jetzt an Bedeutung gewinnt, entgegnet Karl-Heinz Richter: „ASi ist an sich ein robustes und ‚schlichtes‘ System in dem nicht viel passiert – zumindest galt dies in der Vergangenheit. Mittlerweile sind allerdings viele ASi-3-Installationen in die Jahre gekommen. Hinzu kommt, dass mit dem anstehenden Generationswechsel auf ASi-5 die Übertragungsraten beziehungsweise der Datenverkehr enorm steigen und damit Prozesse auf dem Bus ablaufen, die kommunikationstechnisch weitaus komplexer werden. Kurzum: Wir gehen davon aus, dass der Diagnosebedarf bei AS-Interface in Zukunft deutlich zunehmen wird.“
Den damit einher gehenden Anforderungen werde man allerdings mit dem bisherigen ‚ASi View‘ nicht mehr Rechnung tragen können. Dementsprechend planen die Thüringer bereits, für ASi-5 ein komplett neues Diagnosegerät zu entwickeln. Dieses soll spätestens Ende 2019 – sprich wenn voraussichtlich die ersten ASi-5-Installationen in Betrieb gehen – auf den Markt kommen.
Bei den anstehenden Arbeiten in puncto ASi-5 gehe es Indu-Sol nicht nur darum, ein Tool zu entwickeln, um damit Fehler in der laufenden Anlage zu diagnostizieren. Vielmehr müsse man sich in Zukunft verstärkt bereits während der Installation des Netzes die Frage stellen, ob alles richtig gemacht wurde. Mit anderen Worten: Das Diagnose-Tool dient letztlich auch zur Kontrolle beziehungsweise Bestätigung der eigenen (Installations-)Arbeit. Ein letzter Punkt, der Richter in diesem Kontext zu betonen wichtig ist: „Die äußerlich sichtbare Funktion sagt nichts darüber aus, in welchem Zustand sich die Anlagenkommunikation befindet - das gilt übrigens für alle Bussysteme!“










