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Artikel und Hintergründe zum Thema

U.I. Lapp

Günter Herkommer,

Einstieg in das Switch-Geschäft

Die Stuttgarter Lapp-Gruppe – bis dato bekannt für Kabel, Leitungen und Stecker – baut ihr Portfolio der Verbindungstechnik in Richtung Switch-Technologie aus. Jürgen Greger, Produktmanager Automation & Network, erläutert die Strategie dahinter.

© Computer&AUTOMATION

Jürgen Greger, Lapp: „Die Anwender wollen mehr und mehr die komplette Kommunikations-Infrastruktur aus einer Hand – und dazu gehören auch die Switches.“

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„Ein Switch ist so etwas wie die Mehrfachsteckdose für Ethernet-basierte Netzwerke. Aus diesem Grund haben wir diese aktive Komponente nun mit in unser Sortiment aufgenommen.“ Mit dieser Botschaft richtet sich Lapp an die Messebesucher der  SPS IPC Drives 2017. Hintergrund ist laut Jürgen Greger, dass die Anwender mehr und mehr komplette industrielle Kommunikations-Infrastruktur-Lösungen aus einer Hand beziehen möchten statt sich einzelne Komponenten von verschiedenen Lieferanten zusammenkaufen zu müssen: „Sie wollen sicher sein, dass alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind. Das garantieren wir – bei einer weltweiten Verfügbarkeit unserer Lösungen.“

Bei dem für Lapp neuen Thema Switches sind die Stuttgarter eine Partnerschaft mit Moxa eingegangen, einem ebenfalls weltweit agierenden Anbieter aktiver industrieller Netzwerk-Lösungen, der über langjährige Kompetenz in der Herstellung von robusten Industrie-Switches verfüge, während Lapp seine Anwendungskompetenz aus dem Maschinen- und Anlagenbau in die Partnerschaft einbringt. Die zur Messe erstmals gezeigten Switches mit der Bezeichnung ‚Etherline Access‘ gibt es zunächst in vier Varianten: Zwei ‚Managed‘-Versionen, also mit Konfigurationsmöglichkeit beziehungsweise mit fünf oder acht RJ45-Ports (M05T/M08T), sowie zwei entsprechende ‚Unmanaged’-Versionen (U05T/U08T). Sämtliche Geräte arbeiten lüfterlos und besitzen zwei redundante Anschlüsse zur ausfallsicheren Energie-Versorgung. Die Gehäuse bestehen komplett aus Metall (inklusive der Befestigung für die Hutschiene) und verfügen über die Schutzart IP30.

Ein besonderes Feature der Managed Switches ist laut Greger deren integrierte Ringredundanz, die eine Rekonfigurationszeit von unter 20 ms bei mindestens 250 Geräten in einem Netzwerk ermöglicht. „Die Zykluszeiten zum Beispiel einer SPS an der Maschine sind üblicherweise länger – das heißt, die Steuerung bekommt bei einer etwaigen Unterbrechung der Kommunikation im Infrastruktur-Netzwerk – abgesehen von der entsprechende Fehlermeldung – nichts mit. Mit anderen Worten: Die Produktion läuft ohne Unterbrechung weiter!“, erläutert Greger den sich daraus ergebenden Nutzen. Ein weiterer Vorteil: Der redundante Ring lässt sich ohne Programmierungsaufwand rein über DIP-Schalter auf dem Switch konfigurieren.

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So geht es bei den aktiven Komponenten weiter

Die vier kupferbasierten Versionen, mit denen Lapp zunächst an den Start geht, sollen erst der Anfang einer langfristig angelegten Partnerschaft mit dem taiwanesischen Anbieter sein: „Unsere Roadmap sieht vor, dass wir im nächsten Step auch Geräte mit LWL- und PoE-Ports oder auch mit M12-Steckern in unser Portfolio übernehmen. Auch kommende Standards wie Ethernet-TSN-Technologie werden wir unterstützen. Dies gilt gleichermaßen für die gängigen Protokoll-Standards wie zum Beispiel Profinet, Ethernet/IP oder CC Link IE.“

Damit aber nicht genug: Langfristig sei vorgesehen, zusammen mit Moxa ebenso exklusive Lösungen und speziell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Produkte zu entwickeln. „Alles, was die Ausfallsicherheit des Datennetzwerks und damit die Produktivität unserer Kunden erhöht, beschäftigt uns – Predicitive Maintenance ist eines der Modeworte in diesem Kontext“, blickt Greger in die Zukunft, hält sich allerdings bezüglich der Details noch bedeckt.

Auch auf die Frage, ob sich das Engagement von Lapp in puncto aktiver Komponenten auf das Thema Switches beschränken wird, will sich Greger derzeit noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen: „Wir konzentrieren uns zunächst auf die Switches, hören unseren Kunden aber gut zu und entwickeln das Portfolio nach ihren Anforderungen weiter. Themen wie Router, Firewalls oder WLAN-Access-Points wären natürlich logische Ergänzungen.“

Und was tut sich bei Lapp auf der ‚passiven‘ Seite? Eine der Messe-Neuheiten diesbezüglich  sind die neuen Leitungen ‚Etherline PN Cat.7‘. Der Zusatz ‚PN‘ steht dabei für die Konformität zum Profinet-Standard; zudem sind diese für den nordamerikanischen Markt zertifiziert. Allen neuen Profinet-Leitungen gemeinsam ist die hohe Datenrate von 10 Gigabit/s dank Cat.7-Standard. Vergleichbare Geschwindigkeiten erreichen Greger zufolge zwar auch Leitungen mit Cat.6A, doch arbeiten Cat.7-Leitungen bei einer deutlich höheren Übertragungsfrequenz von 600 MHz; das sichere aufgrund höherer Reserven die Leistungsfähigkeit und Übertragungssicherheit, auch wenn Leitungen im langjährigen Verlauf ihres Einsatzes altern oder beschädigt werden.

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