VDE-Trendreport
Deutschlands Rolle bei IoT und Industrie 4.0
Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich in Sachen Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0? Welche Prognosen ergeben sich daraus? Der VDE hat dazu seine 1.300 Mitgliedsunternehmen und Hochschulen der Elektro- und Informationstechnik befragt.
„Wo Schatten ist, ist aber auch Licht. Die Automation ist laut Umfrage für unsere Unternehmen Spitzentechnik Nummer 1 in Deutschland“, so der VDE auf der Hannover Messe 2016. Der Verband sieht keineswegs schwarz. Deutschland mit seinen vielen „Hidden Champions“ hätte das Potenzial, die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft entscheidend mitzugestalten. Insbesondere im Mittelstand werde das Internet der Dinge die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken. Nach Einschätzung des VDE spiele das ‚5G Lab Germany‘ der TU Dresden ganz vorne in der Liga mit.
Einschätzung des Standortes Deutschland
Angesichts der US-Dominanz zeigen sich acht von zehn der Befragten besorgt, dass Deutschland im Innovationswettlauf zurückfällt – insbesondere bei technischer Software und Internet-Plattformen. Nur eines von zehn VDE-Mitgliedern glaubt, dass die deutschen Hochschulen auf das Thema IoT gut vorbereitet sind. Die Hälfte der Befragten sieht die Gefahr, dass die deutsche Industrie zu lange an klassischen Technologien, Methoden, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodellen festhält. Die Frage, ob sich ihr Unternehmen bereits mit IoT befasst, bejahen nur drei von zehn Unternehmen. Entsprechend zurückhaltend schätzen die Unternehmen die aktuelle Position Deutschlands im internationalen Innovationswettlauf ein.Fehlende IT-Sicherheit als Haupthindernis
Die IT-Sicherheit ist der größte Hemmschuh für das IoT und andere digitale Anwendungen der Zukunft.
© VDEWoran hakt es also in Deutschland, dem Land der Ingenieure? Als die mit Abstand größte Barriere für die Ausbreitung des Internets der Dinge sehen die Unternehmen das Thema IT-Sicherheit an: Neun von zehn Unternehmen erachten IT-Sicherheit als erfolgskritisch für IoT und andere digitale Anwendungen wie etwa Industrie 4.0. Fehlende Normen und Standards sowie eine unzureichende IKT-Infrastruktur bemängeln jeweils 50 %. Drei von zehn Unternehmen sehen in der Komplexität und im mangelnden Reifegrad bzw. in den technischen Hürden Hindernisse. Wie Deutschland im Innovationswettlauf mit Amerika und Asien aufholen kann, ist für die Mehrheit der Befragten klar: Der flächendeckende Ausbau der Breitband-Infrastruktur muss vorangetrieben werden. Weitere Themen sind die schnelle Entwicklung und Nutzung des Kommunikationsstandards 5G sowie die Stärkung des Mikroelektronik-Standortes Deutschland / Europa.
Branchen, die vom Internet der Dinge profitieren
Den Maschinen- und Anlagenbau sowie die Dienstleistungssektoren sehen die VDE-Mitglieder als größte Gewinner beim IoT an.
© VDEÜber die Hälfte der Unternehmen und Hochschulen sind davon überzeugt, dass IoT die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes stärkt. Von den verknüpften Strukturen des Internets der Dinge profitieren laut der Befragten vor allem die Dienstleistungssektoren, der Maschinen- und Anlagenbau sowie der Automobilbau. Etwa jeder Dritte prognostiziert einen deutlichen Mehrwert für die Medizintechnik, Elektroindustrie, IKT-Branche und Energiebranche.
Nur ein Drittel der vom VDE Befragten gehen davon aus, dass das IoT bzw. die Industrie 4.0 für neue Jobs sorgen wird.
© VDEEbenso viele glauben an ein Mehr an Arbeitsplätzen für die Gesamtwirtschaft. Neue Geschäftsmodelle und neue Produkte und Systeme sind für die Befragten die Hauptchancen des IoT. Pluspunkte sind außerdem Effizienzsteigerungen und die enge Vernetzung von Prozessen im Unternehmen und mit Kunden. Ebenfalls als Nutzen werden angesehen: bessere Ressourcennutzung, erhöhte Transparenz und Kostenreduktion sowie eine höhere Lebensqualität.

















