Deutsch-französischer KI-Dialog

Andrea Gillhuber,

Bericht zur Industrie-KI übergeben

Deutschland und Frankreich haben einen gemeinsamen Bericht zur industriellen Künstlichen Intelligenz vorgelegt. Das Dokument bündelt Prioritäten, technische Handlungsfelder und Empfehlungen für den Aufbau eines europäischen KI-Ökosystems.

Der KI-Report wurde offiziell an die deutschen und französischen Behörden überreicht (v.l.n.r.): Thomas Courbe, Abteilungsleiter für Unternehmen, Dr. Beate Baron, Abteilungsleiterin für Industriepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Bruno Sportisse, CEO von Inria, Boris Otto, Leiter des Fraunhofer-Verbunds IUK und Cécile Dubarry, Executive President von IMT. © Inria / Benoit Fourrier

Beim Deutsch-Französischen Forum für Industrielle KI im französischen Wirtschafts- und Finanzministerium ist am 17. April 2026 ein gemeinsamer Abschlussbericht an Vertreter beider Regierungen übergeben worden. Das Papier wurde unter Federführung der französischen Botschaft in Berlin sowie in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft, Inria und dem Institut Mines-Télécom (IMT) erarbeitet.

Ziel ist es, technische Kapazitäten wie Cloud-Infrastrukturen, Netzwerke und Rechenleistung auszubauen und gleichzeitig Interoperabilität sowie energieeffizienten Betrieb sicherzustellen. Dem Bericht zufolge sollen sieben zentrale Handlungsfelder den Aufbau eines europäischen KI-Ökosystems strukturieren:

1. Digitale und IT-Infrastruktur
Aufbau einer robusten europäischen Infrastruktur (Cloud, Netzwerke, Rechenkapazitäten, Datenräume), die den Einsatz von KI-Lösungen im großen Maßstab ermöglicht und gleichzeitig deren Interoperabilität und energieeffizienten Betrieb gewährleistet

2. Staatliche Souveränität und rechtlicher
Rahmen Klärung und Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen, um Anforderungen im Hinblick auf Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität zu harmonisieren, insbesondere bei der Umsetzung der europäischen KI- und Datenbestimmungen sowie bei der Ausweitung des Cybersicherheitssiegels für Cloudumgebungen auf Datenräume

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3. Gesundheit Beschleunigte
Einführung von KI im Gesundheitswesen durch einfacheren Zugriff auf Daten, verbesserte Interoperabilität und validierte Lösungen, um Versorgung und Systemeffizienz zu optimieren

4. Produktion
Förderung der Integration von KI in industrielle Prozesse, insbesondere in KMU und Mittelstand, zwecks Produktionsoptimierung, Erhöhung der Resilienz und zusätzlichem Kompetenzaufbau; Senkung der Technikkosten durch die Einführung von Unterstützungsmechanismen

5. Medien
Wahrung von Informationssouveränität und Geschäftsmodellen vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von KI; Stärkung von Inhalten und Daten sowie Regulierung der Nutzung, insbesondere im Hinblick auf das Training von KI

6. Energie
Nutzung von KI zur Optimierung von Energiesystemen, zur Erhöhung der Resilienz und zur Unterstützung beim Umstieg auf nachhaltigere und emissionsärmere Modelle, beispielsweise durch den Einsatz dedizierter großer Sprachmodelle (LLMs)

7. Agrar- und Lebensmittelsektor
Nutzung von KI für höhere Leistung, bessere Rückverfolgbarkeit und mehr Nachhaltigkeit in den Wertschöpfungsketten der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Abstimmung industriepolitischer Prioritäten beider Länder. Genannt werden unter anderem der Abbau regulatorischer Hürden, der Ausbau europäischer Rechenkapazitäten, der Zugang zu erneuerbaren Energien sowie Maßnahmen zur Fachkräftequalifizierung. Zudem sollen KI-Anwendungen gezielt in strategischen Industriezweigen eingesetzt werden.

An der Ausarbeitung waren mehr als hundert Akteure aus Industrie, Forschung und Hochschulen beteiligt. In branchenspezifischen Workshops wurden konkrete Anwendungsszenarien und Investitionsbedarfe identifiziert, etwa in den Bereichen Produktion, Energie, Gesundheitswesen sowie Medien und Telekommunikation. Die Vorschläge basieren auf praxisnahen Anforderungen der Industrie.

Der Bericht wurde von Bruno Sportisse (Inria), Boris Otto (Fraunhofer ISST) und Cécile Dubarry (IMT) vorgestellt. Sie betonten die Bedeutung gemeinsamer Kompetenzen für die Weiterentwicklung industrieller KI in Europa. „Der deutsch-französische KI-Dialog setzt ein starkes Signal für eine souveräne, wettbewerbsfähige und vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz in Europa.“

Die Ergebnisse des Dialogs waren bereits im November 2025 auf dem ‚Adopt AI Summit‘ präsentiert worden. Nun sollen die Empfehlungen als Grundlage für politische Maßnahmen, Forschungsprogramme und Industrieprojekte dienen. Vorgesehen ist zudem eine Einbindung in das europäische Förderinstrument IPCEI AI, um großskalige Vorhaben im Bereich Künstliche Intelligenz umzusetzen.

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French-German Executive’s Dialogue on Artificial Intelligence for IndustryA Report on Advancing Towards a Sovereign and Competitive European AI Ecosystem
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