Vernetzung
Bosch startet Cloud und IoT-Services
Bosch startet eine Cloud für internetbasierte Services, um Anwendungen aus den Bereichen vernetzte Mobilität, vernetzte Industrie und vernetztes Gebäude zu realisieren. Zentraler Software-Kern der Cloud ist die unternehmenseigene IoT Suite.
Wenn sich der freie Parkplatz meldet: Anwendungsbeispiele für die Bosch IoT Cloud.
© Robert BoschErster Cloud-Standort ist Deutschland. "Wir bieten ab sofort alle Trümpfe für die vernetzte Welt aus einer Hand. Die Bosch IoT Cloud ist das letzte Puzzleteil in unserer Software-Kompetenz. Wir sind jetzt ein Full-Service-Provider für Vernetzung und das Internet der Dinge", betonte Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner auf der Bosch ConnectedWorld in Berlin. Das Unternehmen betreibt seine IoT Cloud in einem eigenen Rechenzentrum nahe Stuttgart.
Die Bosch IoT Cloud besteht aus technischer Infrastruktur sowie Plattform- und Software-Angeboten. Zunächst kommt sie für eigene Lösungen des Technik- und Dienstleistungsunternehmens zum Einsatz. Ab 2017 soll sie auch anderen Unternehmen als Service zur Verfügung stehen.
Vielfältige Möglichkeiten
In der IoT Cloud entsteht beispielsweise auch eine Online-Karte freier Park-and-Ride Parkplätze entlang der S-Bahn Stuttgart. Sensoren erkennen, welche Parkplätze frei sind und übertragen diese Informationen an die Cloud. Dort entsteht eine stets aktuelle Karte, die an das Smartphone der Nutzer übertragen wird. Weiteres Beispiel ist der Service "Book-and-Park" für Lkw-Fahrer. Sucht der Trucker einen Parkplatz für die Rast, übermittelt sein Fahrzeug die Positionsdaten an die IoT Cloud. Diese reserviert daraufhin einen freien Parkplatz in der Nähe und meldet diesen an den Fahrer.
Plattform für das IoT verfügbar
Zentraler Software-Kern der Cloud ist die unternehmenseigene IoT Suite. Die neue Plattform von Bosch Software Innovations bietet Tools zur Entwicklung von Anwendungen im IoT an. Die einzelnen Software-Services der IoT Suite sollen Funktionen bieten, um Geräte, Anwender und Unternehmen zu verbinden. Eine Vielzahl von Lösungen und Projekten von Bosch und seinen Kunden bauen bereits auf die Plattform auf – mehr als fünf Millionen Geräte und Maschinen sind schon über die Technologie angebunden.
Mit den Software-Services sollen Entwickler Cloud-basierte und hochskalierbare IoT-Anwendungen schnell bauen, implementieren und betreiben können.
© Bosch Software InnovationsDas Set an Services, Frameworks und Containern, das bereits auch Technologie des im Jahr 2015 von Bosch akquirierten Unternehmens Prosyst beinhaltet, soll sukzessive ausgebaut werden und die Anforderungen der gängigsten IoT-Szenarien adressieren: Das zuverlässige Management von Geräten, Maschinen und Gateways, eine sichere Zugriffsverwaltung, das Ausführen von Software-Rollout-Prozessen, die Anbindung von Drittsystemen und -Diensten sowie die Datenanalyse.
Ein besonderer Fokus der Systemarchitektur liegt in der sicheren, verschlüsselten und mit einer Public Key Infrastructure (PKI) abgesicherten Anbindung von Sensoren, Aktoren und eingebetteten Systemen. Hier soll unter anderem die Technologien der 2012 von Bosch erworbenen Escrypt, einem Unternehmen für Sicherheits- und Verschlüsselungstechnologien, zum Einsatz kommen, um die Sicherheits- und Privacy-Anforderungen im IoT zu erfüllen.
Die Abrechnung der Software-Services soll für die Anwender transparent sein: Sie werden über Service-Pläne gebucht, die sich stufenweise nach Anzahl angebundener Geräte, aktiver User, Transaktionen oder Datenvolumen richten. Die IoT-Services sind in der ebenfalls Anfang März bekannt gegebenen Bosch IoT Cloud integriert.















