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Open Industry 4.0 Alliance

Ein App-Store für die Industrie

15. April 2021, 13:42 Uhr   |  Meinrad Happacher

Ein App-Store für die Industrie
© WEKA Fachmedien

Die Firma Hilscher entwickelt derzeit einen App-Store. Die Open Industry 4.0 Alliance hat diesem Entwicklungs-Projekt nun erstmals das Label „Open Industry 4.0 Alliance Community“ erteilt. Was steckt dahinter?

Die Community der Open Industry 4.0 Alliance ist ein informeller Zusammenschluss von Mitgliedern außerhalb des rechtlichen Rahmens der Allianz, um bestimmte – auch kommerzielle Ziele – zu erreichen. Die Projekte der Mitglieder werden mit dem Label „Community“ ausgezeichnet, wenn die Konformität mit den Zielen und Interessen der Allianz gegeben ist. Der App-Store, der von Hilscher auf eigene Rechnung aufgebaut wird, ist nun das erste Beispiel für ein Community-Projekt. Innerhalb der Allianz entsteht gleichzeitig das „Alliance Marketplace Directory“, ein neutrales, für alle Mitglieder zugängliches Verzeichnis, das die Produkte und Services der Mitglieder an einem Ort bündelt.

Nachfrage nach industriellen Apps steigt

Hans-Jürgen Hilscher, Hilscher GmbH: »Mit dem High-End-Kommunikations-Controller 'netX 4000' werden wir technisch einen großen Schritt nach vorne gehen.«
© Hilscher GmbH

Hans-Jürgen Hilscher, CDO bei Hilscher: Bis Ende September sollen sich aus dem Store erste Apps beziehen lassen.

Der Open Industry 4.0 Alliance Community App Store ist nun das erste von der Allianz abgesegnete Projekt. Die Idee hinter dem App-Store: Was für mobile Endgeräte im Consumer-Bereich funktioniert, ist auch ein Modell für den industriellen Markt. Schließlich laufen hier auf dem Edge unterschiedliche Container-Applikationen von verschiedenen Herstellern, die auch noch miteinander interagieren.

„Es gibt bereits Stores von Anbietern wie Phoenix-Contact, die im Wesentlichen mit Automatisierungskomponenten aus dem eigenen Ökosystem gefüllt sind. Bald steht den Mitgliedern der Allianz mit dem OI4 Community App-Store eine übergreifende Verkaufsplattform für ihre Apps ohne Investitions- und Unterhaltskosten zur Verfügung“, erklärt Hans-Jürgen Hilscher, Chairman Technical Committee der Open Industry 4.0 Alliance und CDO der Hilscher Gesellschaft für Systemautomation. „Der Fokus wird dabei auf Apps liegen, die auf der Allianz-konformen Open Edge Computing Platform laufen. Im technischen Workstream der Allianz haben wir eine umfangreiche Guideline erstellt. Sie beschreibt die Edge Computing Plattform und wie über diese Plattform die Apps von verschiedenen Herstellern miteinander interagieren können.“

Der App-Store wurde nun zur Hannover Messe 2021 vorgestellt und ab Ende des dritten Quartals sollen die Mitglieder der Open Industry 4.0 Alliance daraus getestete, Docker-kompatible, Hardware-unabhängige industrielle Apps beziehen können. Docker ist eine der marktführenden Technologien, um Apps in Clouds zu betreiben. Auf der Webseite der Open Industry 4.0 Alliance wird aktuell ein Marktplatz-Verzeichnis aufgebaut, das Produkte und Services der Alliance-Mitglieder listet und diese mit ihnen verlinkt. Endanwender profitieren dadurch von einer erhöhten Transparenz.

Die Container-Technologie Docker

Die Container-Technologie stellt Applikationen als gekapselte Umgebung bereit. Ein Container enthält alle Abhängigkeiten, Bibliotheken und statischen Daten, die zum Betrieb der Applikation notwendig sind. Jedoch wird auf die vollständige Bereitstellung eines Betriebssystems verzichtet, dieses wird durch einen Container Host gewährleistet, welchen der Anwender in seiner Produktionsumgebung installiert. Für Linux und Windows ist die Docker Container-Technologie sehr verbreitet. Die Industrie-Apps der Mitglieder des Alliances sollen auf Docker-fähigen Steuerungen und Edge Gateways installiert werden können.

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