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Der Intelligent Manufacturing Award 2021

28. Februar 2022, 15:26 Uhr | Meinrad Happacher
BMW
© BMW Group

Unter dem Motto Bring »Value to Data« rief Microsoft zusammen mit Roland Berger Firmen zur Teilnahme am Intelligent Manufacturing Award 2021 auf. Die Gewinner stehen jetzt fest.

Unter dem Motto »Bring Value to Data« folgten wieder viele Industrieunternehmen aus der Fertigungs-, Prozess- oder Automobilindustrie  dem Ruf Microsofts und reichten ihre Bewerbungen für die Auszeichnung ein. Gesucht waren Anwendungsfälle aus dem operativen Bereich für die Fabrik der Zukunft: innovative digitale Lösungen, die den Wandel in der Fertigungsindustrie zur Industrie 4.0 vorantreiben. Der Award zeichnet Vordenker aus, die mit ihren Ideen und Lösungen die Zukunft der Industrie gestalten.  

Der Gesamt-Sieger

DXQanalyze
Durch Einsatz der künstlichen Intelligenz lassen sich Anomalien erkennen und Zusammenhänge über Produktionsschritte hinweg herstellen.
© Dürr Systems

Der Gesamtsieg ging an Dürr Systems:  Das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen konnte sich den Gesamtsieg durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in industriellen Produktionsanlagen sichern. Mit ihrer Lösung DXQanalyze lassen sich Produktionsdaten sowohl auf Maschinen- als auch auf Fabrikebene auswerten, um Anomalien zu erkennen und Zusammenhänge über zahlreiche Produktionsschritte hinweg herzustellen. Dadurch lassen sich Maschinenstillstände verhindern und Ausschuss verringern, wie dies am Beispiel von großen Lackieranlagen für Automobilhersteller gezeigt wurde. Das Ziel ist es, in Kombination mit historischen Daten und maschinellem Lernen auch bislang unbekannte Fehlerquellen aufzuspüren und Optimierungsmaßnahmen für den Produktionsbetrieb abzuleiten. Dürr bietet damit eine der ersten marktreifen Lösungen mit KI an, die in der Lage ist, die Gesamtanlageneffektivität von Lackieranlagen zu erhöhen.

Gewinner der Kategorie Scale!

Standardisierter Digitaler Zwilling
Der standardisierter Digitale Zwilling bei Wittenstein vereinfacht die Informationsbeschaffung in der Fertigung und soll sich in allen Bereichen der Fertigungsindustrie einsetzen lassen.
© Wittenstein SE

Der Gewinner der Kategorie »Scale!« ist die Wittenstein SE aus Igersheim mit ihrem Partner Xitaso. Sie gewinnen den Preis für ihre Anwendung der Asset Administration Shell als standardisierten digitalen Zwilling, der physische Industrieprodukte mit der digitalen Welt verbindet. In intelligenten Fabriken lassen sich auf diese Weise Prozessverbesserungen, Effizienzgewinne und Wertschöpfungspotentiale realisieren. Der digitale Zwilling ermöglicht eine automatisierte Parametrierung digitaler Services in gängigen Plattformen und Gateways für das industrielle Internet der Dinge (IIoT), weil er auf offenen Standards und standardisierten Schnittstellen basiert. So lässt er sich weltweit in Produktionsanlagen interoperabel einbinden und vereinfacht die Informationsbeschaffung in der Fertigung massiv. Der standardisierte digitale Zwilling gewinnt in der Kategorie Scale!, weil er großes Wachstumspotenzial hat und in allen Bereichen der Fertigungsindustrie eingesetzt werden kann. Er wird weiterentwickelt in der Industrial Digital Twin Association e. V., welche Wittenstein als Gründungsmitglied Ende 2020 mit ins Leben gerufen hat.

Gewinner der Kategorie Add Value!

Digitaler Zwilling von Bosch
Der digitale Zwilling für Integrated Asset Performance Management von Bosch soll komplexe Automatisierungsprojekte vereinfachen.
© Bosch

Auch in der Kategorie »Add Value!« hat ein digitaler Zwilling das Rennen gemacht: Der Award geht an die Firma Robert Bosch und ihren Digital Twin für Integrated Asset Performance Management (IAPM), der Maschinen selbstständig kommunizieren lässt: Statt einfach nur weiterzulaufen, bis es zu Ausfällen kommt, senden die Maschinen rechtzeitig Notrufsignale an das Personal, wenn bestimmte Fehlersymptome auftreten. So werden verborgene Ineffizienzen und Störungen schneller erkannt, wodurch sich Einschränkungen und Engpässe durch rein digitale Eingriffe in die Fertigung vermeiden lassen. Die neue Lösung läuft auf Microsoft Azure und vereinfacht komplexe Automatisierungsprojekte, indem sie maschinengenerierte Daten sammelt und den Kunden dabei hilft, ihre Produktionsumgebung kosten- oder effizienzoptimal zu betreiben. So entsteht ein Ökosystem, in dem alle Mitarbeitenden im Unternehmen in die Lage versetzt werden, datengestützte Geschäftsentscheidungen zu treffen.

Gewinner der Kategorie Envision!

BMW
Mit dem Edge Ecosystem von BMW lassen sich beliebige Endgeräte in kompatible Edge-Devices umfunktionieren.
© BMW Group

Die BMW Group räumt den Preis in der Kategorie »Envision!« ab: Mit seinem Edge Ecosystem lassen sich beliebige Endgeräte in kompatible Edge-Devices umfunktionieren. Durch die sogenannte »Zero-Touch-Installation« können sie voll automatisiert provisioniert werden. Über den Edge Store wird anschließend eine standardisierte globale Software- Verteilung auf die Geräte im Self-Service ermöglicht. Dadurch ist keine IT- Erfahrung notwendig, um die neuesten Technologien wie Container-, Edge- und Cloud-Computing in der Produktion nutzen zu können.

Das BMW Group Edge Ecosystem ermöglicht es, dezentral weltweit verteilte Geräte zu verwalten und Applikationen innerhalb von Sekunden zu installieren und zu konfigurieren. Das dient der Verbesserung der Qualität und der Sicherstellung einer globalen Software-Standardisierung. Das Edge Ecosystem reduziert somit die Aufwände bei der Verwaltung von tausenden von Geräten und ermöglicht den einfachen, weltweiten Rollout von Updates und Innovationen. Damit lassen sich unerwartete Produktionsunterbrechungen vermeiden und Wartungsaufwände reduzieren. Die BMW Group nutzt das System bisher intern. Es steht aber auch externen Partnern und Lieferanten zur Verfügung, die ihre Hard- und Software einfach und ohne Anpassungen in das BMW Group Edge Ecosystem integrieren wollen.

Eine Übersicht über alle Preisträger, Finalisten und die Jury mit führenden Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft finden Sie hier: www.MIMAwinners2021.com/.


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