Geräteschutz / Energiemanagement

Stefan Kuppinger,

ETA fokussiert auf neue Anwendungsfelder

Frühjahrsoffensive bei der Firma ETA, Elektrotechnische Apparate in Altdorf bei Nürnberg: Im Vorfeld von Hannover Messe, Achema und Intersolar brennt der Spezialist für stromgebundene Schutz- und Steuerungskomponenten ein Feuerwerk an Neuheiten ab und drängt in neue Einsatzbereiche.

„Mit Me-too-Produkten können wir uns als deutsches Unternehmen im Markt nicht behaupten“, begründet Geschäftsführungsmitglied Bernd Härtlein sein Credo: Innovationen sind Pflicht!

Den Beweis tritt Härtlein mit seinen Kollegen aus der Geschäftsführung und dem Produktmanagement auf der Pressekonferenz in Altdorf bei Nürnberg an: Vorgestellt wurde eine Reihe von Produkterweiterungen und einer neuen Baureihe für den Leitungs- und Geräteschutz in der Industrie und der Chemie, darunter eine redundante Stromverteilung für 24-V-Netze und elektronische Sicherungsautomaten mit ATEX-Zulassungen für die Ex-Zone 2.

 

Mit der Baureihe 2216 begegnet ETA der „Platzangst im Schaltschrank“. So umschreibt Thomas Schmid, Produktmanager für die Sparte Industry, Energy & Equipment den Grundgedanken, der bei der Entwicklung der Sockel und Schutzmodule. „Mit einem Rastermaß von 12,5 mm sind gegenüber herkömmlichen Leitungsschutzschaltern über 50 Prozent Platzgewinn realisierbar“, betont Schmid. Erstmals gibt es eine Sockelvariante mit Anschlussklemmen in Push-In-Technologie sowie mit einem Codierschutz für Sockel und Schutzmodul. Die Einhaltung der Abmessungen für Installationseinbaugeräte (DIN 43880) ist ein deutlicher Fingerzeig auf ein Anwendungsfeld, das ETA künftig verstärkt angehen will, - die Absicherung von Steuerkreisen in der Gebäudeautomation.

Zudem steigt ETA in das Energiemanagement von Gebäuden und Fertigungseinrichtungen ein. Mit der Power-D-Box lässt sich die Energieerfassung und Auswertung nachträglich implementieren, ohne in die bestehende Automatisierungssysteme eingreifen zu müssen. Das System erfasst in bis zu neun Lastpfaden alle notwendigen Messwerte und berechnet alle relevanten Kenngrößen. Über LAN lassen sich die Werte dann über einen Web-Browser visualisieren, auswerten oder exportieren. Zudem besteht die Möglichkeit, das System über die integrierten Schnittstellen mit Scada-Systemen zu koppeln und darüber ein Lastmanagement aufzubauen.

Weltpremiere hatte ein modularer DC-Lastrennschalter für Photovoltaikanlagen, der bereits den nächsten Entwicklungsschritt bei Photovoltaikumrichtern vorweg nimmt: Die Anhebung des Spannungspegels auf 1500 V bei Strömen von 30 bis 40 A. Der Schalter übernimmt dabei nicht nur die Funktion eines Feuerwehrschalters. Über Zusatzmodule lässt sich beispielsweise eine Lichtbogenerkennung integrieren, wie sie in den USA aufgrund der typischen Holzständerbauweise bereits vorgeschrieben ist. Über ein weiteres Modul löst ETA ein prekäres Problem der Betreiber von Solaranlagen: Das Wiedereinschalten der Anlage nach einer Abschaltung wegen eines Fehlers wie Unterspannung im Stromnetz. „Hierfür haben wir ein Ab- und Einschaltmodul entwickelt, das ferngesteuert über einen 24V-Antrieb den Schalter umlegt“, betont Markus Wiersch, Geschäftsfeldmanager der Sparte Industry, Energy & Equipment. Speziell bei dezentralen Solaranlagen spart das Geld. Schließlich wird nur der tatsächlich eingespeiste Strom vergütet. Die PV-DIS genannte Schalterserie wird erstmals auf der Intersolar im Juni vorgestellt.

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