Automation 2011
Zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Auftragseingang
Es läuft rund in der Automatisierungstechnik: Zwar gibt es derzeit erste Anzeichen einer Konjunktur-Beruhigung - trotzdem wird die Branche das Jahr 2011 mit zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Auftragseingang abschließen. Laut ZVEI sind dabei alle Regionen – auch Deutschland und Europa – gut im Geschäft.
Günter Baumüller (rechts) bei der Eröffnung der Pressekonferenz des ZVEI auf der SPS/IPC/Drives 2011.
© computer-automation.deAls Vorsitzender des Fachbereichs Elektrische Antriebe im Fachverband Automation des ZVEI eröffnete Günter Baumüller die heutige Pressekonferenz des Verbandes auf der SPS/IPC/Drives 2011 mit einem Überblick über die Geschäftsentwicklung der elektrischen Antriebstechnik in Deutschland. Nach dem historischen Einbruch im Jahr 2009 habe die elektrische Antriebstechnik mit jeweils plus 17 % zwei gute Jahre hinter sich gebracht. Das Niveau des Spitzenjahres 2008 werde bis Ende 2011 voraussichtlich nur um knapp 2 % verfehlt.
Insbesondere sorgte der unerwartete Nachfrageboom im Standardgeschäft mit Industriemotoren und Frequenzumrichtern für gut gefüllte Auftragsbücher. Mit einem Plus von 35 % liegen die Antriebsstromrichter zur Drehzahlregelung von Motoren an der Spitze. Sie werden in diesem Jahr voraussichtlich das Spitzenjahr 2008 um 17 % übertreffen. Der Umsatz mit Niederspannungsmotoren wächst in der Größenordnung von 16 % und verfehlt damit ebenfalls nur knapp das Spitzenjahr 2008. Nicht ganz so stürmisch verlief das Geschäft mit Kleinmotoren. Nach plus 20 % im Jahr 2010 liegt das Wachstum im laufenden Jahr aber dennoch bei etwa 11 %.
Jobmaschine Automation: Ende August beschäftigte die Branche in Deutschland knapp eine Viertelmillion Menschen.
© ZVEIAlles in allem läuft es also äußerst rund in der Antriebstechnik. Einziger Wermutstropfen: „Fehlende Ingenieure, Fachpersonal und Zulieferengpässe begrenzten teilweise das sonst noch höher ausgefallene Wachstum", so Baumüller. Für das Gesamtjahr rechnet der ZVEI anhand der vorliegenden Daten der ersten neun Monate und seiner Schätzung für das letzte Jahresdrittel mit einem Anstieg des Umsatzes mit elektrischer Antriebstechnik um 17 % auf 10,4 Mrd. Euro und einem Anstieg der Auslandsbestellungen um 15 %. Und was das kommende Jahr 2012 betrifft, rechnet der Fachverband für die Antriebstechnik vorsichtig mit einem Produktionsplus von mindestens 5 %.
Die Ausführungen von Günter Baumüller nahm Roland Bent von Phoenix Contact als Basis, um in seiner Rolle als Vorstandsmitglied des Fachverbandes Automation im ZVEI anschließend das aktuelle Bild der gesamten Automatisierungsbranche zu skizzieren: Nach einem Anstieg... der Produktion um 17,8 % im Jahr 2010 vermeldete er für den Zeitraum Januar bis August 2011 eine weitere Steigerung von 14,7 % auf 18,4 Mrd. Euro und ergänzte. „Bis zum Jahresende wird die Tendenz weiterhin steigend sein", ist Bent zuversichtlich. Ähnliches gelte für den Umsatz: Nach einer Steigerung von 16,6 % im Jahr 2010 ist dieser bei den deutschen Automationsunternehmen im betrachteten Zeitraum erneut um 18,8 % auf 31,1 Mrd. Euro gestiegen. Und mit plus 17,7 % habe sich der Auftragseingang absolut trendgerecht entwickelt.
Was den Außenhandel betrifft, ergibt sich folgendes Bild: In den ersten acht Monaten führte Deutschland Erzeugnisse der elektrischen Automation im Wert von 10,3 Mrd. Euro ein. In Relation zum Vergleichszeitraum des Jahres 2010 ist dies eine Steigerung um 16,2 %. Zwei Drittel der Importe kommen nach wie vor aus dem europäischen Wirtschaftsraum. Ähnlich verhält es sich mit dem Export: Das Ergebnis von 21 Mrd. entspricht einem Anstieg um 15,2 %. In Summe geht der ZVEI auf der Grundlage der vorliegenden Halbjahreszahlen für das Gesamtjahr für die Automation von einer erneuten Steigerung im zweistelligen Bereich von etwa 15 % im Umsatz und auch im Auftragseingang aus. „Für 2012 erwarten wir – je nach Abnehmerbranche – einen unterschiedlichen Verlauf, aber insgesamt ein weiteres Wachstum im mittleren einstelligen Bereich", wirft Bent den Blick in die Zukunft.











