Siemens Sektor Industry
Volle Konzentration auf Industriekunden
Was sich letzte Woche andeutete, hat Siemens-Chef Peter Löscher jetzt bestätigt: Der Sektor Industry wird umgebaut, ein neuer Sektor entsteht und der Division Industry Solutions steht die Auflösung bevor. Einher gehen damit umfangreiche personelle Veränderungen in der Industriesparte.
Siemens-Chef Peter Löscher: „Mit der neuen Struktur wollen wir das Wachstumspotential in den adressierten Märkten noch besser ausnutzen.“
© Siemens„Wir richten Siemens auf Technologieführerschaft auf einem breiten Spektrum von Energieeffizienz-Lösungen in Städten und für Industrie-Branchen aus. So wollen wir in den nächsten Jahren die Schwelle von 100 Milliarden Euro Geschäftsvolumen überschreiten“, mit diesen Worten umreist Peter Löscher, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, den bevorstehenden Konzernumbau, in dessen Zuge unter anderem die Lichttechnik-Sparte Osram an die Börse gebracht werden soll. Dabei strebt Siemens eine Mehrheitsbeteiligung an und will langfristig „Ankeraktionär“ bleiben.
Die ebenfalls bislang im Sektor Industry angesiedelten Divisionen Mobility und Building Technologies sowie die Division Power Distribution, die bislang dem Sektor Energy zugeordnet war, werden im neuen Sektor „Infrastructure & Cities“ zusammengeführt. Damit will Siemens die Kompetenzen für die intelligente Vernetzung und Steuerung von Stromverteilung und -verbrauch bündeln. Im Fokus des neuen Sektors stehen die Integration von Technologien und maßgeschneiderte Energieeffizienz-Lösungen für private und öffentliche Infrastrukturen – etwa in der intelligenten Gebäudevernetzung und integrierter Mobilitätslösungen. So bieten allein Städte nach Einschätzung von Siemens gegenwärtig ein adressierbares Marktvolumen von rund 300 Milliarden Euro. Große Chancen sieht Löscher zudem im Bereich Smart Grids, den intelligenten Energienetzen - ein Markt, der bis zum Jahr 2016 rund 45 Mrd. Euro ausmachen soll. Was den neuen Sektor Infrastructure & Cities selbst betrifft, so steht dieser laut Löscher zum Startzeitpunkt für ein Umsatzvolumen von 16,5 Mrd. Euro mit 81.000 Mitarbeitern.
Der Sektor Industry hingegen soll sich künftig voll auf Industriekunden konzentrieren. Der Sektor werde dafür seine Branchenausrichtung optimieren und Potenziale im Servicegeschäft noch besser ausschöpfen. Die Aktivitäten der Division Industry Solutions mit ihren rund 30.000 Mitarbeitern werden demnach den Divisionen Industry Automation und Drive Technologies sowie der noch zu gründenden Division Customer Services zugeordnet. Umsatzmäßig steht der „neue“ Sektor Industry für 19 Mrd. Euro, die Mitarbeiterzahl liegt bei 98.000. Zum Vergleich: Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 lag der Umsatz dieser Siemens-Sparte bei rund 35 Mrd. Euro, die Mitarbeiterzahl lag bei über 200.000.
Im Vorstandsressort Technology werden künftig alle Ressourcen zusammengeführt, um in einem unternehmerischen Umfeld schnell und unbürokratisch neue Geschäfte, basierend auf neuen Technologien, anzubahnen und aufzubauen. Das schließt die Steuerung von Aktivitäten auf dem Feld Venture Capital ein. Das Ressort ist darüber hinaus verantwortlich für integrierte konzern-übergreifende Technologieplattformen, insbesondere im Bereich branchenspezifischer IT sowie für die konzernübergreifende Koordination von Partnerschaften mit IT-Unternehmen.
Das Personal-Karussell im Sektor Industry
Einher mit dem Konzernumbau gehen auch umfangreiche personelle Veränderungen. Roland Busch, bisher Leiter Corporate Strategies, wird Geschäftsführer des neu geschaffenen Sektors Infrastructure & Cities. Neuer Strategiechef von Siemens wird Peter Herweck, zuletzt Mitglied des Vorstands der Siemens Ltd. China und verantwortlich für das Industrie-Geschäft im Regional-Cluster North-East Asia.
Klaus Helmrich, bisher Geschäftsführer der Division Drive Technologies, übernimmt das Vorstandsressort Technology. Seine Nachfolge tritt Ralf-Michael Franke an, bisher Geschäftsgebietsleiter innerhalb der Division Industry Automation. Wer diesen Bereich künftig leiten wird, ist derzeit noch offen. Dirk Hoke, bisher Geschäftsführer des Regional-Clusters Afrika, übernimmt im Sektor Industry schließlich die Leitung der aufzulösenden Division Industry Solutions und im Anschluss daran die Funktion des Geschäftsführers der neuen Service-Division.
Michael Süß, bisher Geschäftsführer der Division Fossil Power Generation, wird Geschäftsführer des Sektors Energy. Wolfgang Dehen, bisher Geschäftsführer des Sektors Energy, scheidet aus dem Vorstand der Siemens AG aus und wird Vorsitzender der Geschäftsführung der Osram GmbH.














