Maschinen- und Anlagenbau

Inka Krischke,

VDMA bestätigt Wachstumsprognose

"Mit einem Umsatzwert von 207 Milliarden Euro haben wir das Rekordniveau des Jahres 2008 fast erreicht" – so Dr. Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des VDMA, auf der Pressekonferenz am 8. April anlässlich der Hannover Messe zur Bilanz des Jahres 2012. 2013 bringe allen Unsicherheiten zum Trotz ein Wachstumsplus von 2 %.

© VDMA

Für 2012 wird gegenwärtig ein realer Produktionszuwachs von 1,3 % und ein Umsatzwert von 207 Mrd. Euro berechnet. Damit wurde das Rekordniveau von 2008 mit 208 Mrd. Euro laut Hesse "knapp verfehlt". Mit 978.000 Beschäftigten im Dezember 2012 bleibt der Maschinenbau größter industrieller Arbeitgeber. Dabei nahm die Beschäftigung im Maschinen- und Anlagenbau im Jahresverlauf um rund 30.000 Stellen zu. Die Kapazitätsauslastung lag im Jahresdurchschnitt bei 86,4 % (2011: 88,7 %).

Der Export zeige trotz Rückgang des China-Geschäftes wegen des starken US-Geschäftes ein nominales Plus von 5,1 %. In Euro ausgedrückt, beliefen sich die Exporte 2012 auf 149,4 Mrd. Euro und übertrafen damit den Vorkrisenstand aus dem Jahr 2008 (144,8 Mrd. Euro). Auf dem chinesischen Markt verloren die deutschen Maschinenexporteure 9,6 % ihres Ausfuhrvolumens. Im Vergleich dazu wuchs der Maschinenmarkt in den USA um 14,8 %. Exporte in die EU verbuchen ein Plus von 6,4 %. Russland – Partnerland der diesjährigen Hannover Messe - war im vergangenen Jahr mit Lieferungen von rund 8 Mrd. Euro viertgrößter deutscher Absatzmarkt - nach China, den USA und Frankreich. Dies entspricht etwa 5 % der gesamten deutschen Maschinenausfuhr. Insgesamt spielen die deutschen Anbieter auf dem russischen Markt eine starke Rolle: "22 % aller importierten Maschinen stammen aus Deutschland. Danach folgen mit großem Abstand China mit 13 und Italien mit 11 %", präzisierte Dr. Hesse.

Die Maschineneinfuhren aus den Euro-Ländern stiegen 2012 um 7,7 %. Größtes Lieferland war Italien.

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Know-how-Schutz ist gefragt

Eine aktuelle Studie des VDMA zum 'Know-how-Schutz im Maschinen- und Anlagenbau' hat ergeben, dass 70 % der befragten Unternehmen ihre Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse, das Know-how, Produkte, Märkte und Kunden als "akut bedroht" sehen. Mehr als drei Viertel der Unternehmen sehen die größte Bedrohung in Wettbewerbern, gefolgt von ehemaligen Mitarbeitern (74 %). "Der angenommene Schaden liegt laut Bundesamt für Verfassungsschutz bei etwa 30 bis 60 Milliarden Euro pro Jahr für die deutsche Industrie", berichtete Dr. Hesse. Damit drohe der Know-how-Diebstahl ein weitaus größeres Problem zu werden als die Produktpiraterie. Es sei umso prekärer, dass 85 % der Unternehmen keine Normen oder Standards kenne, die sie beim Know-how-Schutz unterstützen. Nur 7 % nutzen die IT-Sicherheitsstandards.

Starke Nachfrage nach Antriebs- und Fluidtechnik

Mit insgesamt ca. 23 Mrd. Euro bewegt sich das Umsatzvolumen der beiden wichtigen Zulieferindustrien weiterhin auf hohem Niveau, sie stellen das größte Branchensegment innerhalb des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus dar.

Der Umsatz der Antriebstechnik belief sich in 2012 auf ca. 16 Mrd. Euro, der Umsatz der Fluidtechnik auf 6,6 Mrd. Euro. Nach der Krise in 2008 und der folgenden unüblich starken Aufholentwicklung zeigen beide Branchen nunmehr eine Stabilisierung gemäß den Erwartungen. Stark bleibt der Anteil der deutschen Antriebstechnik am Welthandel: er beträgt 22 Prozent vor Japan mit 14 Prozent und China mit 11 Prozent. Der Welthandelsanteil der Fluidtechnik beträgt 26 Prozent, vor Japan mit 14 Prozent und USA mit 13 Prozent.

Beim Export ist deutsche Antriebstechnik unverändert die Nummer Eins im Maschinenbau. Das Exportvolumen 2012 betrug 12,8 Milliarden Euro, die Exportquote lag bei 80 Prozent. Für die deutsche Fluidtechnik spielt die Warenausfuhr ebenfalls eine wichtige Rolle: in 2012 betrug die Exportquote in der Hydraulik rund 60 Prozent und in der Pneumatik nahezu 50 Prozent. Das Exportvolumen lag zusammen bei 3,6 Milliarden Euro.

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