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Artikel und Hintergründe zum Thema

Smart Metering / Smart Grid

Günter Herkommer,

Siemens veröffentlicht DLC-Verfahren

Siemens stellt sein bislang proprietäres Distribution-Line-Carrier-Kommunikationsverfahren (DLC) für Smart-Metering-Kommunikation im Smart Grid nun auch als Download im Internet zur Verfügung. Der Konzern sieht darin einen ersten Schritt auf dem Weg zu einem neuen Standard für eine hochverfügbare Zählerdaten-Kommunikation via Powerline als Basis für Smart Grids.

Das DLC-Verfahren (DLC) von Siemens nutzt als Kommunikationskanal für Stromzählerdaten das Niederspannungsnetz. Mit der Veröffentlichung im Internet will das Unternehmen Energieversorgern die Möglichkeit schaffen, innerhalb eines AMIS-Smart-Grid-Metering-Systems auch Zähler anderer Hersteller anzubinden. Die intelligenten Zähler sind das Informations- und Kommunikations-Gateway in die Haushalte. Neben der Verbrauchsdatenerfassung können sie auch Netzqualitätsparameter wie Spannungshöhe, Phasenwinkel oder Ausfalldauer zur Netzleitstelle der Energieversorger übertragen, um künftig auch zum Steuern des Netzes genutzt zu werden.

Durch die Nutzung der Stromleitungen für die Übertragung von Zähler- und Netzdaten, welche bereits bis zu einzelnen Haushalten vorhanden sind, entstehen keine zusätzlichen Investitionskosten in eine Kommunikationsinfrastruktur. Zähler- und Netzdaten bleiben innerhalb der „Energiewelt“ und müssen nicht über Schnittstellen der Telekommunikationswelt transportiert werden.

Das DLC-Verfahren im Detail

Die von Siemens entwickelte Distribution-Line-Carrier-Kommunikation basiert auf einem Spread-Spectrum-Signalmodulationsverfahren. Bei diesem Modulationsverfahren wird die eigentlich benötigte Bandbreite zur Signalübertragung vergrößert, man spricht von einer so genannten spektralen Bandspreizung des Übertragungssignals. Das heißt mit anderen Worten aus einem schmalbandigen Signal wird ein breitbandiges, welches dann den gesamten für die Kommunikation definierten Frequenzbereich des Cenelec-A-Bandes zwischen 9 und 95 kHz abdeckt.

Dadurch können sich Störsignale, die in der Regel bei bestimmten Frequenzen auftreten, nur sehr gering auf die eigentliche Signalübertragung auswirken und macht daher die Kommunikation gegenüber Störsignalen und Verzerrungen nahezu unempfindlich. Daneben beherrscht das DLC-Kommunikationsverfahren alle Veränderungen der physikalischen Kommunikationsparameter eines Niederspannungsversorgungsnetzes wie Signaldämpfung, Rauschen, Netzstörungen, Signalverkopplungen und Änderungen der Netzkonfiguration. Damit auch alle angeschlossenen Smart Meter mit einer ausreichend guten Signalqualität erreicht werden, unterstützt das Verfahren eine dynamisch, adaptive Signalweiterleitung, was soviel bedeutet, dass die übertragenen Signale durch die angeschlossenen Endgeräte automatisch zum jeweils nächsten weitergeleitet werden.

Im realen Betrieb kann Siemens zufolge nachweisbar eine Erreichbarkeit der angeschlossen Stromzähler von nahezu 100% erreicht werden. Darüber hinaus biete das Verfahren genügend Spielraum für die Integration zukünftiger Smart-Grid-Funktionen wie zum Beispiel sicheres Übertragen von Steuersignalen zwecks Laststeuerung oder Übertragung von Netzqualitätsdaten und lässt sich in eine bereits existierende Netzautomatisierungsinfrastruktur einbinden, die auf IEC-Protokollen basiert.

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