Quartalszahlen Q3/2021
Siemens verdreifacht Gewinn
Es läuft gut für Siemens: Der Konzern hat zum dritten Mal seine Gewinnprognose angehoben. Vor allem das Digitalgeschäft mit hohen Margen sorgt für Gewinn.
Im Vergleich zum 3. Quartal 2020 hat Siemens seinen Gewinn verdreifacht: 535 Mio. Euro war der Gewinn nach Steuern im Vorjahresquartal, in Q3/2021 liegt dieser bei 1,5 Mrd. Euro.
Die Zahlen im Überblick: Der Auftragseingang stieg von 13,9 Mrd. Euro im Q3/2020 auf 20,5 Mrd. Euro im Q3/2021, die Umsatzerlöse stiegen um knapp 3 Mrd. Euro auf 16,1 Mrd. Euro (+21 %; Q3/2020: 13,0 Mrd. Euro). Das Wachstum erstreckt sich über alle Geschäftsbereiche. Der freie Cash Flow liegt bei 2,3 Mrd. Euro und damit leicht unter dem des Vorjahreszeitraums (Q3/2020: 2,5 Mrd. Euro). Die Book-to-Bill-Ratio erreicht einen Wert von 1,27.
Diese Zahlen sorgen dafür, dass der Konzern seinen Ausblick für 2021 noch einmal erhöht – auf 6,1 bis 6,5 Mrd. Euro inklusive der erwarteten Effekte in Verbindung mit der Übernahme von Varian Medical Systems. Das entspricht einem erwarteten Wachstum von 11 bis 12 %.
Trotz der positiven Entwicklung hat Siemens mit den steigenden Rohstoffpreisen zu kämpfen. Diese kann der Konzern nach eigenen Angaben aber meist an Kunden weitergeben. Dennoch stellt die Beschaffungssituation das Unternehmen vor Herausforderungen.
Die beiden börsennotierten Töchter Siemens Healthineers und Siemens Energy wirkten sich im dritten Quartal sehr gegensätzlich aus: Während die Medizintochter im abgelaufenen Quartal unter anderem vom Verkauf von Corona-Schnelltests profitierte und ihre Prognose anhob, sackte Energy durch Probleme bei der Windkraftsparte in die Verlustzone. Das schlägt durch Abspaltung und Börsengang zwar nicht mehr voll auf Siemens durch, belastete aber dennoch das Ergebnis.
Die Segmente im Überblick - Digital Industries
Im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöhte sich der Auftragseingang von Digital Industries auf vergleichbarer Basis um 36 % auf 4,7 Mrd. Euro, der Umsatz steig um 17 % auf 4,2 Mrd. Euro. Gründe dafür sind das hervorragende Automatisierungsgeschäft und die unveränderte Erholung in den wichtigen Kundenbranchen Maschinebau und Automobil. Hervorzuheben ist das beträchtliche Wachstum bei PLM-Software beziehungsweise das Software-Geschäft im Ganzen. Dennoch erreichte der Auftragseingang bei Electronic-Design-Automation- (EDA-)Software nicht das hohe Niveau des Vorjahresquartals, das eine Reihe größerer Aufträge enthielt. Geografisch betrachtet weist Digital Industries in allen Regionen ein Wachstum auf, die höchsten Zunahmen meldet der Konzern jedoch in China und Europa.
Für Digital Industries erwartet der Konzern für das Geschäftsjahr 2021 gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg der Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis von 10 bis 12 % (zuvor 9 bis 11 %). Die Erwartung für die Angepasste EBITA-Marge beläuft sich unverändert auf 20 bis 21 %.
Software stärkt Geschäft in allen Bereiche
Bei Smart Infrastructure verbesserte sich der Auftragseingang auf vergleichbarer Basis um rund ein Viertel auf 4,1 Mrd. Euro. Sämtliche Geschäftsbereiche trugen zu dieser Entwicklung bei, das stärkste Wachstum verzeichneten das Produktgeschäft – angeführt von der Nachfrage der industriellen Kunden – sowie das System- und Softwaregeschäft. Mit 3,8 Mrd. Euro stiegen die Umsatzerlöse um 15 % auf vergleichbarer Basis (Q3/2020: 3,4 Mrd. Euro). Das Angepasste EBITA wurde mit 456 Mio. Euro gegenüber 250 Mio. Euro im Vorjahr nahezu verdoppelt. Das Wachstum erstreckt sich über alle Geschäfte und Regionen, ebenso wie eine höhere Kapazitätsauslastung und strukturelle Verbesserung der Kostenposition. Die Angepasste EBITA-Marge stieg deutlich auf 12,1 % (Q3/2020: 7,4 %).
Der Geschäftsbereich geht davon aus, im Geschäftsjahr 2021 auf vergleichbarer Basis ein Umsatzerlöswachstum von 8 bis 9 % (zuvor 5 bis 7 %) zu erreichen. Die Angepasste EBITA-Marge wird weiter zwischen 11 und 12 % erwartet.
Mobility stärkt Software-Portfolio
Bei Mobility konnte der Auftragseingang um über 2 auf 5,1 Mrd. Euro erhöht werden (Q3/2020: 3,0 Mrd. Euro). Maßgeblich dafür verantwortlich war der bisher größte Auftrag in Amerika in der Geschichte von Mobility: Er umfasst unter anderem die Lieferung von Zügen mit Zweikraft- und Hybridantrieb sowie entsprechende Serviceverträge mit einem Volumen von rund 2,8 Mrd. Euro für den US-amerikanischen Bahnbetreiber Amtrak. Die Umsatzerlöse stiegen auf vergleichbarer Basis um 5 % auf 2,3 Mrd. Euro. Das Angepasste EBITA lag mit 204 Mio. Euro um rund ein Drittel über dem Vorjahreswert. Die Angepasste EBITA-Marge stieg mit 9,0 % gegenüber 7,1 % im dritten Quartal 2020.
Darüber hinaus stärkt Mobility mit der jüngsten Akquisition von Sqills sein Software-Portfolio und erweitert damit die MaaS-Angebote (Mobility as a Service). Sqills’ skalierbare, cloudbasierte Plattform befähigt Bahn- und Busbetreibern die Einführung eines digitalen Buchungssystems, das Bestandsmanagement, Reservierung und Fahrkartenverkauf umfasst. Mit der Akquisition expandiert Mobility in einen schnell wachsenden angrenzenden Markt. Das SaaS-Geschäftsmodell (Software-as-a-Service) bietet belastbare wiederkehrende Umsätze mit sehr attraktiven Margen und ein hohes Synergiepotenzial durch die Nutzung der globalen Präsenz von Siemens. Neben Hacon, eos.uptrade, Bytemark und Padam Mobility gehört künftig auch ‚S3 Passenger‘ von Sqills zu dem umfassenden Siemens Mobility Softwareportfolio, das eine breite Palette von Dienstleistungen für den öffentlichen Verkehrssektor bündelt.
(mit Unterlagen der dpa)













