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VDMA

Inka Krischke,

Produktionsplus von 5 % erwartet

Trotz gut gefüllter Auftragsbücher im Maschinen- und Anlagenbau kämpfen viele Unternehmen mit zunehmenden Material- und Lieferengpässen. Daher geht der VDMA laut Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers für 2022 von einem Produktionszuwachs von real 5 % aus.

Dr. Ralph Wiechers, VDMA

© VDMA

„Laut unserer aktuellen VDMA-Blitzumfrage von Anfang September haben inzwischen 81 % der Maschinenbaufirmen merkliche oder gravierende Beeinträchtigungen in ihren Lieferketten. Drastisch zugenommen haben insbesondere Knappheiten von elektrotechnischen und Elektronikkomponenten. Darüber hinaus leiden knapp zwei Drittel der Befragten unter Beeinträchtigungen in der Logistik- und Transportabwicklung. Das ist jeweils deutlich mehr als selbst zu Spitzenzeiten der Pandemie Mitte April 2020“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Viele Unternehmen kämpfen mit zunehmenden Material- und Lieferengpässen, so dass der VDMA für 2022 von einem Produktionszuwachs von real 5 % ausgeht.

© VDMA

Eine Entspannung speziell bei der Zulieferung von Vorprodukten sei zumindest für die kommenden drei Monate nicht zu erwarten. „40 % der befragten Maschinenbaufirmen rechnen sogar mit zunehmenden Problemen, 52 % mit gleichbleibenden Herausforderungen“, erläutert Dr. Wiechers. Daher sei trotz der guten Auftragslage auch mit Blick auf das kommende Jahr noch Vorsicht geboten: „Die Dynamik in einigen Ländern lässt zudem bereits deutlich nach, und die Delta-Variante sowie mangelnde Impffortschritte belasten in vielen Ländern das Wirtschaftsgeschehen. Daher gehen wir für 2022 von einem etwas schwächeren Produktionszuwachs von real 5 % aus. Insgesamt dürfte der Aufschwung aber intakt bleiben. Außerdem wird all das, was aus Knappheitsgründen in diesem Jahr nicht mehr gefertigt werden kann, im nächsten Jahr umgesetzt”, prognostiziert der VDMA-Chefvolkswirt.
 

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Hoher Bestellzuwachs im laufenden Jahr

In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres verzeichnete der Maschinen- und Anlagenbau ein reales Produktionsplus von 7,1 % zum Vorjahr. Noch kräftiger legten die Auftragseingänge von Januar bis einschließlich Juli zu, sie stiegen um 30 % zum Vorjahr (Inland: plus 20 %, Ausland: plus 36 %). Dies werde in den kommenden Monaten nach Einschätzung der VDMA-Volkswirte für eine weiterhin hohe Kapazitätsauslastung sowie Produktionszuwächse sorgen.

Für das Gesamtjahr 2021 bleiben die VDMA-Volkswirte bei ihrer Einschätzung eines Wachstums von 10 %. Damit würde die Branche ihrem Produktionswert von 2019 zwar ein gutes Stück nähergekommen; zwischenzeitliche Hoffnungen auf ein noch höheres Wachstum werden sich aller Voraussicht nach aber nicht erfüllen. In einigen Fachzweigen, speziell bei den Herstellern von Teilen und Komponenten, sowie in Asien gibt es erste Anzeichen für ein geringeres Expansionstempo. „Andere kommen jetzt erst richtig in Schwung, müssen aber wegen der zahlreichen Engpässe Abstriche bei ihren Produktionsplänen machen“, schränkt Dr. Wiechers ein.

Etwa 90 % der Unternehmen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus rechnen für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus.

© VDMA

Diese Einschätzung findet sich in der der jüngsten VDMA-Blitzumfrage bestätigt, an der knapp 600 Unternehmen teilnahmen. Demnach können derzeit neun von zehn Firmen in Folge von Produktionsbehinderungen weniger umsetzen als unter anderen Bedingungen möglich wäre. Dies dämpft auch die Umsatzerwartungen für das laufende Jahr: Knapp die Hälfte der Maschinenbauer (44 %) beziffert die Verringerung des Umsatzwachstums 2021 infolge von Materialengpässen auf 1 bis 5 Prozentpunkte, weitere 28 % machen sogar einen Abschlag von 5 bis 10 Prozentpunkten. „Immerhin rechnen etwa 90 % der Unternehmen für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus. Doch der überwiegende Teil der Unternehmen wird Konsequenzen aus der schwierigen Versorgungssituation ziehen“, betont Dr. Wiechers.

Laut der VDMA-Umfrage planen mehr als 70 % der Betriebe nun, Änderungen in den Lieferketten vorzunehmen. Dies bedeutet vor allem, das Zulieferernetzwerk – auch geografisch – zu vergrößern, die Lagerhaltung zu erhöhen und alternative Lieferwege zu suchen.

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