E/A-Systeme

Günter Herkommer,

Phoenix Contact: Neue Controller für Axioline

Zur SPS/IPC/Drives 2009 startete Phoenix Contact mit der Markteinführung seines für die Ethernet-basierte Automation prädestinierten I/O-Systems Axioline. Bis dato fehlte diesem jedoch die eigene 'Intelligenz' – eine Lücke, die das Unternehmen jetzt mit den Axiocontrol-Steuerungen schließt.

Die Messeneuheiten des Axioline-Systems: Die Kleinsteuerung AXC 1050 (links im Bild) sowie ...

© Computer&AUTOMATION

„Wir haben noch einmal gründlich über das Thema der klassischen, seriellen Bus-I/Os nachgedacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass es nach dem durch Ethernet & Co. ausgelösten Paradigmenwechsel in der Kommunikationstechnik nun an der Zeit ist für einen neuen, revolutionären Ansatz bei den seriellen I/O-Systemen – es ist an der Zeit für ein System, das so schnell und einfach ist wie eine Reihenklemme!“ – mit diesen markigen Worten stellte Phoenix-Contact-Geschäftsführer Roland Bent das Axioline-System im Herbst 2009 der in Nürnberg versammelten Fachwelt vor. Ein System mit einer Update-Zeit pro Klemmenblock, die je nach I/O-Konfiguration zwischen 500 ns und 1 µs liegt. Anwender, die mit dieser I/O-Peripherie eine komplette Automatisierungslösung aufbauen wollen, mussten sich bis dato hinsichtlich der Steuerung allerdings bei der Konkurrenz bedienen beziehungsweise die I/Os über entsprechende Buskoppler an diese anbinden. Der Grund: Dem Axioline-System fehlte es bislang an eigenen Controllern und die existierenden Steuerungen aus dem Hause Phoenix Contact – speziell die Inline-Controller – sind mit diesem nicht kompatibel.

 

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... die IP67 I/Os mit der Bezeichnung Axioline E entsprechend in Szene gesetzt.

© Computer&AUTOMATION

Zur Hannover Messe wurde diese Lücke nun geschlossen – und zwar mit der Kleinsteuerung AXC 1050, dem ersten Mitglied der neuen Axiocontrol-Serie. Zum Aufbau lokaler Stationen lassen sich die I/O-Module des Axioline-Systems künftig direkt über den integrierten Axiobus an die Steuerung anreihen. Die Ethernet-Schnittstellen der Steuerung ermöglicht eine Integration in bestehende Netzwerke und die Anbindung weiterer dezentraler I/Os. Der Anwender kann dabei zwischen TCP/IP, UDP, Modbus/TCP oder Profinet als Kommunikationsprotokoll wählen.

Eine integrierte unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) ermöglicht es, applikative Maßnahmen zur Anlagenverfügbarkeit im Falle eines Spannungsausfalls zu ergreifen. Für den Einsatz in besonders anspruchsvollen Umgebungen steht zusätzlich die  Kleinsteuerung AXC 1050/XC mit erweitertem Temperaturbereich von - 40 bis + 60 °C zur Verfügung. Von der Leistungsfähigkeit her entspricht die Kleinsteuerung laut Phoenix Contact dem bisherigen Inline-Controller ILC 191.

Ebenfalls auf dem Messestand zu sehen war bereits der 'Erlkönig' eines weiteren Axioline-Controllers, der im Herbst auf den Markt kommen wird. Er trägt die Bezeichnung 3050 und soll leistungsmäßig zwischen der Kompaktsteuerung ILC 390 und dem Remote Field Controller RFC 470 liegen.

Das steckt hinter Axioline E

Was die E/As selbst betrifft, gab es in Hannover ebenfalls eine Produkterweiterung. Unter der Bezeichnung Axioline E wurde eine neue I/O-Familie in Schutzart IP 67 für die Feldinstallation vorgestellt. Als Gehäusetypen der in Blockbauweise konzipierten I/Os stehen Kunststoff- und Metall-Varianten zur Verfügung. Die I/O-Funktionalitäten umfassen je Netzwerk digitale Funktionen sowie je einen IO-Link-Master. Für Analog-Funktionen stehen fünf verschiedene IO-Link/Analogkonverter (AI/I, AO/U, AO/I, AO/U und RTD) in zwei verschiedenen Gehäusearten - gerade und gewinkelt - zur Verfügung. Unterstützt werden die Netzwerke Ethercat, Ethernet/IP, Modbus/TCP, Profinet, Sercos und Profibus.

Laut Phoenix Contact zeichnet sich die Axioline-E-Serie durch eine schnelle Installation mit Schnellverriegelung Speedcon aus. Aufgrund der Vibrationsfestigkeit bis 5g und der Schockfestigkeit bis 30g ist sie robust und durch verschieden farblich gekennzeichnete Anschlüsse und eindeutiger Signalisierung einfach in Betrieb zu nehmen. Für eine effiziente Versorgung der Geräte sorgen die neuen M12-Power-Anschlüsse mit 2 x 12A Stromtragfähigkeit. Hierdurch reduzieren sich Verkabelungsaufwände, da nur noch eine Zuleitung zum Gerät nötig ist.

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