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Artikel und Hintergründe zum Thema

Forschungsprojekt 'Brainflight'

Davina Spohn,

Mit Gedanken Flugzeuge steuern

Ein Flugzeug allein durch Gedanken steuern – Forscher der TU München und der TU Berlin ist dies nun in dem Flugsimulator-Projekt 'Brainflight' mit überraschender Präzision gelungen. Elektrische Potenziale werden dabei in Steuerbefehle umgewandelt.

© A. Heddergott / TU München

Sieben Versuchspersonen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen nahmen an den Tests am realitätsnahen Flugsimulator des Lehrstuhls für Flugsystemdynamik an der TU München teil - ein Teilnehmer verfügte sogar über keinerlei praktische Erfahrung im Cockpit. Die Genauigkeit, mit der die Versuchspersonen allein durch gedachte Kommandos den Kurs halten konnten, hätte laut der TU München teilweise auch den Anforderungen einer Flugschein-Prüfung genügt: "Einer der Probanden konnte acht von zehn vorgegebenen Kursen mit einer Abweichung von nur zehn Grad folgen", berichtet Luft- und Raumfahrtingenieur Tim Fricke. Er ist der Leiter des Projekte an der TU München. Auch der Landeanflug bei schlechter Sicht gelang einigen Probanden gut. Ein Versuchspilot setzte sogar nur wenige Meter neben der Mittellinie auf.

In einem zweiten Schritt beschäftigen sich nun die Wissenschaftler der Arbeitsgruppe 'PhyPA' (Physiological Parameters for Adaptation) an der TU Berlin mit der Frage, wie die Anforderungen an das Steuerungssystem und die Flugdynamik verändert werden müssen, um der neuen Steuerungsmethode gerecht zu werden. Bei einer herkömmlichen Steuerung des Flugzeuges spürt der Pilot Widerstände und muss große Kraft aufwenden, wenn das Flugzeug zu sehr belastet wird. Dieses Feedback fällt beim hirngesteuerten Fliegen weg. Daher suchen die Forscher nach alternativen Wegen, dem Piloten eine Rückmeldung zu geben, ob er zum Beispiel das Flugzeug zu stark beansprucht.  Ende September 2014 wollen die Forscher beim Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Bis zur Anwendung ist es aber noch ein langer Weg – "Bis es überhaupt die technische Reife erlangt hat, vergehen sicher noch Jahre, Jahrzehnte", prognostiziert Fricke.

Eine langfristige Vision des Projektes sei es, mehr Menschen den Zugang zum Fliegen zu eröffnen. "Durch die Hirnsteuerung könnte das Fliegen an sich einfacher werden. Dies würde die Arbeitsbelastung von Piloten verringern und damit die Sicherheit erhöhen. Die Piloten hätten außerdem mehr Bewegungsfreiheit, um andere manuelle Aufgaben im Cockpit zu übernehmen", führt Fricke aus.

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