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Artikel und Hintergründe zum Thema

Siemens

Günter Herkommer,

Hamburg wird Sitz des Windgeschäfts

Die neue Siemens Division Wind Power wird am 1. Oktober mit Sitz in Hamburg an den Start gehen. Bis 2013 sollen von dort aus 500 Mitarbeiter das weltweite Geschäft von Siemens mit der Windkraft lenken.

© Siemens

„Hamburg ist ein sehr attraktiver Standort und zugleich eine der wichtigsten Windmetropolen der Welt. Deshalb werden wir künftig unser weltweit rasch wachsendes Windenergiegeschäft aus der Hansestadt heraus steuern“, sagt Michael Süß, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO des Siemens Energy Sektors. Die Ausgangsposition von Siemens im Windgeschäft sei sehr gut: Der Auftragsbestand beläuft sich aktuell auf fast elf Milliarden Euro und allein in Deutschland konnte Siemens bereits Aufträge über sechs Offshore-Windkraftwerke in Nord- und Ostsee mit einer Gesamtleistung von 1.300 Megawatt (MW) verbuchen. Die Mitarbeiterzahl von Siemens Wind Power in Hamburg soll sich bis 2013 von derzeit 170 auf über 500 verdreifachen. Weltweit beschäftigt Siemens im Windenergiebereich rund 7800 Mitarbeiter, in Deutschland sind es etwa 1000.

Für das Geschäft mit Windenergie wird Süß zufolge künftig die Industrialisierung von Fertigung und Logistik eine entscheidende Rolle spielen, um durch hocheffiziente Prozesse die Kosten für die Windkraft senken zu können. Hier soll Felix Ferlemann als CEO der Division Wind Power mit seinen umfassenden Erfahrungen aus der Automobilbranche den Siemens-Konzern einen wichtigen Schritt voranbringen. Besondere Bedeutung komme zudem der Regionalisierung zu, um noch näher an die Kunden heranzurücken. Deshalb wird Siemens sein Windenergiegeschäft unterhalb der Divisionsebene künftig aus drei regionalen Business Units heraus führen. Aus dem dänischen Brande wird das Windenergie-Geschäft für Europa, den Nahen Osten und Afrika sowie das europäische Offshore-Geschäft gesteuert. Geleitet wird die neue Business Unit EMEA von Jan Kjaersgaard, der bislang das Siemens Windenergiegeschäft in Nord- und Südamerika verantwortete. CEO der für Nord- und Südamerika zuständigen Business Unit in Orlando im US-Bundesstaat Florida wird Mark Albenze. Er war bisher Vice President Vertrieb Power Systems Siemens Energy in Denver, USA. Kay Weber wird die lokale Business Unit für die Region Asien-Pazifik mit Sitz in Shanghai, China, leiten. Er ist seit 20 Jahren bei Siemens und war bisher für das Servicegeschäft von Siemens Energy in der Region Asien-Pazifik verantwortlich. Chief Financial Officer (CFO) der Division Wind Power wird Wolfgang Hermann, bislang CFO der Industry Solutions Division von Siemens.

Seit Siemens im Jahr 2004 den dänischen Windturbinenhersteller Bonus Energy übernommen hat wurde das Geschäft stark ausgebaut. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich inzwischen von 800 auf rund 7800 fast verzehnfacht, der Umsatz hat sich sogar verzwölffacht auf rund 3,2 Mrd. Euro. Heute verfügt Siemens Wind Power über sieben Werke in drei Ländern. In drei Jahren sollen es bereits zwölf Fertigungsstätten in acht Ländern sein.

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Der Weltmarkt für die Windenergie

Die Perspektiven für die Windenergie sind nach Einschätzung von Siemens sehr gut. Der Weltmarkt soll von rund 42 Mrd. Euro pro Jahr in 2010 auf rund 60 Mrd. Euro im Jahr 2016 zulegen. Für den Onshore-Markt wird ein Wachstum von 38 Gigawatt (GW) auf 45 GW pro Jahr erwartet. Gleichzeitig gewinnen auch Windparks auf dem Meer an Bedeutung und sollen jährlich von 3 GW auf 11 GW zulegen. Auf Offshore-Windkraftwerke werden in fünf Jahren bereits rund 20 Prozent des gesamten Windenergiemarktes entfallen.

Allein in Europa rechnet Siemens bis 2030 für die Offshore-Windenergie mit einer installierten Leistung von mehr als 80 GW. Dies entspricht der Leistung von etwas mehr als der Hälfte des derzeit in Deutschland installierten Kraftwerksparks. Von diesen 80 GW seien derzeit erst sechs Prozent erschlossen. Auch bei Windparks an Land, auf die heute bereits über 60 Prozent des weltweiten Windenergiegeschäftes von Siemens entfallen, will das Unternehmen kräftig wachsen.

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