Geräteintegration per FDT 2.0

Stefan Kuppinger,

Frames zuerst!

Bei der FDT-Technologie zur Geräte-Integration in Steuerungen und Leitsysteme steht der Wechsel von ActiveX und COM zu .Net und WPF an. Die Auswirkungen und die eigene Technologie-Roadmap erläutert Andreas Börngen von der Firma M&M Software.

„Vor allem die Hersteller von Geräten und Prozessleitsystemen sind jetzt gefragt, ihre Applikationen zügig an die Standardversion FDT 2.0 anzupassen," betont Andreas Börngen, Geschäftsführer Vertrieb und Produktmarketing auf der gestrigen Pressekonferenz. Hierbei gilt: DTM follows Frame! Zuerst müssen FDT-2.0-Rahmenapplikationen, die sogenannten Frames, auf dem Markt sein, damit die neuen Geräte-DTMs überhaupt laufen können.

Entwicklungs-Roadmap der Firma M&M: Parallel zur Verabschiedung der Spezifikation von FDT 2.0 Mitte 2010 beginnt M&M mit der Umsetzung in die Frame-Applikation.

„Und auch Geräte-Hersteller sollten bei der DTM-Entwicklung auf keinen Fall die Hände in den Schoss legen", mahnt Börngen. Der Grund: Neue DTM-Projekte werden zwar nach wie vor für FDT 1.2.1 entwickelt; basieren aber bereits auf der .Net-Technologie. Allerdings sollte bei der Auslegung der DTM-Architektur darauf geachtet werden, dass ein späterer Umstieg auf FDT 2.0 mit minimalem Migrationsaufwand möglich ist. Das betrifft beispielsweise die strikte Trennung von User-Interface und Business-Logik. Bereits existierende DTMs lassen sich dann an den neuen Standard anpassen. Da FDT 2.0 eine Rückwärtskompatibilität verspricht, laufen alte DTMs auch noch in FDT-2.0-Systemen.

Laut Börngen dürfen die basicDTM-Anwender dem neuen Standard gelassen entgegensehen, die mit dem M&M-Tool dtmGenerator automatisch aus vorhandenen Gerätebeschreibungsdateien (Device Descriptions) erstellt werden. „Sobald der neue Standard verfügbar ist und der Generator auf FDT 2.0 angepasst ist, genügt ein erneuter Durchlauf um einen funktionierenden DTM zu generieren", erklärt Börngen.

Mit der kommenden FDT-Generation verbessern sich Qualität, Stabilität und Interoperabilität der Systeme. Als Beispiele nennt Börngen das einheitliche Bedienkonzept über Herstellergrenzen hinweg, die gesteigerte Performance zur Laufzeit sowie die Möglichkeit, DTMs in Client/Server-basierten Systemen zu nutzen.

Ermöglicht werden diese Verbesserungen durch den Technologiewechsel von COM- und ActiveX-Technologie zu .Net und WPF. Damit verbunden sind neue Architekturansätze und ein geändertes Datenmodell.

Dass M&M seine technologische Führungsrolle ernst nimmt, zeigt die ambitionierte Produkt-Roadmap für FDT 2.0: Wenige Monate nach der für Mitte 2010 angekündigten FDT-Version will M&M erste Updates bereitstellen. Die Frame-Applikation fdtContainer soll bis Mitte 2011 folgen. Für die DTM-Produkte ist ein Zwischenschritt über .Net vorgesehen. Bereits Anfang 2010 wird das DTM-Entwicklungstoolkit dtmManager um die Programmiermöglichkeiten in .Net erweitert sein.

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