EMO 2011
Die Siemens-Neuheiten
Um 30 Prozent soll dieses Jahr der Umsatz der deutschen Werkzeugmaschinenhersteller zulegen. Von der EMO erwarten sich die Hersteller einen zusätzlichen Investitionsschub. Mit welchen Neuerungen Siemens hierzu beitragen will, erläuterten Uwe Frank und Joachim Zoll anlässlich einer Vorpressekonferenz.
Die Aussichten sind rosig wie selten: Allein von Januar bis März stiegen die Bestellung bei den deutschen Werkzeugmaschinenbauern um 130 %. Mit diesen Werten liegt der Auftragseingang wieder nah an den Werten von 2007, im Umsatz fehlt lediglich noch ein gutes Zehntel zum Topniveau von 2008.
Soviel zu den Zahlen, mit denen Uwe Frank, Leiter des Geschäftsbereiches Motion Control Systems, die derzeitige Ausgangslage beschreibt. Seiner Meinung nach unterliegt der Maschinenbau zukünftig starken Veränderungen. Frank: „Es liegt nahe, dass sich die Anforderungen an Technologien, Materialien, Prozesse und Ressourcen verändern.“
Siemens will deshalb die Kunden in zwei Hauptrichtungen unterstützen: Einmal durch robuste und einfache Produkte speziell für Emerging Countries. Andererseits durch Spitzentechnologie für hochentwickelte Industrieländer.
Asien im Blick
Als konkrete Beispiele von Produkten für die Emerging Countries benennt Frank die Erweiterung der Sinumerik 828D-Familie um die technologiespezifischen Einstiegsvarianten 828D Basic M für Standardfräsmaschinen und die 828D Basic T für Standarddrehmaschinen. Im Vergleich zu den vor zwei Jahren auf der EMO präsentierten 828D Modellen sind die jetzt hinzugekommenen Basic-Geräte mit einem kleineren Display und weniger Achsen beziehungsweise Spindeln ausgestattet. Joachim Zoll, Leiter des Geschäftsfeldes Machine Tools geht ins Detail: „Wir verbinden mit der Einstiegs-CNC der Kompaktklasse Qualität und Zuverlässigkeit mit einem günstigen Preis.“
Als Besonderheiten hebt er heraus, dass die Bedientafel aus Magnesiumdruckguss besteht und die Steuerung wartungsfrei sei, weil sie weder Lüfter, Festplatte noch eine Batterie aufweist. Nichtsdestotrotz verfügen laut Zoll die Steuerungen über 80 Bit Gleitkommagenauigkeit. Softwareseitig können also Genauigkeitswerte im Bereich eines Zentel-Mikrometers erreicht werden. „Die in der Praxis erzielbare Präzision ist somit nicht steuerungstechnisch beschränkt, sondern wird von den Möglichkeiten der mechanischen Komponenten bestimmt“, sagt Zoll.
Eine Besonderheit der Steuerungen sei die Funktion „Easy Message“. Damit werde der für die Maschine verantwortliche Mitarbeiter via SMS über alle wesentlichen Prozessdaten der Fertigung auf dem Laufenden gehalten. Wenn also eine Maschine neue Rohteile benötigt oder ein Fräser an die Grenze seiner Standzeit gerät, kann die Sinumerik entsprechende Informationen schicken.
Jetzt mit Multitasking
Neues gibt es auch bei der Sinumerik 840D sl. Die neu integrierte Funktionalität für die Komplettbearbeitung soll die jeweilige Bearbeitung auf Multitasking-Maschinen, wie Fräs-Drehmaschinen oder Dreh-Fräsmaschinen, in einem Arbeitsgang einfacher und wirtschaftlicher machen. Die Bedienoberfläche bietet dafür eine integrierte Drehfunktionalität für das Fräsen und eine integrierte Fräsfunktion für das Drehen.
Ergänzt durch neue Messzyklen mit animierten Elementen. Das einheitliche Look&Feel erlaubt laut Joachim Zoll eine homogene Bedienung in allen Technologien und Programmierarten wie DIN-und Arbeitsschrittprogrammierung bei ShopMill und ShopTurn oder bei der Hochsprachenprogrammierung.
Ctrl Energy
Auch Energieeffizienz ist zur EMO ein Thema auf dem Siemens Stand. „Der Anteil der Werkzeugmaschine am Energiebedarf kann je nach Unternehmen bis zu 68 Prozent betragen“, verdeutlicht Zoll die Brisanz des Themas.
Unter dem Begriff Sinumerik Ctrl-Energy fasst Siemens deshalb jetzt das gesamte Lösungsspektrum für einen energieeffizienten Betrieb von Werkzeugmaschinen – bestehend aus den Antriebssystemen und Motoren, CNC- und Antriebsfunktionen, PC-Softwarelösungen sowie Dienstleistungen – zusammen. Für den Maschinenbediener zeigt sich dies in der Form, dass er über die Tastenkombination ,Ctrl´ und ,E´auf der Bedientafel eine Auswertung des Energieverbrauchs der Maschine erhält und den Energieverbrauch in Stillstandszeiten managen kann. Mit der Funktion ,Ctrl-E Analysis´erfassen die Steuerungen dabei nicht nur den Energieverbrauch des Antriebssystems, sondern den Energieverbrauch der gesamten Maschine. Dies soll dem Maschinenanwender ermöglichen, den Energieverbrauch pro Werkstück zu analysieren und daraus Verbesserungen bei der Bearbeitungsstrategie abzuleiten. Die Funktion ,Ctrl-E Profiles´ ist für den Maschinenhersteller zudem eine Plattform zur Projektierung von Energiespar-Modi der Maschine. Damit lassen sich Energieverbraucher in Stillstandszeiten gezielt abschalten.











