Karlsruher Institut für Technologie

Inka Krischke,

Das Projekt EDAI

Im Projekt EDAI koppeln die Forschenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) den Entwurf von KI-Algorithmen und KI-Chips. EDAI baut auf Open-Source-Software auf, um insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen den Zugang zu KI-basierten Lösungen zu erleichtern.

© Pixabay

Von Künstlicher Intelligenz (KI) können viele Branchen profitieren, beispielsweise Energie- und Medizintechnik, Automobil- und Maschinenbau, Marketing und Logistik. Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz von KI ist die Entwicklung geeigneter Hardware, das heißt leistungsfähiger Mikrochips. Neben hoher Rechenleistung, niedrigen Kosten und Energieeffizienz sind dabei vor allem Sicherheit und Zuverlässigkeit gefragt. »Die Entwicklung von Hardware erfordert spezielles Know-how, da die Entwurfsprozesse deutlich komplexer sind als bei Software«, sagt Mehdi B. Tahoori, Professor für Dependable Nano Computing am Institut für Technische Informatik des KIT. »Aber weltweit mangelt es an Fachleuten für Hardware.« Zudem sind Lizenzen für Hardware-Entwurfswerkzeuge, die State of the Art sind, extrem teuer. Diese Herausforderungen bilden hohe Hürden besonders für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU).

Um einen effizienten Entwurf von KI-Chips und KI-Systemen zu ermöglichen, verfolgt das Projekt ‚German Open-Source Tools for AI Algorithm-Hardware Co-Design‘, kurz EDAI, einen neuen Ansatz: Die Forschenden koppeln den Entwurf von KI-Algorithmen und KI-Chips. »Wir entwickeln Algorithmus-Hardware-Co-Design-Tools, welche die Optimierung von KI-Algorithmen mit der Erkundung des Hardware-Designraums kombinieren«, erklärt Tahoori, der Sprecher des Projekts ist. »Dabei berücksichtigen wir die Hardwareanforderungen im gesamten Prozess.« Besondere Aufmerksamkeit gilt den Kriterien Sicherheit (Security) und Funktionssicherheit (Safety).

Das Projekt EDAI baut auf Open Source auf, das heißt, die entwickelte Software ist quelloffen. Dies soll zum einen die Gemeinschaft für den Entwurf von KI-Chips vergrößern und dem weltweiten Fachkräftemangel entgegenwirken, zum anderen soll es den Zugang zu KI-basierten Lösungen besonders für kleinere und mittlere Unternehmen erleichtern. Denn KI bildet eine wesentliche Komponente der Digitalisierung und bietet gerade KMU die Chance, wissenschaftliche Erkenntnisse für ihre Wertschöpfung zu nutzen und Wettbewerbsvorteile zu erlangen.

Anzeige

Über EDAI

Das KIT koordiniert EDAI, Partner sind die TU München, die FAU Erlangen-Nürnberg und die RPTU Kaiserslautern-Landau. EDAI ist am 1. Mai 2024 gestartet und auf drei Jahre angelegt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt auf Basis der Richtlinie ‚Design-Instrumente für souveräne Chipentwicklung mit Open-Source‘ (DE:Sign). Insgesamt beläuft sich das Budget des Projekts auf rund 3 Mio. Euro. Das Projektkonsortium bringt international renommierte KI- und Hardware-Expertinnen und Experten führender deutscher Universitäten zusammen und engagiert sich für einen erfolgreichen Technologietransfer in die Industrie, besonders zu KMU. Ziel ist es, eine leistungsstarke, anpassungsfähige KI-Plattform für die deutsche Industrie und für spezifische Anwendungsbereiche wie Automotive und industrielle Automatisierung zu schaffen. Dies wird Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität fördern. »Das KIT als Koordinator macht Karlsruhe zum Standort für energieeffiziente und vertrauenswürdige KI-Chips in Deutschland und Europa«, sagt Projektsprecher Tahoori.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Meistgelesen

Die Top-Artikel im Juli 2024

Innovationsgeist und unternehmerisches Denken prägen die meistgelesenen Beiträge aus dem Juli. Erfahren Sie mehr über Wettbewerbsvorteile durch KI, klicken Sie sich durch prämierte Entwicklungen und lesen Sie mehr über Model-Based Design und...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

FZI

Nachhaltigkeit ist digital

Die Hannover Messe 2024 steht unter dem Motto Energizing a Sustainable Industry. Das FZI Forschungszentrum Informatik präsentiert mit zahlreichen Forschungsprojekten die Möglichkeiten der Digitalisierung auf dem Weg zu einer nachhaltigen und...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Festo

Intelligente Roboter dank KI

Bei Festo fand der Abschluss des Forschungsprojekts Flairop statt, das daran arbeitete, Kommissionierroboter mit verteilten KI-Methoden intelligenter zu machen. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren