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Artikel und Hintergründe zum Thema

Im Fokus: Künstliche Intelligenz

Andrea Gillhuber,

»Der KI-Zugang wird demokratisiert«

Siemens spricht vorrangig von ‚Industrieller KI‘. Was der Konzern darunter versteht, welche Rolle KI in der Echtzeitvisualisierung und bei Digital-Twin-Technologien spielt, darüber spricht Boris Scharinger.

Boris Scharinger ist Senior Innovation Manager bei Siemens. © Siemens

Siemens spricht vorrangig von ‚Industrieller KI‘. Was genau verstehen Sie darunter beziehungsweise wo liegen die Unterschiede?

Unsere Mission ist eine ‚industrie-taugliche‘ KI, die sich durch drei Eigenschaften auszeichnet: Erstens – sie muss ausreichend robust und zuverlässig sein, damit wir sie in kritischen Design- und Produktionsprozessen der Industrie einsetzen können. Wie wir an der Schnittstelle zwischen KI und funktionaler Sicherheit sehen können, muss das gesamt industrielle Ökosystem daran arbeiten, die Zuverlässigkeit in kritischen Einsatzbereichen zu erhöhen.

Zweitens – industrie-taugliche KI ist in der Breite der Industrie zugänglich. Der KI- Zugang wird demokratisiert und ist nicht mehr nur wenigen Experten vorbehalten.

Drittens – industrielle KI muss sinnhaft sein und einen Unterschied machen, zum Beispiel in Sachen Ressourceneffizienz.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in Siemens‘ Vision des industriellen Metaverse, insbesondere im Bereich der Echtzeitvisualisierung und Digital-Twin-Technologien?

Beide Themen befruchten sich. Das industrielle Metaverse dient als umfassende Aggregationsplattform für digitale Zwillinge: Wir wollen schließlich nicht nur auf Komponentenebene simulieren, sondern auf System-Ebenen ganze Maschinen, Linien, Fertigungen oder sogar Fertigungsnetzwerke optimieren.

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KI unterstützt dabei vielfältig: Simulation wird durch KI deutlich beschleunigt, schlicht, weil wir auf Systemebene so viel mehr simulieren können und müssen. KI hilft bei der Integration von realen Daten mit digitalen Zwillingen. KI-unterstützte Analytik wertet Simulationsdaten aus, um Optimierungsentscheidungen zu treffen oder Problemursachen zu identifizieren. Und zu guter Letzt:  Die fotorealistischen Visualisierungen aus dem Metaverse lassen sich tatsächlich als synthetische Daten nutzen, um KI zu trainieren, die in der realen Welt zum Beispiel AGVs steuert.

Inwiefern unterstützt generative KI, die in Siemens Xcelerator integriert ist, Echtzeit-Visualisierungen auf physikalischer Basis und welche Vorteile bringt das für die Industrie?

Wir werden eine neue Komponente in unserer cloudbasierte Product Lifecycle Management-Software ‚Teamcenter X‘ anbieten: Sie gibt Entwicklungsteams die Möglichkeit, einen ultra-intuitiven, fotorealistischen und physikbasierten digitalen Zwilling in Echtzeit zu erstellen, der Arbeitsabläufe effizienter macht und Fehler reduziert.

Die Modellierung von fotorealistischen Darstellungen, wie beispielsweise von Materialien, von Beleuchtungsumgebung und anderen Elementen der Szene, wird durch generative KI erheblich beschleunigt – von Tagen auf Stunden.

Wir alle wissen: Menschen sind visuelle Wesen. Ob Vertriebs- und Marketingteams oder Entscheidungsträgern beim Kunden – neben den Entwicklern kommt die hervorragende und genaue Visualisierung verschiedensten Nutzergruppen zugute.

Siemens arbeitet mit Nvidia zusammen, um die Möglichkeiten des industriellen Metaverse zu erweitern. Wie verbessert diese Partnerschaft den Produktentwicklungs- und Fertigungsprozess?

Nvidia entwickelt hoch-performante Chips zur Ausführung von KI-Modellen. Wir nehmen diese und stellen sie unseren Kunden industrie-tauglich integriert in unserem Industrie-PC-Portfolio zur Verfügung. Die Nvidia-Software-Runtime für KI-Modelle ist eine zentrale Komponente der AI-Tools auf unserer Industrial Edge, mit der unsere Partner- und Kunden ihre individuellen KI-Anwendungen betreiben können – über alle Phasen des KI-Lebenszyklus hinweg.

Darüber hinaus arbeiten Nvidia und Siemens an vielen Stellen zusammen, um die beschriebene Vision des industriellen Metaverses Wirklichkeit werden zu lassen.

Übrigens: Damit wir nicht die Bodenhaftung verlieren, sind wir mit unseren eigenen Werken Customer Zero für diese Konzepte, wie zum Beispiel in unserer Elektronikfertigung in Erlangen.

Siemens auf der SPS 2024: Halle 11

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