Endress+Hauser
Zielsetzung für 2009: Die schwarze Null
Trotz der globalen Wirtschaftskrise zum Jahresende, verzeichnete die Firma Endress+Hauser im Geschäftsjahr 2008 nochmals ein starkes Umsatzwachstum und einen Gewinn auf Vorjahresniveau.
Klaus Endress Geschäftsführer der Endress+Hauser AG: „Wir gehen bestenfalls von einer schwarzen Null für 2009 aus.“
Geschäftsführer Klaus Endress betonte auf der Bilanzpressekonferenz in Basel die rasche Abkühlung zum Jahresende: „Lange sah es für Endress+Hauser nach einem weiteren Rekordjahr aus.“ Nach und nach ging der anfangs gut zweistellige Zuwachs dann zurück. Mit 1,211 Mrd. € Nettoumsatz und einem Wachstum von 8,8 % übertraf die Firmengruppe dennoch ihre Zielsetzung: „Wir sind wieder stärker als der Markt gewachsen“, betont der Firmenchef. Der Benchmark liegt in der Prozessautomation bei 4 bis 5 %. Als stabiler Markt erwies sich Europa mit einem Plus von 8,4 %. Trotz der guten Entwicklung in China, Indien und Südostasien verlor das Geschäft in Asien an Dynamik und fiel mit +8,1 % nicht mehr zweistellig aus. Mit +6,2% war der Abschwung in den USA und Kanada früh spürbar. Dynamisch entwickelte sich der Nahe Osten; die Region Afrika/Nahost legte um 33,3 % zu.
Sämtliche Branchen mit Ausnahme der Papier- und Zellstoffindustrie trugen zum guten Wachstum bei.
Michael Ziesemer, leitender Geschäftsführer Endress+Hauser: „In Asien spüren wir bereits eine Belebung, in den USA und Europa noch nicht.“
Besonders starke Impulse kamen aus den Bereichen Öl und Gas, Energie und Kraftwerke, erneuerbare Energien sowie Schiffbau. „Fragen der Energieeffizienz und des Umweltschutzes haben unsere Kunden besonders bewegt“, berichtet Michael Ziesemer, als leitender Geschäftsführer zweiter Mann an der Unternehmensspitze. Obgleich Messgeräte für die industrielle Verfahrenstechnik nach wie vor den Kern des Geschäfts bilden, wächst Endress+Hauser besonders stark mit Dienstleistungen und Automatisierungslösungen – und kann aktuell damit Pluspunkte sammeln. „Ertüchtigung und Optimierung von Anlagen stehen momentan hoch um Kurs“, betont Ziesemer. In diesem Segment, das inzwischen mit 10% zum Umsatz beiträgt, verzeichnet das Unternehmen weiterhin Zuwächse. 200 neue Patentanmeldungen im Jahr 2008 zeugen von Innovationskraft. Endress+Hauser wandte 88,8 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung auf – das sind 7,3 % vom Umsatz und 17,5 % mehr als im Vorjahr.
Innovationen sichern künftiges Wachstum
Bedingt durch hohe Investitionen und starken Personalaufbau wuchs das Betriebsergebnis mit 7,0 % etwas langsamer als der Umsatz auf 156,5 Mio. €. Das Ergebnis vor Steuern sank um 3,9 % auf 140,3 Mio. €. Als Ursache nannte Endress die ungünstigen Wechselkurse zum Stichtag, die das Ergebnis mit 17 Mio. € belastet haben. Unterm Strich sorgt die verbesserte Steuerquote für einen Gewinn nach Steuern von 104,6 Mio. € (-1,5 %). „Für Endress+Hauser war 2008 bereits das fünfte Jahr in Folge mit gutem Wachstum“, erklärt Klaus Endress. Organisation und Strukturen mussten an diese Entwicklung angepasst werden. Insgesamt schuf das Unternehmen vergangenes Jahr 579 zusätzliche Arbeitsplätze. Mehr als die Hälfte der weltweit 8.434 Beschäftigten sind in der deutsch-französisch-schweizerischen Region um Basel tätig, wo alleine 197 Stellen hinzukamen.
Auftragsrückgang ist nicht mehr aufzuholen
„Die weltweite Wirtschaftskrise hat Endress+Hauser erreicht“, stellt Klaus Endress fest. Der Auftragseingang liege derzeit etwa 15 % unter Plan. Die Zahlen variierten stark mit einer Tendenz zum Besseren. „Trotzdem steht schon heute fest, dass wir unsere ehrgeizigen Ziele nicht erreichen werden. Nullwachstum wäre ein Erfolg“, so der Firmenchef, der eher mit einem leichten Umsatzrückgang rechnet. Dennoch ist Klaus Endress zuversichtlich: „Die Krise hat längst nicht alle unsere Märkte erfasst und trifft nicht alle Bereiche gleich stark.“
Die stabilen Märkte
Gegen den Trend entwickelt sich das Geschäft in den Branchen Öl und Gas, erneuerbare Energien und Agrochemie, ebenso die wenig von Wirtschaftszyklen beeinflussten Bereiche Energie und Kraftwerke sowie Wasser/Abwasser. Von Wachstum geprägt ist weiterhin der Nahe Osten, gut entwickeln sich auch Indien, Lateinamerika und Südostasien. Endress+Hauser rechnet mit einer spürbaren Besserung erst im nächsten Jahr. „Wir können auch ein schwieriges Jahr wie 2009 gut meistern“ Endress stützt sich bei dieser Aussage auf ein solides finanzielles Fundament. Die Firmengruppe erhöhte ihre Eigenkapitalquote nochmals um 2,6 Punkte auf 61,3 %.











