AMA Fachverband

Computer Automation,

Weiterbildungs-Initiative

Der AMA Fachverband will sich künftig in der Aus- und Weiterbildung in Hochtechnologie-Feldern wie Mikrosystem- und Nanotechnologie sowie den optoelektronischen Technologien engagieren. Die Ziele beschreibt Dr. Dirk Rein, Geschäftsführer des AMA Fachverbandes für Sensorik.

Dr. Rein, warum Ihr Engagement in der Aus- und Weiterbildung?

 

Dr. Rein: Hochgerechnet hat die deutsche Sensorik im vergangenen Jahr etwa 13 000 neue Arbeitsplätze geschaffen, weitgehend Hochtechnologie-Arbeitsplätze. Dieser Bedarf lässt sich kaum über die „normalen“ Ausbildungswege decken. Im Rahmen der Dualen Ausbildung beispielsweise werden pro Jahr einige hundert Mikrosystemtechnologen ausgebildet – viel zu wenig. Zudem können die überwiegend kleinen Firmen der Sensorik einen Spezialisten gar nicht auslasten und bevorzugen folglich einen Generalisten, den sie dann auf ihre Belange hin weiterbilden. Genau an diesem Punkt setzen die Überlegungen des Bundesforschungsministeriums (BMBF) und des AMA Fachverbandes an: Über das gemeinsame Modellprojekt „AMA-Weiterbildung“ wollen wir Nachwuchs für die Hochtechnologie-Firmen qualifizieren – sowohl technologisch als auch im Erlernen spezieller Verhaltensregeln etwa für den Reinstraum.

 

Wen adressieren Sie mit Ihrem Angebot?

 

Dr. Rein: Das Modellprojekt geht von einem Dreisäulenkonzept aus: Eine Säule ist die Qualifizierung von Mitarbeitern aus den produzierenden Firmenbereichen wie Fertigung und Qualitätskontrolle. Die zweite Säule betrifft die Weiterbildung von Hochschulabgängern und ihre Qualifizierung für den speziellen Einsatz in der Entwicklung beziehungsweise im Produktmanagement. Die dritte Säule betrifft die Rückführung langzeit-arbeitsloser Naturwissenschaftler und Ingenieure in den ersten Arbeitsmarkt durch individuell angepasste Qualifizierungsmaßnahmen. Bei den beiden ersten Säulen gehen wir davon aus, dass die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter in die Seminare und Workshops entsenden. Bei den Langzeit-Arbeitslosen kommt sicherlich die Agentur für Arbeit als weiterer Partner ins Spiel.

 

Inwiefern unterscheidet sich das AMA-Konzept vom Angebot anderer Institutionen und/oder Firmen?

 

Dr. Rein: Viele der augenblicklichen „Weiterbildungsangebote“ sind eher verkaufsfördernde Maßnahmen des Anbieters, indem spezielle Produkte oder Dienstleistungen dargestellt werden. So etwas wollen wir auf gar keinen Fall machen, unsere Angebote sollen neutral Wissen beziehungsweise Können vermitteln. Und wir wollen natürlich keinesfalls nur ein weiterer unter vielen Anbietern von Weiterbildungsmaßnahmen sein. Vielmehr wollen wir mit unseren Partnern zusammenarbeiten und gemeinsam deren teils wegen der regionalen Ausrichtung nicht kostendeckenden Angebote vermarkten.

 

Diese „Partner“ sind Ihre Verbandsmitglieder?

 

Dr. Rein: Genau. Der AMA Fachverband ist einer der wenigen Verbände mit institutionellen Mitgliedern aus Firmen sowie Instituten. Mit den Instituten verfügen wir über ein großes Potenzial an Ausbildungswissen und -Erfahrung. Mit ihnen und anderen Partnern soll ein komplettes Seminar-Angebot entstehen. Zudem haben wir knapp 400 Firmenmitglieder und über die Messe Sensor+Test „Zugriff“ auf weitere Hochtechnologie- Firmen. So können wir durch die AMA-Weiterbildung das Know-how auf der Anbieterseite und den Bedarf auf der Anwenderseite durch unseren beiderseitigen „Zugriff“ optimal miteinander verbinden. Ich bin sicher, dass genau das auch der Grund ist, warum das BMBF dieses Modellprojekt mit uns starten will.

 

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„Wir wollen ein komplettes Seminarangebot erarbeiten, das die AMA Weiterbildung dann vermarktet“, umreißt AMA-Geschäftsführer Dr. Rein das Projektziel.

Wie sieht die Finanzierung aus?

 

Dr. Rein: Erfahrungen mit geförderten Netzwerken haben gezeigt, dass es vielfach nicht gelungen ist, Projekte nach Auslaufen der Förderung in sich selbst tragende Strukturen zu überführen. Deshalb planen wir eine frühzeitige Kommerzialisierung: Schon auf der nächsten Mitgliederversammlung will der amtierendeVorstand den Antrag auf Gründung einer weiteren Tochtergesellschaft – der AMA Weiterbildung GmbH – an die Mitglieder richten. Wegen zahlreicher „Vorarbeiten“ kann die Gesellschaft aber nicht von Beginn an kostendeckend arbeiten. Mit dem Modellprojekt hilft uns das BMBF bei der Anschubfinanzierung.

 

 

Sind spezielle Zertifikate für die Teilnehmer geplant?

 

Dr. Rein: Wir streben mit den Arbeitgeber- Organisationen abgestimmte Inhalte und Qualitätsmerkmale an, so dass Zertifikate auch bei einem Arbeitgeber- Wechsel anerkannt werden.

 

Wie war die Resonanz auf die ersten Seminare im Februar?

 

Dr. Rein: Die beiden Seminare, die früher schon in einer nicht mehr bestehenden regionalen Organisation angeboten und mangels Teilnehmer mehrfach abgesagt worden waren, waren bereits am 21. Januar ausgebucht. Die jeweilige Teilnehmerbefragung zum Abschluss der Seminare hat uns – im Sinne von Schulzensuren – durchschnittlich durchweg Einsernoten gebracht.

 

Welche Aktionen werden folgen?

 

Dr. Rein: Im Juni werden wir ein neu konzipiertes Seminar zur Gas-Sensorik anbieten und im September die beiden Seminare zur MR- beziehungsweise zur Hall-Sensorik wiederholen. Im Wissenschaftsrat werden weitere Themen ausgearbeitet. Auch Gespräche mit externen Partnern haben wir bereits gestartet, um gemeinsame Projekte aufzulegen.

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