Service-Roboter

Jan Bihn,

Mannlose Reinigung im Kuhstall

Die Milchkühe Walli, Lisa und Heidi haben einen neuen Mitbewohner, sein Name: Cow Rob! Der Kuhstallroboter der Vredischen Firma Betebe schiebt den Mist in die Spalten des Stallbodens.

© Bild: Elobau

Der Winkelsensor 424A von Elobau zur Überwachung der Lenkrollen bestimmt kontaktlos den Winkel, indem sich ein Magnetfeld um einen Hallsensor dreht. Er ist kurzschlusssicher und unempfindlich gegen Schmutz und Feuchtigkeit.

Der Roboter fährt mannlos durch den Kuhstall. Mit einem Schieber von bis zu zwei Metern Breite schiebt er dabei Mist in die Spalten des Bodens. An den beiden Schieberenden sind über ein Gelenk kurze Seitenarme angebracht. Sie haben jeweils eine Rolle, die den Kontakt zur Wand beziehungsweise zu einer mindestens 8 cm hohen Schiene sucht. Ins Gelenk ist ein Winkelsensor integriert, der die Auslenkung des Arms misst und an die Fahrzeugsteuerung weitergibt. Der Roboter fährt so immer an der Stallwand entlang.

 

„Wir haben großen Wert darauf gelegt, den Robotor und seine Bedienung so einfach wie möglich zu halten. Dazu haben wir eine Software entwickelt, die mit wenigen Sensoren auskommt." sagt Antonius Bengfort, Geschäftsführer bei Betebe. Diese müssen allerdings besonders robust sein: Der Einsatzbereich ist nicht nur feucht, sondern auch unter anderem mit Ammoniak und Schwefelwasserstoff belastet. Anfangs hatte es Versuche mit konventionellen Endschaltern gegeben, die das Signal „Wandkontakt – ja oder nein“ übermittelten und Steuersignale setzten. Die Erfahrungen mit dem analogen Signal von 1 bis 5 V, das der Elobau-Winkelsensor 424A übermittelt, waren jedoch besser. Bengfort erklärt: „Wir programmieren die Software so, dass der Roboter bei einem 2,5 V-Signal an der Wand entlang fährt. Dadurch werden die Bewegungen sehr gleichmäßig ausgeregelt.“

 

Angetrieben wird der Roboter über zwei Räder mit jeweils eigenem Motor. Dadurch kommt ein kleiner Wendekreis von nur 240 cm beim Zwei-Meter-Schieber zustande. Der Cow-Rob ist flach gebaut und 450 kg schwer und lässt sich daher nicht von den Tieren verdrängen. Trotzdem kann er mit bis zu 100 kg schieben, allerdings mit tierfreundlicher Sicherheitsschaltung, die bei einer Überschreitung der Schiebelast die Vorwärtsbewegung stoppt und ein Ausweichmanöver startet. So bewegt sich der Roboter geräuscharm zwischen den Tieren, die sich schnell an ihren reinigenden Stallgenossen gewöhnen. Die Laufzeit beträgt bis zu 19,5 Stunden pro Tag. Bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von 4 m pro Minute kann er so im Automatikbetrieb zwischen 6.000 und 8.600 qm Stallfläche säubern.

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