Sick AG

Meinrad Happacher,

Lichtblick Prozessautomation

Sick blickte anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 17.04.2009 auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2008 zurück, in dem der Umsatz um 4,2 Prozent auf 737,3 Mio. Euro stieg. Der stark rückläufige Auftragseingang im 1. Quartal 2009 machte jedoch ein Maßnahmenpaket erforderlich, um sich den Marktgegebenheiten anzupassen.

Auch wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im zweiten Halbjahr beträchtlich verschlechtert haben, blickt Sick insgesamt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2008 zurück. Das EBIT in Höhe von 71,3 Mio. Euro stieg gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,1 Prozent. Dieser Zuwachs ist auch der guten Entwicklung des Segments Prozessautomation zu verdanken, für das 2008 das erfolgreichste Geschäftsjahr seit seinem Bestehen  darstellt. Die Fokussierung auf die Kernkompetenzen Gasanalyse und Durchflussmessung haben sich im Berichtsjahr positiv ausgewirkt. Das Segment-EBIT in Höhe von 11,2 Mio. Euro konnte gegenüber dem Vorjahr wesentlich gesteigert werden. Die Segmente Fabrik- und Logistikautomation mussten aufgrund des massiven Umsatzrückgangs im letzten Quartal 2008 einen EBIT-Rückgang um 10,8 Prozent auf 60,1 Mio. Euro hinnehmen, da die Aufwendungen für Vertrieb und Forschung & Entwicklung auf das hohe Niveau des 1. Halbjahres 2008 ausgerichtet waren.

Zum 31. Dezember 2008 beschäftigte der SICK-Konzern 5.092 Mitarbeiter und damit 7,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund die Hälfte davon sind in Baden-Württemberg beschäftigt.

SICK unterteilt die Geschäftstätigkeit des Konzerns in die Segmente Fabrik-, Logistik- und Prozessautomation. Das Segment Logistikautomation wird 2009 erstmals zahlenseitig abgebildet.

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Die Fabrik- und Logistikautomation

Der Umsatz der Segmente Fabrik- und Logistikautomation, die Sensoren und Lösungen für die Automatisierungs- und Sicherheitstechnik sowie die automatische Identifikation anbieten und insbesondere in den Branchen Verpackungstechnik, Robotik, Maschinenbau, Automotive sowie Lager- und Fördertechnik aktiv sind, stieg im Geschäftsjahr 2008 um 1,9 Prozent auf 601,3 Mio. Euro.

Das Produktportfolio aus Sensoren, Steuerungen und Systemen für die Fabrikautomation bedient zahlreiche Branchen, die sich im Berichtsjahr sehr unterschiedlich entwickelten. Erfreulich entwickelte sich im Jahr 2008 die Solartechnik und die Verpackungsindustrie. So gestaltete sich 2008 für die Holzindustrie schwierig, und auch die Textilbranche und die Druckindustrie waren von zunehmend schwächer werdender Auftragslage gekennzeichnet. Der Maschinen- und Anlagenbau boomte regelrecht bis zur Jahresmitte und trübte sich zusammen mit der Automobilindustrie während des 2. Halbjahres stark ein.

Die Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen war auch in der Logistikautomation spürbar, dennoch verlief das Geschäftsjahr 2008 zufriedenstellend, da kostenoptimale, ressourcenschonende Automatisierung insbesondere im Transportwesen weiterhin gefordert ist. Während im Berichtsjahr bei der Ausstattung großer Logistikdienstleister neue Projekte gewonnen werden konnten, setzten Hafenbetreiber vermehrt auf Nach- und Umrüstung bestehender Container-Terminals.

Die Prozessautomation

Im Segment Prozessautomation bietet SICK Produkte und Dienstleistungen für komplexe Messaufgaben in der Emissions- und Prozessmesstechnik. Kontinuierlich messende Analysatoren für Gas, Staub und Prozessflüssigkeiten liefern maßgeschneiderte Lösungen für Industriebereiche wie Kraft- und Zementwerke oder Müllverbrennungsanlagen. Eichfähige Durchflussmessgeräte finden ihre Anwendung besonders beim Erdgastransport. Mit eine Umsatzsteigerung von 15,7 Prozent auf 136,0 Mio. Euro blickt das Segment auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Ausblick: Schwierige Prognose für 2009

Um den Nachfragerückgang zu kompensieren hat SICK bereits im Dezember ein umfangreiches Programm zur Kostensenkung gestartet, das seit Jahresbeginn nach und nach angepasst wurde: So wurde nach dem konsequenten Abbau von Urlaub und Gleitzeit ab März für einen großen Teil der Belegschaft der Sick AG Kurzarbeit angemeldet. Für das Segment Prozessautomation ist wegen aktuell guter Auslastung derzeit keine Kurzarbeit vorgesehen.

Die Auftragslage bleibt im SICK-Konzern nach dem sehr schwachen ersten Quartal 2009 unter Druck. Speziell der Werkzeugmaschinen- und Anlagenbau tendiert dazu, weiter zu schrumpfen. Die Automobilbranche ist in einer heftigen Orientierungsphase mit noch nicht geklärtem Ausgang, speziell in Amerika. Der für SICK wichtige Markt in Deutschland ist weiterhin von einem negativen Book-to-Bill Verhältnis gekennzeichnet. Dem entgegen können erfreulicherweise Märkte in China, Indien und auch in Amerika mit einem positiven Book-to-Bill Verhältnis aufwarten, teilweise allerdings auf einem geringen Niveau.

Der SICK-Konzern rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatzrückgang von 20 % - mit einem sehr großen Unsicherheitsfaktor.

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick

Sick-Konzern (IFRS)20082007Veränderung
Auftragseingang (in Mio. Euro) 734,5 723,33 +1,5%
Umsatz (in Mio. Euro) 737,3 707,5 +4,2%
EBIT (in Mio. Euro) 71,3 70,5 +1,1%
Jahresergebnis (in Mio. Euro) 45,3 42,4 +6,7%
F&E-Aufwand (in Mio. Euro) 68,4 65,3 +4,8%
Mitarbeiter zum Jahresende 5092 4721 +7,9%
Earnings per Share (in Euro) 1,72 1,61 +6,8%
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