Brauerei-Technik

Thomas Jydby Hedemark | Inka Krischke,

Füllstandsmessung ohne Schwinggabel

Aufgrund der Schaumbildung kann die Hefe-Abfüllung für Brauereien zu einer echten Herausforderung werden – konventionelle Schwinggabeln beispielsweise müssen bei der Füllstandsmessung passen. Eine Alternative ist bei der Carlsberg-Brauerei im Einsatz.

© Baumer

Der Gärungsprozess, bei dem der Zucker in der Würze durch die Zugabe von Hefe und Alkohol vergoren wird, wird als Fermentierung bezeichnet; außerdem entsteht dabei Kohlensäure. Während der etwa vier bis sechs Tage dauernden Fermentierung setzt sich die Hefe am Boden des Gärtanks ab. Anschließend wird sie entfernt und für weitere Gärungsprozesse wiederverwendet, bevor sie letztendlich in einen Tank gefüllt wird, um der Tiernahrungs-Herstellung zu dienen. Und gerade diese letzte Abfüllung der überschüssigen Hefe in entsprechende Tanks stellt Brauereien wie Carlsberg vor Probleme: Aufgrund der starken Schaumbildung der Hefe versagt die traditionell eingesetzte Füllstandskontrolle per Schwinggabel für den Überlaufschutz, weil die Schwinggabel den auftretenden Hefeschaum schlichtweg nicht erkennen kann.

Der Füllstandsschalter detektiert den Füllstand im Tank mit überschüssiger Hefe.

© Baumer

Um Abhilfe zu schaffen, entschied sich Carlsberg für den Füllstandsschalter „CleverLevel“ von Baumer für die Kontrolle des Füllstands in den Hefetanks. Dieser Sensor arbeitet mit der Frequenzhubtechnologie und ist für alle Arten von Medien einsetzbar – nass, trocken, klebrig oder eben Schaum. Mit einer herkömmlichen Schwinggabel ist dies nicht möglich. Vielmehr machen es traditionelle Gabeln erforderlich, eine Version für trockene Medien wie Pulver oder Getreide vorzuhalten, eine Version für feuchte Medien und eine Version für klebrige Medien. Die CleverLevel-Lösung hingegen lässt sich durch den gesamten Prozess verwenden – von der ersten Abfüllung der Gerste in den Lagertank bis zum fertigen Bier.

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Die Modelle des Füllstandsschalters „CleverLevel LFFS“ und „LBFS“ sowie der „FlexProgrammer“ für die Konfiguration.

© Baumer

Der Füllstandsschalter ist wartungsfrei, hat eine Einbautiefe von 15 mm und erfüllt die maßgeblichen 3A- und EHEDG-Standards. Seine Konfiguration erfolgt visuell über eine spezielle Software und den „FlexProgrammer“: Mit letzterem lässt sich das Schaltfenster nach Bedarf verschieben, um zum Beispiel bei einer Maximum- oder Minimumüberwachung Schäume auszublenden. Gleiches gilt, wenn der Füllstandsschalter Anhaftungen ignorieren soll – wie etwa in Tanks mit klebrigen Flüssigkeiten, wo Sensor und Behälterwand auch bei leerem Behälter mit dem Medium bedeckt sind. Bei einer entsprechenden Parametrierung schaltet der Füllstandsschalter trotzdem nur, wenn der Tank auch wirklich voll oder leer ist. Derzeit denkt man bei Carlsberg darüber nach, den Füllstandsschalter auch beim CIP (Cleaning in Place) im Tank einzusetzen, wo ähnliche Probleme mit Schaum und Überlauf bestehen.

Die Umstellung von der traditionellen Schwinggabel zum Füllstandsschalter CleverLevel hat bei Carlsberg zum einen das Problem mit dem Überlauf in den Hefetanks gelöst. Darüber hinaus verfügt die Brauerei nun über eine umweltfreundliche Lösung, insofern als überlaufende Hefe nicht in die Kanalisation abläuft. Und last but not least profitiert die Brauerei von einer Kostenersparnis durch die Prozessoptimierung und den minimierten Wartungsbedarf.

Autor: Thomas Jydby Hedemark ist Industrie-Segment-Manager für Food & Beverage bei Baumer.

Die Carlsberg-Brauerei

Die Carlsberg-Brauerei wurde 1847 gegründet und ist heute die viertgrößte Brauerei der Welt. Das Produktions- und Distributionszentrum in Fredericia (Dänemark) läuft Tag und Nacht. Carlsberg produziert 2,2 Mio. Hektoliter Bier jährlich, beschäftigt rund 45.000 Mitarbeiter weltweit und verkauft jeden Tag rund 120 Millionen Biere weltweit.

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