Posital auf der SPS 2023
Drehgeber up to date
Die Firma Posital hat ein umfangreiches Upgrade ihrer ‚Ixarc‘-Familie inkrementaler Drehgeber vollzogen – und damit eine übergreifende ‚Nextgen‘-Initiative gestartet. Vom aktuellen Status quo berichtet Jörg Paulus, Europa-Geschäftsführer.
Jörg Paulus: »Mit einem eigenen ASIC steigen wir erstmals in die Basissensorik ein und festigen unseren Ruf als ‚Wiegand-Company‘.«
© PositalHerr Paulus, was steckt hinter der ‚Nextgen’-Initiative?
Wir haben die Lieferkrise mit den Versorgungsengpässen wichtiger Bauteile als Chance genutzt, um unser übergreifendes Portfolio systematisch zu modernisieren. Gezielt wurden dabei die in unseren Produkten verwendeten Kerntechnologien aktualisiert, um sowohl die Performance zu verbessern als auch unsere Lieferketten zu stärken. Die entstandene neue Generation von Drehgebern ist für künftige Aufgaben gerüstet. Innerhalb der ‚Nextgen‘-Initiative wurden neben den magnetischen Encodern der ‚Ixarc‘-Familie auch unsere ‚Tiltix‘-Neigungssensoren auf das nächste Level gehoben.
Warum ist dieses Upgrade nötig?
Bei den Neigungssensoren kam ein wichtiger Anstoß von außen. Da die bisher verwendeten MEMS-Sensoren abgekündigt worden waren, war eine Neuentwicklung automatisch notwendig - wobei wir auch hier mit modernster MEMS-Technologie neue Features in den Markt brachten, zum Beispiel bessere Performance und zusätzliche Flexibilität bei der Programmierung.
Bei den Drehgebern hingegen ging die Initiative allein von uns aus: Es ging uns um die weitere Leistungsverbesserung der magnetischen Inkremental- und Absolutgeber von Posital - und zwar von der Auflösung bis zum Stromverbrauch. Ein wichtiges Ziel war auch mehr Unabhängigkeit bei der Beschaffung und natürlich Kostenoptimierung, um im Wettbewerb gerüstet zu sein.
Was heißt das für die einzelnen Drehgeber? Was konkret ist neu?
Unsere bereits seit einigen Monaten verfügbaren neuen Inkrementaldrehgeber bringen, neben einer nochmals leicht besseren Genauigkeit, vor allem eine deutliche Reduzierung der Stromaufnahme. Neben dem allgegenwärtigen Thema Nachhaltigkeit ist dies insbesondere in Applikationen mit sehr vielen Sensoren im Netzwerk äußerst hilfreich. Bei den Drehgebern der neuen Generation wurde die eigentliche Sensorik verbessert: So wird nun ein moderner TMR-Sensor – das steht für Tunnel-Magneto-Resistance - statt des bisherigen Hall-Sensors genutzt. Unter dem Strich weisen mit TMR ausgestattete ‚Ixarc‘-Drehgeber eine höhere Auflösung und eine stabilere Leistung über einen breiten Bereich von Betriebsbedingungen auf. Auch setzen wir nun aktuelle Microcontroller ein.
Welche Drehgeber beziehungsweise welche Produkte sind inzwischen auf neuem Level?
Pünktlich zur SPS werden die ersten absoluten ‚Ixarc‘-Drehgeber der ‚Nextgen‘-Initiative vorgestellt. Bei diesen wird neben den bereits beschriebenen Änderungen auch ein von uns eigenentwickelter ASIC eingesetzt, der die Logik für das Wiegand-Multiturn-System übernimmt. Mit dem eigenen ASIC steigen wir erstmals in die Basissensorik ein und festigen unseren Ruf als ‚Wiegand-Company‘. Starten werden die neuen Absolutgeber mit SSI–Schnittstelle, wobei weitere Schnittstellen wie Profinet oder Ethernet/IP zeitnah folgen.
Und was haben Anwender davon?
Die neuen ‚Ixarc‘-Geräte bieten eine höhere Auflösung von 18 Bit. Mit den Inkrementalgeben lässt sich der Stromverbrauch um bis zu 60 % verringern. Trotz ihres aktualisierten Innenlebens sind die Geräte kompatibel mit den Vorgängermodellen. Protokoll sowie die mechanischen Parameter sind unverändert. Die breite Verwendung aktueller Elektronikbauteile sorgt für stabile Lieferketten und eine hohe Verfügbarkeit unserer Produkte. Vor allem beim eigenen ASIC haben wir die Supply Chain – bis hin zur Fab-Ebene – komplett in der eigenen Hand.
Wie sieht die weitere Roadmap aus?
Die nächsten Monate sind wir gut beschäftigt mit dem Rollout unserer neuen Drehgeber mit den noch offenen Schnittstellen. Auf der SPS zeigen wir erstmals 36 mm Kit Encoder – unsere magnetischen Montagekits für integriertes Motorfeedback, die auf der ‚Nextgen‘-Plattform basieren. Mitte 2024 gibt’s dann den ‚Nextgen‘-Switch bei den 22 mm Kits, die für Kleinstantriebe konzipiert sind. Schon jetzt arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Basissensorik unserer neuen ‚Ixarc‘-Generation für Safety-Anwendungen fit zu machen. Bereits bei ihrer Entwicklung wurde das Thema Safety intensiv mitgedacht.
Halle 4A, Stand 300














