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Artikel und Hintergründe zum Thema

Prozessautomation / Sensorik

Stefan Kuppinger,

Die Siemens-Neuheiten zur Achema

In jedem dritten Jahr finden Hannover-Messe und Achema kurz nacheinander statt. Dann heißt es für Firmen, sich die Innovationen einzuteilen. Schwerpunkt des diesjährigen Siemens-Auftritts in Halle 11 sind das Management des Anlagen-Lebenszyklus und neue Feldgeräte.

Das Life-Cycle-Management stellt die Prozess- und Pharmaindustrien vor Herausforderungen.

© Siemens

Zentrales Element für das Management des Lebenszyklus einer Anlage bildet die Softwarelösung Comos. Mit den neuen Release 10.0, das auch auf der Hannover Messe zu sehen war, steht nun für Anlagenplaner und Betreiber eine Enterprise Plattform zur Verfügung, mit der sich größte Datenvolumina verwalten lassen. Auch die Integration von Prozess-Engineering und Automatisierung wurde weiterentwickelt „Wir können nun das komplette Engineering in Comos abbilden“, betonte Axel Lorenz, Leiter Process Automation der Siemens-Division Industry Automation auf einem Round-Table im Vorfeld der Achema. Maßgeblichen Anteil daran hat eine neue Schnittstelle, deren Anfänge rund zwei Jahre zurückliegen. Sie sichert den konsistenten und bidirektionalen Informationsaustausch zwischen Comos und dem Prozessleitsystem PCS 7. „Jede Änderung in Comos wird unmittelbar in die Steuerungslogik des Leitsystems übertragen und umgekehrt“, erläutert Lorenz. Dadurch lässt sich der bisher überwiegend serielle Planungsablauf stärker parallelisieren. In ersten Pilotprojekten wurden damit rund 12 Prozent Zeit und neun Prozent Kosten gespart.

Ebenfalls in Comos integriert wurde der PIA-Selektor zur Auswahl und Konfiguration der Feldinstrumente und Analytikkomponenten. Der Online-Konfigurator für Siemens-Geräte ermöglicht den effizienten Zugriff auf alle Gerätedaten. Dazu braucht ein Anwender lediglich über den in Comos implementierten Link eine Webverbindung zur Startseite des PIA-Selektors aufzubauen. Danach übernimmt das Online-Tool die Daten aus der Engineeringumgebung und zeigt die passenden Geräte an. Die Übernahme der Informationen aus dem PIA-Selektor in Comos erfolgt ebenso automatisch. Danach stehen die Daten für die weiteren Engineeringabläufe und den gesamten Lebenszyklus der Anlage zur Verfügung, beispielsweise für die „Bill of Materials“.

 

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kurz gebaut: Coriolis-Durchflussmesser

Hans-Georg Kumpfmüller, Siemens Sensors&Communication: „Bei der neuen Generation Coriolis-Sensoren haben wir die Rohrgeometrie und Entkopplung der Messrohre optimiert.“

© Computer&AUTOMATION

Die wesentlichen Neuerungen aus dem Bereich Feldinstrumentierung erläutert Hans-Georg Kumpfmüller, Geschäftsführer der Business Unit Sensors&Communcation in der Division Industry Automation. Sein persönliches Highlight ist die neue Generation Coriolis-Massedurchflusssensoren. „Wir haben mit der Baureihe Sitrans FC 430 den derzeit kompaktesten Coriolis-Sensor entwickelt“, betont Kumpfmüller: „Zudem verfügt die Durchflussmesser-Lösung über eine sehr hohe Genauigkeit von 0,1 Prozent, geringen Druckverlust und einen extrem stabilen Nullpunkt.“ Verantwortlich dafür ist die spezielle Bauform, die den Sensor unempfindlich gegenüber Druckschwankungen und Energieeinträge von außen macht. „Die Patente unsere Wettbewerber haben uns veranlasst, nach anderen Geometrien und Technologien zur Anregung der Messrohre und Montage zu suchen“, gibt Kumpfmüller schmunzelnd zu. Das Ergebnis ist eine Sensor-Baureihe, die ohne zusätzlichen Aufwand die hohe Genauigkeitsklasse erreicht. „Deswegen brauchen wir bei unseren Coriolis-Sensoren auch keine Differenzierung über verschiedene Genauigkeitsklassen“, betont der Sensor-Spezialist.

Über benutzerfreundliche Werkzeuge erhält der Anwender direkten Zugriff auf alle notwendigen Betriebs- und Gerätedaten, auf Zertifikate und Prüfprotokolle. Der Sitrans FC430 ist eines der ersten Coriolis-Durchflussmessgeräte mit SIL2- und SIL3-Zulassung (Safety Integrity Level) in Hard- und Software. Damit erfüllt das Gerät die höchsten Anforderungen an Redundanz, Sicherheit und Zuverlässigkeit. „Ohne vorherigen Nachweis der Betriebsbewährtheit, des Proof-of-Use“, so Kumpfmüller. Zur Markteinführung wird es vier Baugrößen für Nennweiten von DN 15 bis DN 80 geben. Eine 150-mm-Variante folgt später, ebenso 2-Leiter-Geräte.

Als rekordverdächtig erweist sich ebenso der Ultraschall-Transmitter Sitrans LUT400: Laut Siemens erreicht kein vergleichbares Gerät dessen Genauigkeit von 1 mm. Dafür verantwortlich sind patentierte Filter und Algorithmen zur Auswertung der angeschlossen Ultraschallsensoren. „Beispielsweise werden störende Geräuschpegel kontinuierlich ausgewertet und kompensiert“, erklärt Kumpfmüller. Das einkanalige Ultraschallgerät überwacht und steuert kontinuierlich Füllstände von Flüssigkeiten, Schüttgütern oder Schlämmen in unterschiedlichsten Anwendungen. Das Gerät gibt es in drei Ausführungen: für Füllstandsmessungen, mit zusätzlicher Pumpenansteuerung und Durchflusskontrolle sowie für hochgenaue Durchflussmessung mit zusätzlicher Volumenmessung.

 

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